Nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt brechen Proteste in Berlin und Frankfurt aus
Demonstranten versammelten sich in Berlin, Frankfurt und Mainz, um nach dem Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein Verbotsverfahren gegen die Partei zu fordern.
In deutschen Städten brechen Demonstrationen aus
Protestierende versammelten sich am Sonntagabend in mehreren deutschen Städten, nachdem Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vorlagen. In Frankfurt am Main versammelten sich rund 2.500 Menschen im Stadtzentrum, um gegen die Alternative für Deutschland (AfD) zu protestieren und rechtliche Schritte gegen die Partei zu fordern. In Berlin formierten sich mehrere hundert Teilnehmer zu einem Protestmarsch durch das Regierungsviertel des Bundes. Mit Bannern, die ein Verbot der AfD forderten, zogen die Demonstranten direkt zur Landesvertretung von Sachsen-Anhalt. Die Berliner Polizei berichtete, dass der Marsch den gesamten Abend über friedlich verlief, die Teilnehmerzahl lag im unteren dreistelligen Bereich. Parallel dazu versammelten sich Menschen auch am Brandenburger Tor, während zeitgleich in Mainz weitere Anti-AfD-Demonstrationen stattfanden.
Forderungen nach einem formalen Parteiverbotsverfahren
Die Demonstrationen in Frankfurt, Berlin und Mainz konzentrierten sich vor allem auf die Forderung an die Behörden, ein Verbotsverfahren nach dem Grundgesetz gegen die AfD einzuleiten. Organisatoren und Teilnehmer argumentierten, dass parlamentarische Debatten und traditionelle Wahlkampfstrategien den steigenden Stimmenanteil der Partei nicht eingedämmt hätten. In mehreren Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, wird die Partei von den Verfassungsschutzbehörden als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Gewerkschaftsführer in Frankfurt schlossen sich zivilgesellschaftlichen Gruppen an und argumentierten, dass nun die rechtlichen Mechanismen nach dem Grundgesetz geprüft werden müssten. Der Frankfurter DGB-Kreisvorsitzende Philipp Jacks erläuterte die Gründe für die Forderung nach einer rechtlichen Prüfung.
Der Ansatz, rechtsextreme Kräfte allein durch politische Arbeit zu schwächen, ist gescheitert. In mehreren Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, ist die AfD bereits offiziell als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Wahlergebnisse und Reaktionen der Parteien
Die Demonstrationen folgten unmittelbar nach der Veröffentlichung erster Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntagabend. Die AfD ging als mit Abstand stärkste Kraft im Landesparlament hervor und erzielte einen deutlichen Sieg. Die Christlich Demokratische Union (CDU) erlitt erhebliche Stimmenverluste und landete mit großem Abstand hinter der AfD auf dem zweiten Platz. Hinter den beiden führenden Parteien folgten Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) auf den weiteren Plätzen. Während der Parallelveranstaltung in Berlin brachte der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach seinen Wahlkampfbus unter dem Motto „Krach gegen Nazis“ zum Brandenburger Tor und wandte sich an die versammelte Menge.
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- Geplante NoAfD-Kundgebung am Brandenburger Tor mit 5.000 erwarteten Teilnehmern
Anstehende Demonstrationen und Spannungen im Wahlkampf
Die Behörden in Berlin bereiten sich auf größere Demonstrationen vor, die für Montagabend vor dem Brandenburger Tor angemeldet sind. Die angemeldete Kundgebung mit dem Titel „NoAfD-Protest“ soll um 18:00 Uhr beginnen; Polizeibeamte rechnen mit 5.000 Teilnehmern. Die Zusammenkünfte am Sonntag folgen auf frühere Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit AfD-Wahlkampfveranstaltungen in der Hauptstadt in dieser Woche. Am Mittwoch hatten AfD-Politiker einen Wahlkampfrundgang durch den Berliner Bezirk Neukölln zusammen mit zu Besuch weilenden Abgeordneten der österreichischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) durchgeführt. Der gemeinsame Spaziergang entlang der Sonnenallee und der Hermannstraße löste sofortige Gegendemonstrationen von mehreren Dutzend Anwohnern und Aktivisten aus. Die Polizei setzte eine 100-köpfige Einheit im Viertel ein, um die verfeindeten Gruppen physisch zu trennen, nachdem Gegendemonstranten die Abordnung mit Sprechchören konfrontiert hatten.


