Regierung · Lissabon
Portugals Präsident legt restriktives Migrationsdekret dem Verfassungsgericht vor – Bedenken wegen Kindeswohl und Haft
Der portugiesische Präsident António José Seguro hat das Dekret über Asyl, Haft und Rückkehr von Ausländern am 7. August 2026 dem Verfassungsgericht vorgelegt und die Verfassungsmäßigkeit von 11 Bestimmungen in Frage gestellt, darunter verlängerte Haft, Familientrennung und beschleunigte Abschiebungen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von TSF Rádio Notícias, Observador, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am 7. August 2026 beantragte Präsident António José Seguro eine präventive verfassungsrechtliche Überprüfung des Dekrets über Asyl, Haft und Rückkehr von Ausländern und reichte einen 34-seitigen Antrag ein, der 11 Bestimmungen in Frage stellt.
Das Dekret wurde am 17. Juli 2026 vom Parlament verabschiedet, mit Stimmen von PSD, IL und CDS-PP dafür, Chega enthielt sich, und PS, Livre, PCP, BE, PAN und JPP stimmten dagegen.
Zu den Bedenken des Präsidenten gehören die Trennung von Eltern und Kindern, die Ausweisung minderjähriger portugiesischer Kinder, die zwangsweise Entfernung ausländischer Kinder unter 5 Jahren, die in Portugal geboren wurden, und die Ausweitung der Verwaltungshaft auf bis zu 180 Tage.
PS, BE, Livre, PCP und der Verein Solidariedade Imigrante begrüßten die Entscheidung und bezeichneten das Dekret als zivilisatorischen Rückschritt und schwere Rechtsverstöße.
Das Verfassungsgericht hat 25 Tage Zeit, das Dekret zu analysieren. Alle Einwanderungsreformen der derzeitigen Regierung wurden sowohl unter Seguro als auch unter seinem Vorgänger Marcelo Rebelo de Sousa einer verfassungsrechtlichen Überprüfung unterzogen.
- Dezember 2025Die Regierung von Premierminister Luís Montenegro kündigt den Vorschlag für das Migrationsdekret an
- 17.07.Das Parlament verabschiedet das Dekret in der abschließenden Gesamtabstimmung: PSD, IL, CDS-PP dafür; Chega enthält sich; PS, Livre, PCP, BE, PAN, JPP stimmen dagegen
- 7.08.Präsident Seguro legt das Dekret dem Verfassungsgericht zur präventiven Überprüfung vor und stellt in einem 34-seitigen Antrag 11 Bestimmungen in Frage
- Bis 2026-09-01Das Verfassungsgericht hat ab Erhalt 25 Tage Zeit für seine Analyse
Präsidentielle Überprüfung
Am 7. August 2026 legte der portugiesische Präsident António José Seguro das Dekret über die Gewährung von Asyl, Haft und Rückkehr von Ausländern dem Verfassungsgericht zur präventiven Überprüfung vor. Der Antrag umfasst 34 Seiten und stellt die Verfassungsmäßigkeit von 11 vom Parlament verabschiedeten Bestimmungen in Frage. Das Verfassungsgericht hat 25 Tage Zeit für seine Analyse. Seguro erkannte die Notwendigkeit an, illegale Einwanderung zu bekämpfen und legale Einwanderung wirksam zu kontrollieren, erklärte jedoch, dass Grenzsicherheit nicht unvereinbar mit der Menschenwürde sei.
Das Dekret wurde am 17. Juli 2026 in einer abschließenden Gesamtabstimmung verabschiedet, basierend auf zwei Regierungsvorschlägen von PSD und CDS-PP. Es erhielt Stimmen dafür von PSD, IL und CDS-PP, Enthaltung von Chega und Gegenstimmen von PS, Livre, PCP, BE, PAN und JPP. Die konservative Regierung von Premierminister Luís Montenegro hatte die Initiative erstmals im Dezember 2025 als Teil einer Verschärfung der Migrationspolitik angekündigt.
Verfassungsrechtliche Bedenken
Der Präsident äußerte in seiner Note mehrere spezifische Bedenken. Er verwies auf die Möglichkeit der Trennung von Eltern und Kindern sowie auf die Ausweisung, selbst wenn indirekt oder mittelbar, von minderjährigen portugiesischen Kindern. Er stellte auch die zwangsweise Entfernung und Ausweisung ausländischer Kinder unter fünf Jahren in Frage, die in Portugal geboren wurden. Seguro schrieb, dass einige gesetzgeberische Lösungen in dem Dekret begründete Zweifel daran aufkommen ließen, ob das Kindeswohl gewahrt sei.
