
Hunderte Festnahmen in Paris nach Gewalt bei PSG-Feiern zum Champions-League-Sieg
Die Feierlichkeiten zum zweiten Champions-League-Titel von Paris Saint-Germain in Folge sind in der Nacht zum Sonntag eskaliert. Die Polizei nahm landesweit Hunderte Menschen fest, nachdem Randalierer Brände legten, Geschäfte verwüsteten und mit Beamten zusammenstießen.
Sieg von Gewalt überschattet
Paris Saint-Germain besiegte Arsenal in einem dramatischen Finale in Budapest im Elfmeterschießen und sicherte sich den zweiten Champions-League-Titel in Folge. Während Zehntausende Fans friedlich feierten, wurde die Nacht in Paris und anderen französischen Städten von schweren Ausschreitungen überschattet. Die Polizei berichtete, dass kleinere Gruppen an verschiedenen Orten für Unruhe sorgten, Geschäfte verwüsteten, Feuer legten und Gegenstände auf Beamte warfen.
Ausmaß der Ausschreitungen
Rund 20.000 Menschen versammelten sich auf den Champs-Élysées, wo die Polizei die Menge unter Kontrolle zu halten versuchte. In der Nähe des Prinzenparkstadions, wo 48.000 Ticketinhaber das Spiel auf Großleinwänden verfolgten, versuchten etwa 150 Fans ohne Tickets, gewaltsam einzudringen, legten Feuer und errichteten Barrikaden aus Fahrrädern. Randalierer blockierten kurzzeitig die Hauptringstraße um das Pariser Zentrum, was zu Verkehrsbehinderungen führte. Die Unruhen veranlassten die Behörden, den Busverkehr in der Region Paris einzustellen, da die Menschenmengen sicheres Reisen unmöglich machten.
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Festnahmen und Verletzte
Die Festnahme-Zahlen variierten je nach Quelle, während sich die Lage entwickelte. Um 22 Uhr meldete die Pariser Polizei 45 Personen in Gewahrsam. Die französische Zeitung Le Monde berichtete später von mindestens 235 Festnahmen in der Hauptstadt, während die landesweite Gesamtzahl um Mitternacht bei 326 lag. Mindestens zwei Polizisten wurden bei den Zusammenstößen verletzt. Die Polizei beschlagnahmte zudem rund 100 Feuerwerkskörper und setzte an mehreren Stellen Tränengas ein, um Randalierer zu zerstreuen.
Gezielte Angriffe
Zu den beschädigten Gebäuden gehörten eine Bäckerei und ein Restaurant im 16. Arrondissement. Ein Kiosk nahe den Champs-Élysées wurde in Brand gesteckt, mindestens sechs Fahrzeuge wurden beschädigt. Laut AFP wurde auf dem Trocadéro-Platz, der auf den Eiffelturm blickt, ein Auto angezündet. Gruppen versuchten auch, eine Polizeiwache im gehobenen 8. Arrondissement zu stürmen, bevor sie von Beamten vertrieben wurden.
Massiver Polizeieinsatz
Die französischen Behörden hatten landesweit 22.000 Polizisten mobilisiert, um die Ordnung aufrechtzuerhalten, davon 8.000 allein in Paris. In der Hauptstadt fanden am Samstag auch andere Großveranstaltungen statt, darunter die French Open in Roland Garros und ein Konzert der Sängerin Aya Nakamura. Der Sicherheitseinsatz ähnelte dem des Vorjahres, als nach PSGs erstem Champions-League-Titel landesweit mehr als 500 Festnahmen erfolgten.
Bevorstehende Feierlichkeiten
Trotz der nächtlichen Gewalt bleibt der Plan für eine Siegesparade am Sonntag bestehen. Rund 100.000 Fans werden erwartet, um die Spieler willkommen zu heißen. Präsident Macron empfängt das PSG-Team im Élysée-Palast; eine Stellungnahme des Präsidialamts würdigt den Erfolg als Beleg für „die Exzellenz des französischen Fußballs“ wenige Tage vor der Weltmeisterschaft.
- PSG gewinnt Champions-League-Finale gegen Arsenal im Elfmeterschießen in Budapest
- 20.000 Fans versammeln sich auf den Champs-Élysées; 150 Anhänger versuchen, gewaltsam ins Prinzenparkstadion einzudringen
- 45 Personen in Paris festgenommen; Randalierer blockieren Ringstraße; Busverkehr eingestellt
- Le Monde berichtet von 235 Festnahmen in Paris; landesweit steigt die Zahl auf 326


