
Großbritannien verhaftet 12 bei rechtsextremem Terroranschlag auf muslimische Versammlung in Suffolk; Veranstaltung frühzeitig evakuiert
Die Anti-Terror-Polizei nahm in ganz England elf Männer und eine Frau fest, nachdem Erkenntnisse über einen geplanten Anschlag auf das UK-Ijtima-Festival in Suffolk aufgetaucht waren, an dem bis zu 15.000 Menschen teilnahmen.
Die Festnahmen
Am Sonntag und Montag wurden zwölf Personen im Zusammenhang mit einer von der Polizei als "extrem rechte" terroristische Bedrohung beschriebenen Gefahr gegen das UK Ijtima, eine große islamische Zusammenkunft in Shrubland Hall in Suffolk, festgenommen. Zu den Festgenommenen gehören elf Männer im Alter zwischen 27 und 82 Jahren sowie eine 48-jährige Frau. Die Festnahmen erfolgten in Greater Manchester, London, Essex, Ipswich und Surrey. Acht Männer wurden nach dem Terrorism Act 2000 unter Terrorverdacht festgenommen, drei wegen des Verdachts der Verschwörung zum Mord. Die Frau wurde in Ost-London festgenommen wegen des Verdachts der Beihilfe zu einer Straftat. Einer der Festgenommenen, ein 82-jähriger Mann, wurde inzwischen gegen Kaution freigelassen; die anderen befinden sich weiterhin in Gewahrsam. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war noch keine Anklage erhoben worden.
Die Veranstaltung und die Reaktion der Polizei
Das UK Ijtima, organisiert von der Tablighi-Jamaat-Bewegung, fand vom 9. bis 12. Juli in Shrubland Hall bei Ipswich statt. Die Teilnehmerzahlen schwanken zwischen etwa 10.000 laut Financial Times und geschätzten 15.000, wie von Al Jazeera, The Guardian und Europa Press berichtet. Die Polizei von Suffolk empfahl den Organisatoren, die Veranstaltung am Sonntag früher als geplant zu beenden, nachdem die Bedrohung bekannt geworden war. Es wurde ein Großschadensereignis ausgerufen, und eine behördenübergreifende Reaktion koordinierte die sichere Abreise der Teilnehmer. Die stellvertretende Polizeichefin von Suffolk, Alice Scott, sagte, der Alarm sei am frühen Sonntag ausgelöst und am frühen Montag aufgehoben worden. Kommandeurin Helen Flanagan, Leiterin der Terrorismusbekämpfung in London, bestätigte, dass Durchsuchungen an mehreren Adressen im gesamten Vereinigten Königreich im Gange seien.
Nachdem wir von einer potenziellen ernsthaften Bedrohung der islamischen Veranstaltung in Suffolk erfahren haben, sind wir extrem schnell vorgegangen und haben an verschiedenen Orten im ganzen Land eine Reihe von Festnahmen durchgeführt.
Offizielle Reaktionen
Innenministerin Shabana Mahmood erklärte, das polizeiliche Eingreifen habe "zweifellos Leben gerettet" und räumte die tiefe Besorgnis ein, die die Nachricht bei britischen Muslimen auslösen würde. Sie rief zur Einheit gegen Hass und für ein Land auf, das "offen, großzügig und tolerant gegenüber allen unseren Gemeinschaften" sei. Flanagan dankte der Polizei von Suffolk für ihre Unterstützung und den Veranstaltern für ihre Kooperation und fügte hinzu, die Polizei werde "nicht zögern, bei jeder potenziellen Bedrohung zu handeln, egal wer oder was das potenzielle Ziel sein mag".
Ich weiß, dass dies für britische Muslime äußerst beunruhigende Nachrichten sind. Wir müssen uns gegen Hass stellen und uns um unseren gemeinsamen Glauben an ein Land vereinen, das offen, großzügig und tolerant gegenüber allen unseren Gemeinschaften ist.
Breiterer Kontext
Die Festnahmen erfolgen vor dem Hintergrund steigender Hasskriminalitätszahlen im Vereinigten Königreich. Die Kronanwaltschaft meldete mehr als 4.350 Fälle von Hasskriminalität, die von der Polizei zwischen Juli und September 2025 überwiesen wurden, ein Anstieg von 14,7 % gegenüber dem vorherigen Quartal – die höchste Zahl in ihrer Geschichte. Wohlfahrtsorganisationen haben in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg der Meldungen von Islamophobie und Antisemitismus festgestellt, vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen in Bezug auf Einwanderung und rechtsextreme politische Aktivitäten. The Guardian berichtete, dass die Erkenntnisse, die zu den Festnahmen führten, am Wochenende aufkamen, wobei Quellen darauf hinwiesen, dass das Eingreifen spät erfolgte, während die Veranstaltung bereits im Gange war. Die Organisatoren sagten dem Ipswich Star, die Zusammenkunft sei auf sozialen Medien Gegenstand von Fehlinformationen gewesen, und Straßen wurden gesperrt, aus Angst, dass Menschen planten, zur Veranstaltung zu reisen, um sie zu stören.
- UK Ijtima beginnt in Shrubland Hall, Suffolk; bis zu 15.000 Teilnehmer werden über vier Tage erwartet.
- Informationen über eine potenzielle rechtsextreme Bedrohung erreichen die Polizei; die Polizei von Suffolk aktiviert eine behördenübergreifende Reaktion.
- Veranstalter werden aufgefordert, frühzeitig zu schließen; Großschadensereignis ausgerufen; Teilnehmer sicher evakuiert.
- Zwölf Festnahmen in Greater Manchester, London, Essex, Ipswich und Surrey.
- Großschadensalarm aufgehoben; Durchsuchungen verbundener Adressen laufen weiter.
Was als Nächstes kommt
Die Polizei erklärte, es gebe keine Hinweise auf eine breitere Gefahr für die Öffentlichkeit in Zusammenhang mit diesem Fall, obwohl die Durchsuchungen von Immobilien im Zusammenhang mit den Festgenommenen fortgesetzt würden. Die Polizei von Suffolk versprach eine verstärkte sichtbare Präsenz, um die lokalen Gemeinschaften zu beruhigen. Es wurden noch keine Anklagen erhoben, und die Ermittlungen sind weiterhin aktiv. Flanagan erklärte, dass die Anti-Terror-Einheiten jede potenzielle Bedrohung verfolgen würden, unabhängig vom Ziel.

