Konflikte · Leipzig und Berlin
Putin soll nach gescheitertem Drohnenangriff auf Leipzig umfassendere Sabotageakte gegen NATO-Staaten angeordnet haben
Ein gescheiterter Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig-Halle könnte eine umfassendere Sabotagekampagne gegen die NATO eröffnet haben. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf europäische Beamte. Russland bestreitet jede Beteiligung an den Vorfällen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Libre.be, G4Media.ro, 7sur7 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Kurz gefasst
Am 4. August wurden drei mit Semtex beladene Drohnen außerhalb des Geländes von Leipzig-Halle gestartet. Eine traf ein Antonow-Frachtflugzeug mit Hilfsgütern für die Ukraine, detonierte aber nicht.
Das „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf europäische Beamte, die sich auf US-Geheimdiensterkenntnisse stützen, Wladimir Putin habe verstärkte Sabotageakte gegen NATO-Staaten persönlich angeordnet. Der Bericht wurde am 20. Oktober veröffentlicht.
Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz erklärten, die Regierung habe die Lage äußerst ernst genommen. Artikel 5 wurde bislang nur einmal angewandt – von den Vereinigten Staaten nach dem 11. September 2001.
Oleg Lewotschkin, ein ehemaliger russischer Offizier mit lettischem Pass, gilt als wichtigster Feldagent. Die Darstellungen gehen auseinander, ob der SSD unter Andrei Averjanow oder die Spezial-Einsatzkräfte unter Denis Smoljaninow den Plan leiteten.
- 4.08.Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig-Halle detoniert nicht
- Anfang September 2026Bundesinnenminister Alexander Dobrindt benennt Russland als verantwortlich
- 20.10.WSJ berichtet, Putin habe persönlich eine verstärkte Sabotagekampagne gegen NATO-Staaten angeordnet
Der Angriff in Leipzig
Das „Wall Street Journal“ berichtet, ein am 4. August gescheiterter Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig-Halle sei eine der ersten Operationen einer umfassenderen Sabotagekampagne gewesen, die Wladimir Putin persönlich gegen NATO-Staaten angeordnet habe. Der am Abend des Dienstag, 20. Oktober, veröffentlichte Bericht stützt sich auf europäische Beamte, die sich auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste berufen. Demnach wurden drei mit Semtex-Sprengstoff beladene Drohnen vom Boden außerhalb des Flughafengeländes gestartet. Eine traf ein Antonow-Frachtflugzeug, das für Militärhilfe in die Ukraine eingesetzt wird, doch die Ladung detonierte nicht. Die Darstellungen zu den beiden anderen Drohnen gehen auseinander: Eine Version beschreibt, dass eine zweite Drohne auf ein weiteres Flugzeug stürzte und eine dritte nahe dem Flughafenzaun explodierte.
Erkenntnisse der Ermittler
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drohnen ferngesteuert über das deutsche Mobilfunknetz geflogen wurden, und deutsche Cybersicherheitsspezialisten verfolgten die Kommunikation bis zu Servern, die dem GRU, dem militärischen Nachrichtendienst Russlands, zugeordnet sind. Die Drohnen waren mit 5G-SIM-Karten ausgestattet. Frühere Rekonstruktionen hatten die Operation bereits als ungewöhnlich professionell beschrieben. Serbien diente als Logistikdrehscheibe für den Transport von Drohnen und Sprengsätzen nach Deutschland, und von Oleg Lewotschkin koordinierte belarussische Akteure – ein ehemaliger russischer Offizier, der auch einen lettischen Pass besitzt – schmuggelten das Material über die Grenzen. Lewotschkin gilt als wichtigster Feldagent; nach Angaben deutscher Ermittler hat der GRU ihn angeworben. Verschiedene Darstellungen nennen unterschiedliche GRU-Einheiten hinter dem Plan: In einer westlichen Einschätzung ist es der Dienst für besondere Aufgaben (SSD) unter Generaloberst Andrei Averjanow, in einer anderen eine Einheit namens Spezial-Einsatzkräfte unter Oberst Denis Smoljaninow. Smoljaninows Name wird mit mehreren verdächtigen Bränden im Vereinigten Königreich und in Deutschland in Verbindung gebracht.
