
Rumäniens PSD fordert PNL zur Suspendierung des Bukarester Bürgermeisters Ciprian Ciucu nach Bestechungsvorwürfen auf und droht mit Protestaufruf
Rumäniens Sozialdemokratische Partei (PSD) hat die Nationalliberale Partei (PNL) aufgefordert, dem Bukarester Generalbürgermeister Ciprian Ciucu sofort die politische Unterstützung zu entziehen, nachdem er wegen Bestechungsvorwürfen unter richterliche Aufsicht gestellt wurde, und drohte damit, öffentliche Proteste zu mobilisieren, falls er nicht zurücktritt.
Das PSD-Ultimatum
Rumäniens Sozialdemokratische Partei (PSD) veröffentlichte am Donnerstag, den 18. Juni 2026, eine scharfe Erklärung, in der sie von der Nationalliberalen Partei (PNL) forderte, Ciprian Ciucu sofort von allen Parteifunktionen zu suspendieren und ihm die politische Unterstützung für sein Amt als Generalbürgermeister von Bukarest zu entziehen. Ciucu, der auch erster Vizepräsident der PNL ist, wurde von der Nationalen Antikorruptionsdirektion (DNA) unter richterliche Aufsicht gestellt, da er beschuldigt wird, Bestechungsgelder angenommen zu haben.
Die PSD stellte ihre Forderung als Test für die Konsequenz der PNL in Bezug auf Integritätsstandards dar. Die Partei verwies auf Jahre des eigenen Eintretens der PNL für Gerechtigkeit und Antikorruption und argumentierte, dass die Liberalen nun dieselben Prinzipien auf eine ihrer eigenen Führungsfiguren anwenden müssten.
Die PSD fordert die PNL-Führung auf, im Fall des liberalen ersten Vizepräsidenten Ciprian Ciucu dieselben Integritätsgrundsätze anzuwenden, die sie im Laufe der Zeit von anderen Parteien verlangt hat, deren Vertreter der Korruption beschuldigt wurden.
Die Vier-Punkte-Forderung
In ihrer Pressemitteilung listete die PSD vier konkrete Maßnahmen auf, die sie von der PNL und Ciucu erwartet. Erstens müsse die Partei darauf verzichten, die Entscheidungen der Richter zu kommentieren, selbst wenn sie sie für unberechtigt halte, da jeder derartige Kommentar politischen Druck auf die Justiz ausüben würde.
Zweitens solle Ciucu sich nicht auf die in der rumänischen Verfassung garantierte Unschuldsvermutung berufen. Die PSD argumentierte, diese Vermutung könne nicht rechtfertigen, dass jemand, der der Korruption beschuldigt wird, ein öffentliches Amt behalte. Drittens forderte die Partei eine Umkehr der Beweislast und verlangte, dass Ciucu bezüglich der Bestechungsvorwürfe seine eigene Unschuld nachweise.
Viertens und am deutlichsten erklärte die PSD, dass die PNL, falls Ciucu sich weigere, als Generalbürgermeister zurückzutreten, die Einwohner Bukarests zu Protesten aufrufen müsse, die den Rücktritt des Bürgermeisters fordern.
Rückzug zum Schutz der Institutionen
Die PSD wandte sich auch direkt an Ciucu und forderte ihn auf, denselben Maßstab an sich selbst anzulegen, den er zuvor von anderen in ähnlichen Situationen verlangt hatte. Die Partei erklärte, der Bürgermeister solle sich aus dem öffentlichen Amt zurückziehen, damit die Korruptionsvorwürfe nicht das Bild der Institution schädigten, die er vertrete.
Der Bürgermeister muss sich aus dem öffentlichen Amt zurückziehen, damit die Korruptionshandlungen, deren er beschuldigt wird, nicht das Bild der Institution beeinträchtigen, die er vertritt.
Die PSD fügte hinzu, dass Ciucu, falls er durch ein endgültiges und unanfechtbares Gerichtsurteil freigesprochen werde, zu diesem Zeitpunkt in die Politik zurückkehren könne.
Appell an die Zivilgesellschaft
Über die PNL-Führung hinaus richtete die PSD ihren Appell auch an Nichtregierungsorganisationen, die sich aktiv gegen Korruption eingesetzt haben. Die Partei forderte diese NGOs auf, mit derselben Energie zu handeln und Bürgermeister Ciucu öffentlich zu verurteilen – noch vor einem endgültigen Gerichtsurteil.
Die PSD bezeichnete solche Maßnahmen als notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Verwaltung und die politische Klasse insgesamt zu erhalten. Die Partei argumentierte, dass politische Formationen in solchen Situationen konsequent handeln und bei der Anwendung von Integritätsgrundsätzen keine Doppelmoral an den Tag legen dürften.


