
Rumäniens PSD erwägt Opposition gegen den designierten Ministerpräsidenten Siegfried Mureșan vor der Führungsabstimmung
Die Sozialdemokratische Partei wird am Montag ihre Führung einberufen, um zu entscheiden, ob sie den designierten Ministerpräsidenten Siegfried Mureșan ablehnen soll, nachdem eine informelle Parteiumfrage großen Widerstand gegen das vorgeschlagene Kabinett gezeigt hat.
Nominierung und Koalitionsarithmetik
Präsident Nicușor Dan hat Siegfried Mureșan am Donnerstag, dem 17. September 2026, nach Konsultationen mit den Parlamentsparteien zum Ministerpräsidenten designiert. Dan erklärte, dass Mureșan beim Konsultationsprozess die meisten Stimmen erhalten habe, merkte jedoch an, dass eine parlamentarische Mehrheit noch nicht zustande gekommen sei. Der designierte Ministerpräsident wird von einer Koalition aus Nationalliberaler Partei (PNL), Rettungsunion Rumäniens (USR) und dem Demokratischen Bund der Ungarn in Rumänien (UDMR) unterstützt. Mureșan gab am Freitagabend bekannt, dass er derzeit über 169 Parlamentsstimmen dieser drei Parteien verfüge. Er kündigte an, dass seine unmittelbare Agenda Gespräche mit der Parlamentsgruppe der nationalen Minderheiten vorsehe, bevor er Verhandlungen mit der Sozialdemokratischen Partei (PSD) aufnehme.
- Präsident Nicușor Dan nominiert Siegfried Mureșan zum Ministerpräsidenten
- Der designierte Ministerpräsident Mureșan bestätigt 169 Koalitionsstimmen
- PSD-Generalsekretär Claudiu Manda startet Facebook-Konsultationsumfrage
- Das Nationale Ständige Büro der PSD tritt um 11:00 Uhr zusammen, um die Abstimmungshaltung zu beschließen
Informelle Konsultation innerhalb der PSD
Am Samstag, dem 19. September 2026, veröffentlichte der PSD-Generalsekretär und EU-Abgeordnete Claudiu Manda auf seiner Facebook-Seite eine Online-Umfrage, um die Stimmung bezüglich der neuen Exekutive zu erfassen. Manda fragte seine Follower direkt, ob die Sozialdemokratische Partei im Parlament für die Unterstützung der von Mureșan geführten Regierung stimmen solle. Erste Auszählungen innerhalb von zwei Stunden nach Veröffentlichung zeigten, dass 98 % der Befragten die Bestätigung ablehnten (377 Stimmen) und nur 2 % sie befürworteten (5 Stimmen), wobei erste Agenturberichte eine Ablehnung von bis zu 99 % verzeichneten. Nach etwa fünf Stunden stabilisierte sich die Umfrage bei 88 % der Befragten, die eine Unterstützung des Kabinetts Mureșan ablehnten, und 12 % dafür. Die Online-Konsultation diente als vorbereitendes Stimmungsbild vor den formellen Führungsberatungen der Partei.
- Gegen die Zustimmung zur Regierung Mureșan
- 88 %
- Für die Zustimmung zur Regierung Mureșan
- 12 %
Führungsreaktionen und Positionierung der Partei
Der PSD-Vorsitzende Sorin Grindeanu äußerte sich unmittelbar nach der Bekanntgabe der Nominierung am Donnerstagabend skeptisch über das vorgeschlagene Kabinett. Grindeanu bemerkte, dass PNL und USR bereits zu vertrauten Gewohnheiten bei der Verteilung von Ämtern und Macht zurückkehrten, anstatt sich auf die Politik zu konzentrieren. Er kommentierte auch, dass Mureșan sich Zeit zum Überlegen nehme, und stellte infrage, ob das kommende Programm mehr als nur politische Sommerparolen biete. In einem Interview mit Antena 3 am Freitagabend erklärte Grindeanu, dass das Feedback von Parteikollegen auf eine starke Zurückhaltung gegenüber einer Unterstützung des Kandidaten hindeute.
Es müsste äußerst solide Argumente geben, und zwar nicht für die PSD, sondern für die Rumänen, damit wir für diese Regierung stimmen.
Abstimmungsrisiken und geplante Führungssitzung
Mureșan äußerte sich am Freitagabend in einem Interview auf Digi24 zur Haltung der Sozialdemokraten und bezeichnete die bevorstehende Investiturabfrage als einen Moment der Wahrheit für die Partei. Er erklärte, er sei offen dafür, sein Programm vorzustellen und offene Gespräche mit Vertretern der PSD zu führen.
Die PSD wird sich entscheiden müssen, ob sie eine pro-europäische Regierung unterstützt oder ihre Partnerschaft mit der AUR festigt. Ich werde offen und bereit sein, ihnen unsere Vision für Rumänien vorzustellen.
Die Führung der Sozialdemokratischen Partei wird am Montag, dem 21. September 2026, um 11:00 Uhr zu einer Sitzung des Nationalen Ständigen Büros zusammentreten. Die Parteiführung wird den Regierungsentwurf und die vom designierten Kabinett vorgelegten Maßnahmen prüfen, bevor sie ihre Abstimmungsempfehlungen für die Abgeordneten formalisiert.


