
Madrid entzieht Rayo Vallecano die Stadionkonzession wegen Sicherheitsmängeln – Verein blockiert Reparaturarbeiter
Die Autonome Gemeinschaft Madrid hat die Konzession für das Estadio de Vallecas nach einem Sicherheitsaudit vorläufig entzogen und Strafanzeige gegen den Verein erstattet, nachdem Vereinsfunktionäre Techniker an der Durchführung dringender Reparaturen gehindert hatten. Der Verein muss sein erstes Heimspiel am 20. August möglicherweise in einem Ausweichstadion austragen.
Konzession nach Sicherheitsaudit entzogen
Die Autonome Gemeinschaft Madrid gab am 28. Juli die vorläufige Entziehung der Konzession für das Estadio de Vallecas an Rayo Vallecano bekannt. Der Entscheidung ging ein technisches Audit voraus, das schwerwiegende Mängel bei Brandschutzanlagen, Elektroinstallationen, hygienisch-sanitären Bedingungen und der allgemeinen Instandhaltung feststellte. Die Regionalregierung bezeichnete den Zustand des Stadions als „generalisierte Veralterung“ und „schwerwiegenden Verstoß gegen Vorschriften“, der die Sicherheit und Betriebsfähigkeit gefährde. Mit der Entziehung geht die Kontrolle über die Anlage auf die Autonome Gemeinschaft über, die nun Notfallarbeiten durchführen wird, die voraussichtlich zwei bis sechs Monate dauern. In dieser Zeit kann Rayo Vallecano seine Heimspiele nicht im Stadion austragen, beginnend mit dem LaLiga-Spiel gegen Alavés am 20. August.
Verein blockiert Zutritt für Reparaturtrupps
Am Morgen des 29. Juli trafen Techniker für Gartenbau, Elektrik, Sanitär, Klimaanlage und Lüftung um 9:00 Uhr am Stadion ein, um mit den dringenden Arbeiten zu beginnen. Vizepräsident José María Sardá und der Leiter der Rechtsabteilung empfingen sie am Eingang und verweigerten ihnen den Zutritt mit der Begründung, sie müssten zunächst Berater und Präsident Raúl Martín Presa konsultieren. Eine Antwort blieb aus, und um 13:00 Uhr mussten die Gärtner das Gelände verlassen. Einige Arbeiter konnten in einem angrenzenden Gebäude, das von Sportverbänden genutzt wird, mit Aufgaben beginnen, das Hauptstadion blieb jedoch versiegelt. Die Autonome Gemeinschaft Madrid erstattete daraufhin Strafanzeige bei der Nationalpolizei mit der Begründung, der Verein habe kein rechtmäßiges Nutzungsrecht mehr an der Anlage und behindere die amtliche Inspektion und Durchführung der Arbeiten.
Politische Reaktion
Mariano de Paco Serrano, der Kultur-, Tourismus- und Sportrat der Autonomen Gemeinschaft Madrid, kritisierte das Vorgehen des Vereins scharf. Er warf dem Verein ein „neues Verzögerungsmanöver“ vor, da dieser Unterlagen angefordert habe, die die Verwaltung bereits elektronisch übermittelt hatte. De Paco Serrano warnte: „Von nun an ist jeder Tag, an dem die Mannschaft nicht in ihrem Stadion spielen kann, die Verantwortung des Vereinsvorstands.“
Es ist die übliche Vorgehensweise des Vereins und genau das, was das Image und das Ansehen von Rayo Vallecano und dem Stadion zerstört.
Wut und Resignation der Fans
Vor dem Stadion mischte sich unter den Fans Wut mit einer gewissen Resignation. Über Nacht waren Graffiti an den Wänden aufgetaucht, mit Botschaften wie „Presa, vete ya“ (Presa, geh jetzt), „El Rayo es de la afición“ (Rayo gehört den Fans) und „Fuera de Vallecas“ (Raus aus Vallecas). Dámaso Barroso, Dauerkarteninhaber Nummer 260 und seit 43 Jahren Anwohner von Vallecas, sagte, die Schwere des Auditberichts lasse ihn vermuten, dass die Situation besonders ernst gewesen sein müsse. Trotz der Ungewissheit über den Spielort erneuerten die Fans weiterhin ihre Dauerkarten an einem provisorischen Tisch, den der Verein in der Nähe der Kassen aufgestellt hatte.
Wir haben den Verwahrlosungszustand des Stadions seit Jahren angeprangert. Dass die Autonome Gemeinschaft diese Entscheidung getroffen hat, muss bedeuten, dass sie die Dinge als sehr ernst angesehen hat.
Wie es weitergeht
Die Notfallarbeiten werden voraussichtlich zwei bis sechs Monate dauern, sodass Rayo Vallecano mindestens zu Beginn der Saison 2026/27 ohne seine historische Heimspielstätte auskommen muss. Der Verein hat noch keinen Ausweichort für das Spiel am 20. August gegen Alavés bekannt gegeben. Die Autonome Gemeinschaft Madrid hat erklärt, dass die Entziehung Teil eines Verfahrens zur vollständigen Aufhebung der Stadionkonzession sei und dass die Behinderung durch den Verein die Vertreibung nur verlängern werde. Die Strafanzeige fügt einem Konflikt, der die Kluft zwischen der Vereinsführung und sowohl der Regionalregierung als auch den eigenen Anhängern vertieft hat, eine rechtliche Dimension hinzu.
- Autonome Gemeinschaft Madrid entzieht Stadionkonzession nach Sicherheitsaudit.
- Techniker treffen am Stadion ein; Vereinsfunktionäre verweigern Zutritt.
- Gärtner müssen das Gelände verlassen; Strafanzeige erstattet.
- Erstes Heimspiel der Saison von Rayo Vallecano gegen Alavés geplant, Spielort ungewiss.

