
PP fordert sofortige Rückführung aller nach Ceuta eingereisten Migranten und wirft der Regierung Untätigkeit vor
Nachdem am Donnerstag schätzungsweise 50.000 Migranten von Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingereist sind, fordert die oppositionelle PP deren sofortige Rückführung, auch von Minderjährigen, und wirft Premierminister Pedro Sánchez vor, im Voraus Bescheid gewusst und nichts unternommen zu haben.
Masseneinreise und offizielle Reaktion
Am Donnerstag, dem 30. Juli, reisten schätzungsweise 50.000 Migranten von Marokko in die spanische Exklave Ceuta ein, eine Stadt mit rund 90.000 Einwohnern. Die Regierung hat die spanischen Autonomen Gemeinschaften gebeten, unbegleitete Minderjährige aufzunehmen, da die Aufnahmeeinrichtungen in Ceuta überlastet sind. Die oppositionelle Partido Popular (PP) gibt an, die tatsächliche Zahl der Einreisenden sei höher, und ihr Generalsekretär Miguel Tellado verbrachte den Sonntag in Ceuta und betonte, die Stadt sei noch nicht zur Normalität zurückgekehrt.
PP wirft Regierung vor, im Voraus Bescheid gewusst zu haben
Tellado sagte, die Regierung habe Informationen über den bevorstehenden Zustrom gehabt, aber nicht gehandelt. Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas (PP) hatte die Behörden bereits am Montag, dem 27. Juli, alarmiert. Tellado nannte es schwer zu glauben, dass die Geheimdienste die Bewegung dessen, was er als eine menschliche Flut beschrieb, nicht erkannt hätten. Er forderte Erklärungen von Verteidigungsministerin Margarita Robles, warum sie kein sofortiges Armee-Einsatz angeordnet habe.
El Gobierno tenía la información y el Gobierno no actuó.
Forderung nach sofortiger Rückführung
Tellado bestand darauf, dass alle, die illegal eingereist sind, sofort nach Marokko zurückgeführt werden müssten, einschließlich Minderjähriger. Er lehnte das Gesuch der Regierung um regionale Hilfe ab und nannte es absurd, dass die Regierung das Problem verursacht habe und nun wolle, dass andere es lösen. Er sagte, das Ereignis sei keine Migrationskrise, sondern eine außen- und sicherheitspolitische Krise und ein Angriff auf die territoriale Integrität Spaniens.
Esto no ha sido una crisis migratoria, esto ha sido un ataque a la integridad territorial de España.
Aktuelle Lage in Ceuta
Tellado, der am Sonntag in Ceuta war, sagte, viele Migranten würden langsam abreisen, aber Tausende blieben in den Straßen versteckt. Er sagte, die Bewohner fühlten Angst und Sorge, weil sich die Situation jederzeit wiederholen könne. Er verspottete Premierminister Pedro Sánchez dafür, dass er mit seiner Spotify-Playlist nach La Mareta gefahren sei, während Ceuta ungeschützt bleibe.
Ceuta es una ciudad herida. Esto no puede ocurrir en la España del 2026. Es inadmisible e indignante.
Politischer Kontext
PP-Chef Alberto Núñez Feijóo besuchte ebenfalls Ceuta und traf sich mit Gewerkschaften der Guardia Civil und der Polizei. Tellado sagte, die PP würde bei Bedarf ohne Scham eine Regierung mit der rechtsextremen Vox-Partei bilden, unter Berufung auf eine gemeinsame Mitte-rechts-Ideologie und erfolgreiche regionale Koalitionen. Die Haltung der PP zur Ceuta-Krise dürfte die politische Debatte vor einer künftigen nationalen Wahl verschärfen.