Die Reaktion Deutschlands
Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz bestätigten gegenüber dem „Wall Street Journal“, die Bundesregierung habe die Lage äußerst ernst genommen. Wäre die Drohne explodiert und hätte es Opfer gegeben, hätte Berlin wahrscheinlich erwogen, Artikel 5 des NATO-Vertrags anzurufen, der einen Angriff auf einen Verbündeten als Angriff auf alle Mitglieder behandelt. Diese Klausel wurde bislang nur einmal angewandt – von den Vereinigten Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Bereits Anfang September hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt Russland als verantwortlich benannt und dabei auf die polizeilichen Ermittlungen, abgefangene Erkenntnisse und Sprengstoffe verwiesen, die die Handschrift früherer russischer Operationen trugen.
Die Haltung des Kremls und die größere Kampagne
Russland bestreitet jede Beteiligung an diesen Vorfällen, während Putin intern signalisiert haben soll, solche Aktionen könnten sich wiederholen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge wandte sich nach Leipzig ein Kontaktmann des Kremls an einen Vermittler der Bundesregierung, um zu warnen, dass dies nicht der letzte Angriff sein werde. Von der Zeitung zitierte Quellen berichten, Moskau sei im Sommer zunehmend frustriert gewesen, weil weder die Kämpfe in der Ukraine noch die Gespräche mit Washington Zugeständnisse Kiews erzwungen hätten. Thomas Graham, ehemaliger Senior Director im Nationalen Sicherheitsrat der USA unter George W. Bush, der an inoffiziellen Kontakten mit dem Kreml teilnimmt, sagte, der Kreml sei enttäuscht gewesen, dass die Gespräche mit den USA die Beziehungen nicht rasch wiederhergestellt hätten. Die Operation sei Teil eines breiteren Plans gewesen, Agenten, Waffen und Sprengstoff durch Europa zu bringen, Ziele anzugreifen, die die Ukraine unterstützen, und Unruhe zu provozieren. Seit Leipzig wurden ähnliche Vorfälle registriert: Brandanschläge auf Drohnenfabriken in Estland und Polen, vereitelte Sabotageversuche in der Slowakei, Angriffe auf Starlink-Stationen in Polen, Litauen und Bulgarien sowie Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer nahe der rumänischen und bulgarischen Hoheitsgewässer.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- La Libre.beEine einfache Warnung? Im Zentrum von Putins Sabotagekampagne gegen die NATOUn simple avertissement ? Au cœur de la campagne de sabotage de Poutine contre l'OTAN · Original auf Französisch
- G4Media.roBREAKING Serviciile secrete americane susțin că atacul eșuat cu drone asupra unui avion ucrainean pe aeroportul din Leipzig este startul unei campanii intensificate de sabotaj în UE ordonată de Putin / Germania ar fi invocat Articolul 5 din Tratatul NATO dacă atacul reușea, susține WSJ
- 7sur7Leipzig war nur der Auftakt: Putin ordnet eine Sabotagekampagne gegen NATO-Staaten anLeipzig n'était que le coup d'envoi: Poutine ordonne une campagne de sabotage contre les pays de l'OTAN · Original auf Französisch
- Der Tagesspiegel"Leipzig wird nicht der letzte Anschlag gewesen sein": Putin hat offenbar eine neue Sabotage-Welle gegen die Nato befohlen
- Vladimir Putin
- Russischer Präsident, soll laut dem „Wall Street Journal“ die verstärkte Sabotagekampagne angeordnet haben
- Friedrich Merz
- Bundeskanzler, dessen Berater dem „Wall Street Journal“ die Reaktion Berlins schilderten
- Alexander Dobrindt
- Bundesinnenminister, der Anfang September Russland als verantwortlich für den Angriff benannte
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