
PSG sichert sich historisches Champions-League-Double – Elfmeterkrimi in Budapest gegen Arsenal
Paris Saint-Germain besiegte Arsenal nach einem 1:1-Unentschieden mit 4:3 im Elfmeterschießen in Budapest und sicherte sich den zweiten Champions-League-Titel in Folge – eine Leistung, die in der modernen Ära nur Real Madrid gelungen war.
Paris Saint-Germain hat sich am Samstag, den 30. Mai, mit einem 4:3-Elfmetersieg nach einem 1:1-Unentschieden in der Puskás Aréna in Budapest, Ungarn, den zweiten UEFA-Champions-League-Titel in Folge gesichert und sich damit noch tiefer in die Fußballgeschichte eingeschrieben. Der Sieg macht PSG zum erst zweiten Klub der modernen Champions-League-Ära seit 1992, dem ein Double gelang – zuvor hatte nur Real Madrid zwischen 2016 und 2018 dieses Kunststück vollbracht.
Ein Albtraumstart und eine geduldige Reaktion
Das Spiel begann für die Pariser desaströs. Arsenal ging bereits in der 6. Minute in Führung, als Kai Havertz von einer günstigen Abpraller profitierte, aufs Tor zulief und Torwart Matvey Safonow mit einem wuchtigen Schuss ins kurze Eck überwand. Die Gunners setzten ihren Defensivplan daraufhin nahezu perfekt um, verschanzten sich in einem engen Mittelfeldblock und forderten PSG heraus, sie zu knacken. Die Disziplin der Londoner war so hoch, dass sie in der ersten Halbzeit nur 69 Pässe spielten und freiwillig den Ballbesitz abgaben. PSG dominierte das Spiel mit historischen 75,4 % Ballbesitz – dem höchsten Wert, der jemals in einem Champions-League-Finale seit Beginn der Erfassung durch Opta in der Saison 2003/04 verzeichnet wurde –, tat sich aber gegen die resoluten Abwehrreihen Arsenals schwer, klare Chancen zu kreieren.
Das Spiel begann sehr gut für sie. Danach wussten sie, wie man gut verteidigt. Es war sehr schwierig. Wir sind es gewohnt, so anzugreifen, mit vielen Spielern hinter dem Ball, aber sie sind körperlich sehr stark, wirklich zäh.
Der Wendepunkt und das Elfmeterdrama
Der Durchbruch gelang in der 65. Minute. Khvicha Kvaratskhelia, der von Bukayo Saka und Crithian Mosquera eng gedeckt worden war, drang in den Strafraum ein und wurde vom spanischen Verteidiger gefoult, was einen Elfmeter zur Folge hatte. Ousmane Dembélé trat an und schickte Torwart David Raya in die falsche Ecke, um auszugleichen. Kvaratskhelia traf in der 77. Minute mit einem scharfen Schuss ins kurze Eck noch den Pfosten, und Gonçalo Ramos wurde in der Verlängerung durch eine starke Parade Raya ein Siegtreffer verwehrt. Nach 120 torlosen Minuten in der Verlängerung ging das Finale ins Elfmeterschießen. Arsenals letzter Schütze Gabriel schoss seinen Elfmeter über die Latte, besiegelte damit einen 4:3-Erfolg für PSG und löste wilde Jubelszenen aus.
Es ist nicht einmal der Sieg, der mich glücklich macht, sondern mit solchen Teamkollegen, diesem Trainerteam und dieser Führung zu spielen. Hierherzukommen war die beste Entscheidung meines Lebens.
Ein kollektiver Triumph
PSGs Sieg war ein Beweis für die Kadertiefe und den kollektiven Geist. Schlüsselspieler wie Kvaratskhelia, Dembélé und Vitinha – der zum Spieler des Spiels gewählt wurde – wurden aufgrund von Erschöpfung ausgewechselt, und Kapitän Marquinhos gab die Kapitänsbinde zur Halbzeit der Verlängerung ab. Die Ersatzspieler Gonçalo Ramos und Beraldo agierten nicht nur solide, sondern verwandelten auch souverän ihre Elfmeter im Shootout, wobei der Brasilianer den entscheidenden fünften Schuss erzielte. Trainer Luis Enrique, der den Klub im vergangenen Jahr zu einem 5:0-Finalsieg gegen Inter Mailand geführt hatte, bezeichnete diesen zweiten Titel als „noch stärker“ als den ersten.
Der erste war etwas ganz Besonderes, aber der zweite, das Double, ist etwas ganz, ganz Besonderes. Wir haben jahrelang gearbeitet, um diese Trophäe zu gewinnen. Wir haben gewonnen, aber wir wollen es noch einmal versuchen!
Feierlichkeiten in ganz Paris
Die Nachricht vom Sieg hallte sofort durch die französische Hauptstadt wider. Der Eiffelturm wurde in den blauen und roten Farben von PSG beleuchtet. In einem bemerkenswerten Crossover-Moment brach die Menge auf dem Court Philippe-Chatrier von Roland Garros, wo Félix Auger-Aliassime in der dritten Runde der French Open gegen Brandon Nakashima spielte, im Moment des verfehlten Elfmeters von Gabriel in Jubel aus. „Ici c‘est Paris“-Sprechchöre hallten durch die Tennisränge und erzwangen eine kurze Spielunterbrechung. Der französische Präsident Emmanuel Macron würdigte die Leistung in den sozialen Medien und schrieb: „Ein neuer Stern strahlt über Paris! Bravo an PSG, das ganz Europa träumen lässt. Frankreich ist stolz.“ Paris‘ Bürgermeister Emmanuel Grégoire fügte hinzu: „Paris ist erneut die Hauptstadt des europäischen Fußballs.“ Vereinspräsident Nasser al-Khelaïfi bestätigte, dass am Sonntag eine öffentliche Feier auf dem Champ-de-Mars stattfinden würde, die gegen 14 oder 15 Uhr beginnen soll.
- 6. Minute: Kai Havertz erzielt nach einem Konter das 1:0 für Arsenal.
- 65. Minute: Khvicha Kvaratskhelia wird im Strafraum gefoult; Ousmane Dembélé verwandelt den Elfmeter zum 1:1-Ausgleich.
- 77. Minute: Kvaratskhelia trifft mit einem wuchtigen Schuss ins kurze Eck nur den Pfosten.
- 107. Minute: Gonçalo Ramos wird durch eine starke Parade von David Raya ein Siegtreffer verwehrt.
- Elfmeterschießen: Arsenals Gabriel vergibt den entscheidenden Elfmeter; PSG gewinnt 4:3.


