
Poste Italiane startet am 20. Juli Übernahmeangebot für TIM in Höhe von 10,8 Mrd. Euro nach CONSOB-Genehmigung
Die staatlich kontrollierte Postgesellschaft wird 1,67 Euro in bar und 0,218 neue Aktien pro TIM-Aktie anbieten, um einen kombinierten Finanz- und Telekommunikationsriesen mit einem Pro-forma-Umsatz von 26,9 Milliarden Euro aufzubauen.
CONSOB-Genehmigung
Die italienische Börsenaufsicht CONSOB hat am 15. Juli das Angebotsdokument für das freiwillige totalitäre öffentliche Umtausch- und Kaufangebot (OPAS) der Poste Italiane für Telecom Italia (TIM) genehmigt, formalisiert mit Beschluss Nr. 24080. Das grüne Licht räumt das letzte regulatorische Hindernis aus dem Weg, nachdem zuvor die Bank von Italien die indirekte Beteiligung an der TIMFin genehmigt hatte. Poste Italiane, bereits größter Aktionär von TIM mit einem Anteil von rund 27 %, nachdem sie in zwei Transaktionen im vergangenen Jahr 17 % von Vivendi erworben hatte, wird die Annahmefrist am 20. Juli um 8:30 Uhr MEZ in Abstimmung mit der Borsa Italiana eröffnen. Das Angebotsdokument wird bei der CONSOB eingereicht und auf der Website von Poste Italiane sowie über den globalen Informationsagenten Sodali & Co. verfügbar sein.
Angebotskonditionen
Die Gegenleistung besteht aus 1,67 Euro in bar und 0,218 neu ausgegebenen Stammaktien von Poste Italiane für jede eingereichte TIM-Aktie. Das Aktienverhältnis wurde an die am 15. Juni 2026 wirksam gewordene Aktienzusammenlegung von TIM angepasst, ohne den wirtschaftlichen Wert des Angebots zu verändern. Die Annahmefrist läuft über 40 Handelstage und endet am 11. September um 17:30 Uhr. Poste Italiane strebt mindestens 66 % des TIM-Kapitals an. Die Zahlung der Gegenleistung wird laut Il Giornale für den 18. September erwartet, während La Stampa von einem späteren Datum, dem 2. Oktober, berichtet. Eine Wiedereröffnung der Konditionen zwischen dem 21. und 25. September ist nach italienischen Übernahmeregeln möglich, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
- CONSOB genehmigt Angebotsunterlage (Resolution Nr. 24080)
- TIM-Vorstand tagt zur ersten Diskussion über die Fairness-Stellungnahme
- TIM-Fairness-Stellungnahme wird erwartet
- Angebotsfrist beginnt
- Angebotsfrist endet
- Zahlung der Gegenleistung (laut Il Giornale; La Stampa nennt den 2. Oktober)
Strategische Vision
Poste Italiane-CEO Matteo Del Fante beschrieb das zusammengeschlossene Unternehmen als „die größte vernetzte Infrastrukturplattform des Landes, einen Motor der Innovation und eine strategische Säule der nationalen Wirtschaft“. Die Fusion würde das Netz von über 12.000 Postämtern mit dem Ultrabreitbandnetz und den Rechenzentren von TIM vereinen und eine Omnichannel-Plattform schaffen, die Finanzdienstleistungen, digitale Zahlungen, Letzte-Meile-Logistik, Energie, Cloud und Konnektivität umfasst. Der Deal wird nicht als bloße Diversifizierung betrachtet, sondern als industrielle Konvergenz, die physische und Telekommunikationsnetze zu einem Rückgrat für öffentliche Verwaltung, Unternehmen und Bürger macht.
Die neue Gruppe wird die größte vernetzte Infrastrukturplattform des Landes sein, ein Motor der Innovation und eine strategische Säule der nationalen Wirtschaft.
Reaktion des TIM-Vorstands
Der Vorstand von TIM wird voraussichtlich am 17. Juli zu einer ersten Diskussion über die Fairness des Angebots zusammenkommen, mit einer formellen Stellungnahme voraussichtlich bis zum 18. Juli, kurz vor Beginn der Annahmefrist. Der ursprünglich für den 29. Juli geplante Industrieplan wird verschoben; Poste Italiane wird stattdessen nur die Finanzergebnisse des zweiten Quartals und des ersten Halbjahres 2026 am 24. Juli vorlegen. Die Bewertung des Vorstands, die nach dem italienischen Finanzgesetz erforderlich ist, wird ein wichtiges Signal für die Minderheitsaktionäre sein.
Finanzprognosen
Poste Italiane prognostiziert für die zusammengeschlossene Gruppe einen Pro-forma-Umsatz von 26,9 Milliarden Euro und ein EBITDA von 4,8 Milliarden Euro bei über 150.000 Beschäftigten. Die jährlichen Synergien werden auf rund 700 Millionen Euro geschätzt, davon 500 Millionen aus Kosteneinsparungen und 200 Millionen aus zusätzlichen Erlösen. Die Bar- und Aktienstruktur soll die Kapitalquoten von Poste erhalten und gleichzeitig die Schuldenlast begrenzen.
- Kosteneinsparungen
- 500 Mio. Euro
- Umsatzsynergien
- 200 Mio. Euro