Der Präsident stellte ferner die erhebliche Verlängerung der Verwaltungshaftzeiten für ausländische Staatsbürger, die keine Straftat begangen haben, auf bis zu 180 Tage in Frage. Er argumentierte, dass die Verfassung zwar den Freiheitsentzug in abstrakter Form erlaube, aber auch die Verhältnismäßigkeit der Dauer und die Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung verlange. Seguro äußerte auch Zweifel an der Durchführung von Abschiebungen vor gerichtlichen Entscheidungen in Asyl- und subsidiären Schutzverfahren, was seiner Ansicht nach die Wirksamkeit der gerichtlichen Kontrolle gefährden könnte.
Reaktionen aus Politik und Zivilgesellschaft
Linke Parteien begrüßten die Entscheidung des Präsidenten. Eurico Brilhante Dias, PS-Fraktionsvorsitzender, sagte gegenüber TSF, dass die Note des Präsidenten einer Reihe von Bedenken entspreche, die die Sozialistische Partei bereits geäußert habe.
„Es wird nicht das erste Mal sein, dass diese Regierung gegen die Verfassung Gesetze erlässt. Sie hat dies bereits bei anderen Gelegenheiten getan, im Ausländergesetz, im Staatsangehörigkeitsgesetz, und in diesem Fall scheint es uns auch beim Rückkehrgesetz, dass sie erneut falsch und gegen das Verfassungsrecht Gesetze erlässt.“
Fabian Figueiredo von der BE bezeichnete das Gesetz als grausam und eine Schande für die demokratische Tradition. Paulo Muacho von Livre sagte, das Dekret werfe nicht nur verfassungsrechtliche, sondern auch grundlegende Sinnfragen auf. Die PCP erklärte, die Entscheidung überrasche nicht, da das Gesetz grobe Verstöße gegen Rechte, Freiheiten und Garantien enthalte, darunter die Ausweitung der Haft auf 180 Tage, Normen, die die Trennung von Eltern und Kindern erlaubten, und die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung von Rechtsmitteln gegen Abschiebungsentscheidungen.
Timóteo Macedo, Präsident des Vereins Solidariedade Imigrante, der 1.300 Mitglieder aus 105 Nationalitäten hat, sagte gegenüber Lusa, der Präsident habe nur seine Pflicht getan angesichts eines schlecht gemachten Gesetzes, das Rechte entziehe. Er nannte das Dekret einen regelrechten zivilisatorischen Rückschritt und sagte, das Land brauche Anziehungspolitik, nicht Ausweisungspolitik.
Breiteres Muster
Alle einwanderungspolitischen Gesetzesreformen der derzeitigen Regierung wurden einer verfassungsrechtlichen Überprüfung unterzogen, sowohl unter Seguro als auch unter seinem Vorgänger Marcelo Rebelo de Sousa. Die Note des Präsidenten verwies auf Portugals Verpflichtungen aus der Europäischen Menschenrechtskonvention und der Genfer Flüchtlingskonvention und stellte fest, dass Einschränkungen von Rechten, Freiheiten und Garantien in einem Rechtsstaat stets mit internationalen Instrumenten im Einklang stehen müssten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- TSF Rádio Notícias"Vergonha", "cruel" e "contra a Constituição". Esquerda saúda decisão de Seguro sobre lei do retorno e asilo
- ObservadorPCP diz que envio da Lei dos Estrangeiros para o TC "não surpreende" e aponta "violações grosseiras" de direitos
- Notícias ao MinutoSolidariedade Imigrante aplaude envio do decreto do asilo ao TC
- El ConfidencialEl Gobierno portugués envía al Constitucional una propuesta para acelerar la expulsión de inmigrantes
- António José Seguro
- Präsident Portugals, der das Dekret dem Verfassungsgericht vorlegte
- Luís Montenegro
- Premierminister Portugals, dessen Regierung das Migrationsdekret im Dezember 2025 vorschlug
- Eurico Brilhante Dias
- PS-Fraktionsvorsitzender, der sagte, die Regierung habe bereits zuvor gegen die Verfassung verstoßen
- Fabian Figueiredo
- BE-Politiker, der das Gesetz als grausam und eine Schande für die demokratische Tradition bezeichnete
- Paulo Muacho
- Livre-Politiker, der sagte, das Dekret werfe nicht nur verfassungsrechtliche, sondern auch grundlegende Sinnfragen auf
- Marcelo Rebelo de Sousa
- Vorgänger von Seguro als Präsident, unter dem Einwanderungsreformen ebenfalls einer verfassungsrechtlichen Überprüfung unterzogen wurden
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