
Russland feuert über zwei Dutzend ballistische Raketen auf Kiew, tötet einen und verletzt bis zu 13 bei nächtlichem Angriff
Mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen trafen in der Nacht die ukrainische Hauptstadt und setzten Wohnhäuser, ein Wohnheim und einen Supermarkt in Brand. Die Opferzahlen schwanken zwischen 7 und 13 Verletzten, mindestens ein Toter wurde bestätigt.
Nächtlicher Raketenhagel
In den frühen Morgenstunden des Sonntags, 19. Juli 2026, starteten russische Streitkräfte einen schweren ballistischen Raketenangriff auf Kiew und die umliegende Region. Die ukrainische Luftwaffe meldete, dass mehr als zwei Dutzend Raketen auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert wurden. Ab etwa 1:47 Uhr Ortszeit waren Explosionen im gesamten Stadtzentrum zu hören, weitere Detonationen folgten um 1:54, 2:09 und 2:13 Uhr. Die Entwarnung wurde um 3:14 Uhr gegeben. Die Luftabwehrsysteme bekämpften die anfliegenden Raketen, doch mehrere Einschläge trafen Wohngebiete, lösten Brände aus und beschädigten Gebäude.
- Erste Explosionen im Zentrum Kiews gehört
- Weitere Explosionen gemeldet
- Weitere Detonationen in der Hauptstadt
- Weitere Explosionen; Dutzende Raketen innerhalb einer Stunde abgefeuert
- Entwarnung gegeben
Opfer und Schäden
Mindestens eine Person wurde getötet, die Verletztenzahlen variierten je nach offizieller Quelle. Die Kiewer Militärverwaltung meldete einen Toten und 11 Verletzte, während Bürgermeister Vitali Klitschko zunächst von sieben Verletzten sprach. Der ukrainische Katastrophenschutz nannte zwei Verletzte, der Kyiv Independent bezifferte die Zahl auf 13. Brände brachen in einem Wohnheim, einem Wohnhaus und einem Supermarkt aus. Auch ein Einkaufszentrum wurde getroffen. Die Explosionen waren so heftig, dass sie Autoalarme auslösten und selbst in Luftschutzbunkern zu hören waren. Mehrere Wohngebäude wurden beschädigt und standen in Flammen, wie lokale Journalisten berichteten.
Politische Folgen und Proteste
Der Angriff erfolgte, als in Kiew der dritte Tag in Folge Proteste gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow stattfanden, der am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung zurückgetreten war. Demonstranten versammelten sich am Samstag in der Hauptstadt, und Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich am Abend in einer Videobotschaft zu den Unruhen.
Es gab gestern und heute viele Konsultationen. Natürlich höre ich, was die Leute sagen.
Selenskyj sagte, er habe ausführlich mit Fedorow und mit Armeechef Oleksandr Syrskyj gesprochen. Er versprach, dass „Entscheidungen bezüglich der Armee ausgearbeitet werden“, ohne Details zu nennen. Ukrainische Medien spekulieren über eine mögliche Entlassung des Armeechefs.
Vorausgegangene ukrainische Angriffe und weiterer Kontext
Dem russischen Raketenhagel gingen am Samstag ukrainische Drohnenangriffe auf zwei Logistikzentren in Russland voraus, die nach einigen Berichten mindestens sieben, nach anderen acht Menschen töteten. Dutzende wurden verletzt. Das ukrainische Militär hat seine Langstreckenangriffe auf russisches Territorium in den letzten Wochen intensiviert, während Russland weiterhin fast täglich Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte durchführt. Bei einem separaten russischen Angriff auf die Hafenstadt Odessa wurden mindestens zwei Tote gemeldet.
Belastung der Luftabwehr
Die Ukraine hat ihre Luftabwehr mit westlicher Hilfe, insbesondere aus Deutschland, modernisiert, doch Beamte haben sich kürzlich über einen Mangel an Abfangraketen für das Patriot-System beklagt, das für die Abwehr ballistischer Raketen entscheidend ist. Der nächtliche Angriff stellte die Verteidigung der Hauptstadt erneut auf die Probe, wobei Dutzende Explosionen sowohl auf anfliegende Gefechtsköpfe als auch auf Abfangmanöver der Luftabwehr zurückzuführen waren. Die Drei-Millionen-Stadt war in den letzten Wochen wiederholt schweren Luftangriffen ausgesetzt.

