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Regierung·vorgestern

Richter Pedraz wirft PSOE vor, über 170.000 Euro an ein von Leire Díez geführtes Netzwerk zur Sabotage von Ermittlungen gezahlt zu haben

Der Richter am spanischen Nationalgericht Santiago Pedraz hat einen Beschluss erlassen, in dem er der regierenden Sozialistischen Partei (PSOE) vorwirft, ein verdecktes Netzwerk unter der Führung der ehemaligen Parteimitgliederin Leire Díez finanziert zu haben, um systematisch Ermittlungen zu destabilisieren, die die Partei und die Regierung betreffen.

Die mutmaßliche Verschwörung

Richter Santiago Pedraz von der spanischen Audiencia Nacional hat einen detaillierten Beschluss erlassen, in dem er der PSOE vorwirft, unter der Koordination ihres früheren Organisationssekretärs Santos Cerdán über 170.000 Euro an ein von Leire Díez geführtes Netzwerk gezahlt zu haben. Der Zweck des Netzwerks war es, systematisch Gerichtsverfahren zu destabilisieren, die die Partei oder die Regierung von Pedro Sánchez betreffen könnten. Der Richter schreibt Cerdán eine „übergeordnete Rolle“ zu, der angeblich ab April 2024 zugestimmt habe, Díez aus Parteikassen monatlich 4.000 Euro zu zahlen.

Die von Santos Cerdán angeführte und von Leire Díez koordinierte Personengruppe begann mit der Entwicklung von Aktionen, deren Ziel die Destabilisierung von Gerichtsverfahren war, die die PSOE oder die Regierung betrafen.

Finanzielle Spur und Schlüsselfiguren

Der Beschluss listet Zahlungen in Höhe von insgesamt über 178.000 Euro auf, darunter 27.000 Euro an Leire Díez, 20.000 Euro an die verstorbene Journalistin Patricia López und 125.000 Euro an den Anwalt Jacobo Teijelo, der Cerdán derzeit im separaten Koldo-Fall verteidigt. Der Richter behauptet, dass die derzeitige Geschäftsführerin der PSOE, Ana María Fuentes, fingierte Rechnungen ausgestellt habe, um den Geldtransfer zu ermöglichen. Die Beratungsfirma des ehemaligen andalusischen Beamten Gaspar Zarrías wurde zunächst genutzt, um die monatlichen Zahlungen an Díez zu kanalisieren.

Mutmaßliche Zahlungen des PSOE-Netzwerks (EUR) · EUR
Jacobo Teijelo (Anwalt)
125000 EUR
Leire Díez (direkt)
27000 EUR
Ismael Oliver (Anwalt)
27225 EUR
Patricia López (Journalistin)
20000 EUR

Versuch, Zeugenaussagen zu erkaufen

Die Ermittlungen enthüllen zudem einen mutmaßlichen Versuch, die Geschäftsfrau Carmen Pano mit 50.000 Euro zu bestechen. Pano hatte zuvor ausgesagt, dass sie 90.000 Euro in bar an die PSOE-Zentrale in der Ferraz-Straße übergeben habe. Laut abgehörten Gesprächen kontaktierte der Anwalt Ismael Oliver Leire Díez, um mit Pano zu „verhandeln“, damit sie ihre gerichtliche Aussage abändere oder konditioniere.

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Abgehörtes Gespräch

Breitere Kampagne gegen Institutionen

Der richterliche Beschluss besagt, dass der Plan beinhaltete, Angehörigen der Guardia Civil, Ermittlern und Staatsanwälten Zahlungen oder Gefälligkeiten anzubieten, im Austausch für Informationen oder Handlungen, die gegen ihre Pflichten verstoßen. Das Netzwerk habe sich angeblich auf Ermittlungen wie den Fall Begoña Gómez – der die Frau von Premierminister Sánchez betrifft – und den Fall, der seinen Bruder betrifft, konzentriert. Die Operation habe auch darauf abgezielt, die Staatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung und die Zentrale Operative Einheit (UCO) der Guardia Civil zu untergraben.

Justizielle und politische Folgen

Die Audiencia Nacional ermittelt wegen neun Straftaten, darunter kriminelle Vereinigung, Bestechung, Geheimnisverrat, Anstiftung zur Falschaussage, falsche Verdächtigung, Fälschung von Handelsdokumenten, Rechtsbeugung, Einflussnahme und Straftaten gegen staatliche Institutionen. Der Richter hat die Beschlagnahme aller Unterlagen im Zusammenhang mit der Werbekampagne der PSOE für die katalanischen Wahlen 2024 angeordnet, da er vermutet, dass sie als Fassade zur Kanalisierung von Zahlungen gedient haben könnte. Der Fall läuft parallel zu einer separaten Untersuchung des Madrider Richters Arturo Zamarriego, der ähnliche Fakten prüft.

Madrid

8 Quellen

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