PZPN entschuldigt sich, nachdem Cezary Kulesza vor Polens Spiel das Einlaufkind ausgetauscht hat
Der polnische Fußballverband hat eine Einigung erzielt, wonach ein ausgetauschtes Kind am 17. November in Wrocław den polnischen Kapitän begleiten darf – nach heftiger Kritik daran, dass Verbandspräsident Cezary Kulesza in Warschau die Einlaufkinder ausgetauscht hatte.
Zwischenfall im Tunnel des PGE Narodowy
Beim Aufstellen vor dem Spiel im PGE Narodowy in Warschau vor Polens Nations-League-Partie gegen Bosnien und Herzegowina griff der Präsident des polnischen Fußballverbands (PZPN), Cezary Kulesza, im Spielertunnel ein. Videoaufnahmen zeigten, wie Kulesza auf den Mannschaftskapitän Robert Lewandowski zuging und das junge Einlaufkind, das bereits die Hand des Stürmers hielt, entfernte. Kulesza stellte einen anderen Jungen neben den 38-jährigen Angreifer, der anschließend mit diesem Kind auf den Platz lief. Die Aufnahmen verbreiteten sich in den sozialen Medien und lösten öffentliche Kritik am Verhalten des Verbands gegenüber dem verdrängten Kind aus.
Kuleszas Erklärung und Entschuldigung
Kulesza reagierte öffentlich auf den Vorfall über das polnische Sportportal Meczyki und übernahm die persönliche Verantwortung für die Entscheidung. Er erklärte, er habe die Mutter des zweiten Jungen persönlich gekannt, und wies darauf hin, dass sie 2025 gestorben sei und dass das Kind sich seit Langem gewünscht habe, mit Lewandowski einzulaufen.
Ich kannte die Mutter des Jungen, den ich zu Robert Lewandowski brachte, persönlich. Sie ist im vergangenen Jahr gestorben. Ich wusste, dass es der große Traum ihres Sohnes war, ausgerechnet mit Robert auf den Platz zu laufen. Ich habe das sehr persönlich genommen, auch als eine Art Verpflichtung gegenüber seiner Mutter, weshalb ich selbst dafür sorgen wollte, dass dieser Traum in Erfüllung geht.
Kulesza räumte ein, dass sein Umgang mit der Situation das ursprüngliche Einlaufkind negativ getroffen habe. Er bestätigte, dass der Verband sich an die Eltern des Kindes gewandt habe, um sich direkt zu entschuldigen.
Ich hätte das anders organisieren müssen. In diesem Moment habe ich mich auf diesen Jungen konzentriert, und erst später wurde mir klar, dass mein Verhalten ein anderes Kind verletzen könnte. Wir haben uns mit seinen Eltern in Verbindung gesetzt. Sie haben die Entschuldigung angenommen und die Einladung, beim nächsten Spiel der polnischen Nationalmannschaft als Einlaufkind dabei zu sein. Ich übernehme die volle Verantwortung für diese Situation.
Einigung des Verbands und Reaktion von Boniek
PZPN-Generalsekretär Łukasz Wachowski handelte direkt mit den Eltern des verdrängten Jungen eine Lösung aus. Der Verband vereinbarte, dass das Kind am 17. November 2026, wenn Polen in Wrocław gegen Schweden spielt, gemeinsam mit dem Kapitän der Nationalmannschaft auf den Platz einläuft. Der frühere PZPN-Präsident und Nationalspieler Zbigniew Boniek äußerte sich fast eine Woche nach dem Vorfall in den sozialen Medien und schlug für den Mannschaftskapitän eine alternative Vorgehensweise bei der Begegnung im Tunnel vor.
Da drängt sich die Frage auf: Warum hat Robert nicht zwei Jungen an die Hand genommen? Keine Regel verbietet das, es hätte diese ganze Aufregung nicht gegeben, und vor allem wären die Jungen überglücklich gewesen.
Boniek befürwortete zudem die Entscheidung des Verbands, dem Jungen eine Rolle beim Spiel in Wrocław anzubieten.
Sportlicher Kontext und kommende Partien
Der Vorfall ereignete sich während einer Nations-League-Kampagne unter Trainer Jan Urban. Polen holte aus seinen ersten beiden Gruppenspielen einen Punkt: nach einem 0:0 gegen Bosnien und Herzegowina in Warschau und einer 1:3-Auswärtsniederlage gegen Schweden in Solna. Beim Spiel in Schweden begann Lewandowski auf der Bank, während Piotr Zieliński die Kapitänsbinde trug. Die Nationalmannschaft setzt ihre Gruppenphase mit einem Heimspiel gegen Rumänien am 2. Oktober 2026 fort, gefolgt von einer Auswärtspartie gegen Bosnien und Herzegowina am 5. Oktober 2026. Der Gruppenspielplan endet im November mit einem Auswärtsspiel gegen Rumänien und dem Heimspiel gegen Schweden.
- Polen spielt gegen Rumänien im PGE Narodowy in Warschau
- Polen spielt auswärts gegen Bosnien und Herzegowina
- Polen spielt auswärts gegen Rumänien
- Polen spielt in Wrocław gegen Schweden, mit dem nachgeholten Einlaufkind


