Madrider PP steht hinter Bürgermeister von Móstoles nach formeller Anklage wegen sexueller Belästigung und Mobbing
Ein Richter in Móstoles hat Manuel Bautista für den 9. Oktober als Beschuldigten vorgeladen, wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung und Mobbing einer ehemaligen PP-Ratsfrau; die Madrider Parteiführung antwortete auf die Frage, ob sie ihn weiterhin unterstütze, mit „absolut“ und „selbstverständlich“.
Der Fall gegen Manuel Bautista, den Bürgermeister der Volkspartei von Móstoles (215.000 Einwohner), trat in eine formelle Ermittlungsphase ein, nachdem der Ermittlungsrichter seine Rechtsmittel gegen die Anklage abgewiesen hatte. Der Richter des Amtsgerichts Nr. 2 für Gewalt gegen Frauen in Móstoles hat den 9. Oktober für Bautistas Vernehmung angesetzt, gefolgt von Zeugenanhörungen am 23. Oktober und 6. November.
- Ehemalige Ratsfrau reicht Strafanzeige gegen Bürgermeister Manuel Bautista ein
- PP-Ratsherr Raúl Gallego legt aus Solidarität mit der Anzeigeerstatterin sein Mandat nieder
- Anzeigeerstatterin bestätigt die Anzeige vor dem Ermittlungsrichter
- Richter weist Rechtsmittel der Verteidigung ab und ordnet Fortsetzung der Ermittlungen an
- Formelle Anklage (imputación) wird bekannt; Madrider PP-Führung bekräftigt öffentlich ihre Unterstützung
- Bürgermeister zur Aussage als Beschuldigter vorgeladen
- Erste Zeugen, darunter Ex-Ratsherr Gallego und der frühere Kommunikationschef David Zamorano, werden vernommen
- Weitere Zeugenbefragungen
Die Vorwürfe
Die ehemalige Ratsfrau, die auf Platz zwei der PP-Kommunalliste stand, reichte am 16. Februar eine Strafanzeige bei Gericht ein. Sie behauptet, dass Bautista, nachdem sie drei explizite sexuelle Angebote von ihm abgelehnt hatte, eine Kampagne startete, die falsche Gerüchte über eine intime Beziehung verbreitete, sie isolierte und sie daran hinderte, ihre Ratsaufgaben zu erfüllen, bis sie sich zum Rücktritt gezwungen sah. „Tras mi negativa a mantener relaciones sexuales comenzaron el aislamiento y la discriminación“, heißt es in der Anzeige. Die Vorwürfe umfassen sexuelle Belästigung und Mobbing, Nötigung, Verletzung von Privatgeheimnissen und einen Angriff auf die sittliche Unversehrtheit.
Parteiführung schließt die Reihen
Auf einer Presseveranstaltung in Madrid am Montag wurde PP-Generalsekretär Alfonso Serrano fünfmal gefragt, ob die Partei weiterhin hinter Bautista stehe, und antwortete jedes Mal mit einem festen „por supuesto“ („selbstverständlich“). Zuvor, nachdem die Anzeige erstmals bekannt geworden war, hatte Serrano einem Reporter gesagt: „hay quien decide qué es acoso y qué no lo es“ („manche Leute entscheiden, was Belästigung ist und was nicht“) und auf Nachfrage konterte: „¿Y tú cómo ligas?“ („Und wie machst du Flirtversuche?“). Der PP-Sprecher im Madrider Regionalparlament, Carlos Díaz-Pache, fügte ein einziges „absolutamente“ („absolut“) hinzu. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, die an derselben Veranstaltung teilnahm, ging, ohne einen Kommentar abzugeben.
¿Debe dimitir el presidente del Gobierno? ¿Va a dimitir el hermano del presidente? ¿Va a dimitir la mujer del presidente?
Innerparteilicher Druck und ein aufgezeichnetes Treffen
Die Anzeigeerstatterin behauptet, dass hochrangige PP-Funktionäre, als sie sich an die Partei um Hilfe wandte, nicht nur ihre interne Beschwerde fallenließen, sondern sie aktiv davon abbrachten, den Rechtsweg zu beschreiten. Eine dem Gericht vorgelegte Audioaufnahme zeigt die stellvertretende Organisationssekretärin der Partei, Ana Millán, wie sie zu ihr sagt: „Ese amparo pasa porque te quites de la cabeza cualquier tipo de denuncia. Vamos a parar esto. Esto es un acoso de manual.“ Serrano traf sich ebenfalls mit der Frau und übte laut ihrem Bericht Druck aus, die Angelegenheit innerhalb der Partei zu behalten.
El Partido Popular está para ayudarte. Ese amparo pasa porque te quites de la cabeza cualquier tipo de denuncia.
Politische Reaktionen außerhalb der PP
Die Gesundheitsministerin und Vorsitzende von Más Madrid, Mónica García, warf der PP vor, ein „verheerendes“ Signal zu senden. „Te quedarás sola“ („Du wirst allein gelassen werden“), schrieb sie. Der Regierungsdelegierte des Zentralstaats in Madrid, Francisco Martín, forderte Bautistas Rücktritt und argumentierte, er hätte „vor Monaten, als der Fall ans Licht kam“, zurücktreten müssen, und die PP-Führung habe ihn „monatelang abgeschirmt, während sie grausam auf das Opfer zeigte“.
El mensaje que el PP manda a las mujeres que denuncian es devastador: te quedarás sola.
Die Verteidigung hat bereits Berufung beim Provinzgericht Madrid eingelegt und argumentiert, dass die Zulassung der Anzeige an ausreichenden Einzelheiten und Indizien mangele. Der gerichtliche Terminkalender erstreckt sich nun bis in den November, während Bautista mit der ausdrücklichen Unterstützung seiner regionalen Parteiführung im Amt bleibt.


