
Real Madrid verschärft Schiedsrichterstreit – Mourinho fehlt bei Pressekonferenz
Real Madrid setzt seinen Feldzug gegen Schiedsrichter und LaLiga fort. El Mundo berichtet, der Klub nenne LaLiga-Präsident Javier Tebas „einen der Schuldigen“. Auslöser waren Vinícius' Rote Karte und Mourinhos Fernbleiben von der Pressekonferenz nach dem 1:0 gegen Villarreal am 10. Oktober.
Eine Rote Karte und eine geschwänzte Pressekonferenz
Real Madrid besiegte Villarreal am Samstag, dem 10. Oktober, im Bernabéu mit 1:0, doch das Spiel endete in einem neuen Streit mit den Schiedsrichtern. Vinícius wurde vom Platz gestellt, weil er am Haar von Villarreals Nathan Saliba gezogen hatte. Mourinho erschien anschließend nicht zur Pressekonferenz nach dem Spiel, zu der die LaLiga-Regeln die Trainer verpflichten; laut El Mundo zieht das Fehlen eine Geldstrafe nach sich. Der Klub sammelte an diesem Wochenende zwei LaLiga-Strafen an, darunter die Geldbuße, die ihm in den meisten Spielen auferlegt wird, weil er keinen Spieler für die Mixed Zone stellt. Nach Angaben von El Confidencial vertritt der Klub die Auffassung, Schiedsrichter Díaz de Mera habe ein 2:0-Tor des eingewechselten Vinícius aberkannt und das Ziehen am Haar nicht gesehen, während der VAR es sehr wohl gesehen habe.
Vinícius entschuldigte sich laut La Vanguardia in den sozialen Medien für das Ziehen am Haar, teilte später jedoch eine Instagram-Story, in der er das Schiedsrichterwesen als „Mafia“ bezeichnete und weitere Gelegenheiten auflistete, bei denen er bestraft worden sei und andere Spieler nicht. Aufnahmen von Movistar zeigen, wie er beim Verlassen des Platzes einen LaLiga-Mitarbeiter stößt, den Bediener des VAR-Monitors am Spielfeldrand. La Vanguardia berichtet, dass ihm wegen dieses Vorfalls eine Sperre von zwei bis drei Spielen droht.
Tebas und die LaLiga-Front
El Mundo berichtet, der Klub habe seine Aufmerksamkeit auf Javier Tebas gerichtet, den Präsidenten von LaLiga und Vizepräsident des spanischen Fußballverbands. Der Klub nennt ihn „einen der Schuldigen“ und ist der Ansicht, seine Untätigkeit im Fall Negreira zeige wenig Interesse an einer Aufklärung. Das Verhältnis zwischen Florentino Pérez und Tebas ist schlecht, und beide haben bei öffentlichen Auftritten indirekte Botschaften ausgetauscht. Der Klub hält zudem LaLiga für ebenso verantwortlich wie das Comité Técnico de Árbitros für die Fehler, die nach seiner Darstellung gegen die Mannschaft begangen wurden – ein Punkt, den Mourinho auf der Pressekonferenz nach dem Derby wiederholte.
Der Fall Negreira und der Elfmeter von 2004
Enríquez Negreira, Vizepräsident des CTA, wird beschuldigt, den FC Barcelona begünstigt zu haben. El Confidencial argumentiert, der Fall Negreira werde von Real Madrid genutzt, um Spannungen gegen Schiedsrichter zu erzeugen. In einem Interview mit As sagte der frühere Schiedsrichter Pedro Tristante Oliva, Negreira habe tatsächlich Einfluss auf den Wettbewerb gehabt.
Negreira hatte tatsächlich Einfluss, natürlich hatte er ihn. In 90 % der Fälle war er es, der uns am Ende der Saison sagte, ob man gut oder schlecht gearbeitet hatte.
Tristante leitete 2004 das Spiel Real Madrid gegen Valencia, in dem Carlos Marchena in der Schlussminute wegen Haltens von Raúl im Strafraum ein Elfmeter zugesprochen wurde – eine Entscheidung, die zum 1:1-Endstand führte und als „ushiro nage“ bekannt wurde. Er sagte, er sei von den am 30. Juni jenes Jahres veröffentlichten Listen gestrichen worden und habe sich vom CTA nie unterstützt gefühlt. Zwei Tage nach dem Spiel, so sagte er, habe er mitangehört, wie Negreira zu Sánchez Arminio sagte, der Computer, der die Schiedsrichter automatisch einteile, müsse abgeschafft werden; er habe dies als Zeichen gedeutet, dass er zum Sündenbock gemacht werden solle.
Mourinhos Vorgehen und die kommende Woche
Zunächst sagte Mourinho, er werde nicht über Schiedsrichter sprechen und vertraue dem spanischen Schiedsrichterwesen, doch laut La Vanguardia ist er inzwischen dazu übergegangen, die Schiedsrichter ins Rampenlicht zu rücken. Gerard Romero behauptete in der Sendung Jijantes, Mourinho und sein Trainerteam hätten den Spielern an den vergangenen zwei Spieltagen vor den Partien ein 30-minütiges Video über den Schiedsrichter gezeigt. Das Video, so Romero, stelle den Stil des Schiedsrichters vor und erkläre, wie man ihn unter Druck setzt; Romero sagte, er habe dies von Madrider Kollegen gehört. Keiner der Artikel berichtet von einer Bestätigung durch den Klub. Mourinho wird am Dienstag, dem 13. Oktober, im Olympiastadion von Rom vor dem Champions-League-Spiel gegen Rom am Mittwoch, dem 14. Oktober, um 21.00 Uhr, wieder im Pressesaal erwartet. Nach dem Training am Samstag in Valdebebas steht als nächstes Ligaspiel die Partie gegen Sevilla im Bernabéu an, danach folgt der Clásico. La Vanguardia schreibt, das CTA sei besorgt, dass jedes Spiel nun zu einem Prozess gegen den Schiedsrichter werden könne, und ein Waffenstillstand erscheine unwahrscheinlich.
- Real Madrid besiegt Villarreal 1:0; Vinícius vom Platz gestellt; Mourinho schwänzt die Pressekonferenz nach dem Spiel
- La Vanguardia berichtet, das CTA sei wegen des Streits besorgt, und El Mundo berichtet über die Ausrichtung des Klubs auf Javier Tebas
- Mourinho soll im Olympiastadion in Rom in den Pressesaal zurückkehren
- Champions-League-Spiel gegen Rom um 21.00 Uhr


