Mitarbeiter des Weißen Hauses wegen Insiderhandels mit Wetten auf Trump-Reden untersucht
Gabriel Perez soll sein Vorwissen über Präsidentenreden genutzt haben, um auf Kalshis Erwähnungsmärkten zu wetten und dabei über 90.000 Dollar zu verdienen, bevor die Plattform sein Konto einfror und den Fall an die CFTC verwies.
Die Vorwürfe
Gabriel Perez, ein Teleprompter-Mitarbeiter des Weißen Hauses, der seit dem Wahlkampf 2016 mit Donald Trump zusammenarbeitet, wird beschuldigt, seinen vorzeitigen Zugang zu Redetexten genutzt zu haben, um profitable Wetten auf Kalshis "Erwähnungsmärkten" zu platzieren. Diese Verträge erlauben es Händlern, darauf zu wetten, ob ein bestimmtes Wort oder eine bestimmte Phrase während einer öffentlichen Rede geäußert wird. Laut Quellen, die von ABC News und Reuters zitiert werden, wettete Perez zwischen Dezember 2025 und März 2026 auf mehr als ein Dutzend Präsidentenreden, darunter die Rede zur Lage der Nation und Trumps Ansprache beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Wetten sollen ihm über 90.000 Dollar eingebracht haben, wobei einige Berichte die Summe auf über 100.000 Dollar beziffern. ABC News berichtete, dass Perez seine Wetten sogar in Echtzeit anpasste, wenn Trump vom vorbereiteten Skript abwich, und dabei seine einzigartige Position als Bediener des Teleprompters ausnutzte.
Erkennung und Überweisung
Kalshis interne Überwachungssysteme schlugen im März 2026 Alarm wegen der ungewöhnlichen Handelsaktivität. Die Plattform fror Perez' Konto ein, bevor Gewinne abgehoben werden konnten, so eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Robert DeNault, Leiter der Durchsetzungsabteilung bei Kalshi, sagte gegenüber Reuters: "Unser Überwachungsteam hat diese Trades nach einer internen Untersuchung umgehend gemeldet und an die CFTC weitergeleitet. Wir unterstützen die Aufsichtsbehörden in dieser Angelegenheit und haben die von uns gesammelten Beweise vorgelegt, wie wir es bei jeder Weiterleitung tun." Das Unternehmen stellte außerdem fest, dass Marktmacher über Whistleblower-Kanäle potenzielle Unregelmäßigkeiten gemeldet hatten und dass es im Rahmen seiner Untersuchung ein Gespräch mit dem Händler geführt hatte. Kalshi hatte bereits im Juni angekündigt, dass es für Nutzer, die mit sensiblen Verträgen handeln, eine Offenlegung des Arbeitsverhältnisses vorschreiben und ein Whistleblower-Portal einrichten werde – Schritte zur Stärkung der Marktintegrität.
- Perez platziert angeblich Wetten auf über ein Dutzend Trump-Reden, darunter die Rede zur Lage der Nation und die Davoser Ansprache.
- Kalshi entdeckt verdächtige Handelsaktivitäten und friert Perez' Konto ein.
- Kalshi schreibt Offenlegung des Arbeitsverhältnisses für sensible Verträge vor und startet Whistleblower-Portal.
- Nachricht wird bekannt; Perez wird unbezahlt beurlaubt und wird nicht mehr im Weißen Haus arbeiten.
Regulatorische und rechtliche Folgen
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ermittelt nun. Ein CFTC-Sprecher lehnte es mit Verweis auf die Richtlinien der Behörde ab, die Ermittlungen zu bestätigen oder zu dementieren. Perez kooperiert eigenen Angaben zufolge vollständig mit den Ermittlern. Die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan prüfte den Fall, lehnte es jedoch ab, ein Strafverfahren einzuleiten, wie die BBC berichtete. Der Fall ist der erste bekannte, bei dem ein Mitarbeiter des Weißen Hauses des Insiderhandels auf Prognosemärkten beschuldigt wird – ein Sektor, der seit langem wegen seiner Anfälligkeit für Manipulationen durch Personen mit nicht-öffentlichen Informationen unter regulatorischer Beobachtung steht.
Reaktion des Weißen Hauses
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, äußerte sich am Donnerstag in einem Briefing zu der Angelegenheit und bestätigte, dass Perez mit sofortiger Wirkung unbezahlt beurlaubt wurde und nicht mehr im Weißen Haus arbeiten wird. Sie sagte, Präsident Trump sei über die Situation informiert und halte sie für "zutiefst bedauerlich und ehrlich gesagt eine Schande".
Die Person, die in diesem Bericht genannt wurde, kooperiert mit der CFTC, wurde aber unbezahlt beurlaubt. Heute Abend wird es natürlich einen Teleprompter-Bediener geben, aber leider nicht den aus dieser Geschichte.
Leavitt fügte hinzu, dass Trumps für Donnerstagabend geplante Rede zur Wahlintegrität mit einem anderen Teleprompter-Bediener stattfinden werde.
Weiterer Marktkontext
Kalshi und konkurrierende Plattformen wie Polymarket kämpfen seit Jahren mit regulatorischen Gegenwinden. Die CFTC hat bereits früher Bedenken geäußert, dass Ereigniskontrakte, insbesondere solche, die an Reden geknüpft sind, von Insidern ausgenutzt werden könnten. Kalshi betonte die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen und teilte der BBC mit: "Die Worte politischer Führer wie Präsidenten und Fed-Chefs verursachen Milliardenbewegungen an den Devisenmärkten, bei Ölterminkontrakten [und] an der Börse." Der Fall Perez könnte die Forderungen nach einer strengeren Überwachung von Prognosemärkten verstärken, auch wenn die Plattformen argumentieren, dass ihre Überwachungsinstrumente Fehlverhalten aufdecken können.


