
Trump ernennt Wohnungsbau-Chef Bill Pulte zum geschäftsführenden Direktor des nationalen Geheimdienstes
Präsident Trump hat Bill Pulte, den Chef der Bundesbehörde für Wohnungswesen und einen lautstarken Loyalisten, am Dienstag zum geschäftsführenden Direktor des nationalen Geheimdienstes ernannt und ersetzt damit Tulsi Gabbard.
Präsident Donald Trump hat Bill Pulte, den Direktor der Federal Housing Finance Agency (FHFA), am Dienstag zum geschäftsführenden Direktor des nationalen Geheimdienstes ernannt. Damit wird ein enger Verbündeter ohne bekannten Geheimdiensthintergrund mit der Leitung der US-Geheimdienste betraut. Die Ankündigung erfolgte auf Trumps Plattform Truth Social.
Pulte ersetzt Tulsi Gabbard, die letzten Monat ihren Rücktritt angekündigt hatte, um sich um ihren an Krebs erkrankten Ehemann zu kümmern. Laut einem Bericht wird Gabbards Rücktritt Ende Juni wirksam. Pulte wird neben der Geheimdienstrolle weiterhin die FHFA leiten und als Vorsitzender der Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac fungieren.
Ein Loyalist mit kämpferischer Bilanz
Der 38-jährige Pulte zählt zu den aggressivsten Verfechtern einer Strafverfolgung von Demokraten und anderen, die aus Trumps Sicht gegen ihn gehandelt haben. Im Laufe des Jahres 2025 nutzte er die sozialen Medien, um angebliche Feinde Trumps des Hypothekenbetrugs zu beschuldigen, während er die FHFA leitete. Seine Taktiken verärgerten und frustrierten Beamte im Weißen Haus sowie Staatsanwälte und Führungskräfte im Justizministerium.
Im März erstattete Pulte zwei Strafanzeigen gegen die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James wegen angeblichen Versicherungsbetrugs. Ab April 2025 beschuldigte er zudem den kalifornischen Senator Adam Schiff und die US-Notenbankchefin Lisa Cook des Hypothekenbetrugs. Die Vorwürfe gegen Cook führten zu Forderungen nach ihrer Abberufung und einer Bundesklage. Sein kämpferischer Stil brachte ihm in einigen lokalen Medien den Spitznamen „perro de presa“ (Kampfhund) des Präsidenten ein.
William verfügt über umfassende Erfahrung im Umgang mit den sensibelsten Angelegenheiten Amerikas, der Sicherheit und Solidität der Märkte und über 10 Billionen Dollar bei Fannie Mae/Freddie Mac, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Stand vor 12 Monaten.
Institutionelle Implikationen
Der Direktor des nationalen Geheimdienstes ist ein Kabinettsposten, der nach den Terroranschlägen vom 11. September geschaffen wurde und für die Koordinierung der Arbeit der CIA und einer Reihe anderer Behörden zuständig ist. Die Rolle erfordert normalerweise eine Bestätigung durch den Senat für eine dauerhafte Ernennung. Indem Trump Pulte in einer geschäftsführenden Funktion ernennt, umgeht er vorerst dieses Gesetzgebungsverfahren. Es war zunächst nicht klar, ob Pulte Trumps dauerhafte Wahl für die Leitung der Geheimdienste sein wird.
Pulte wurde im März 2025 mit 56 zu 43 Stimmen vom Senat als Chef der FHFA bestätigt, ein Ergebnis, das neben der Unterstützung der Republikaner auch die Zustimmung von drei demokratischen Senatoren zeigte: Angela Alsobrooks aus Maryland, Ruben Gallego aus Arizona und Elissa Slotkin aus Michigan.
Mehr Spielraum
Die Ausübung der Rolle in einer geschäftsführenden Funktion – anstatt sich in einer Anhörung zur Bestätigung den republikanischen Senatoren stellen zu müssen – könnte Pulte mehr Spielraum geben, sich auf Prioritäten des Präsidenten zu konzentrieren, darunter die Suche nach Beweisen dafür, dass Trumps Wahlniederlage von 2020 auf Betrug zurückzuführen ist. Gabbard verfolgte diese Untersuchungslinie bereits. Trumps Berater haben zuvor gesagt, dass er den Direktor des nationalen Geheimdienstes nie als wichtige Rolle angesehen habe, und in seiner ersten Amtszeit glaubte er, dass die Mitarbeiter dieses Büros Informationen über ihn durchsickern ließen.


