
Fitch stuft Kreditwürdigkeit Portugals auf A+ hoch – Schuldenabbau und Haushaltsdisziplin als Gründe
Fitch Ratings hat am Freitag die langfristige Staatsverschuldung Portugals von A auf A+ mit stabilem Ausblick hochgestuft und verwies dabei auf den anhaltenden Abbau der öffentlichen Schulden sowie auf eine konsequente Haushaltsdisziplin.
Hochstufung der Kreditwürdigkeit auf A+
Die Ratingagentur Fitch hat am Freitag das langfristige Emittentenrating Portugals von A auf A+ mit stabilem Ausblick angehoben. In ihrer Bewertung erklärte die Agentur, die Hochstufung spiegele die Verbesserung der öffentlichen Finanzen Portugals wider und verwies auf einen projizierten Pfad des Schuldenabbaus und Haushaltssalden, die deutlich stärker seien als bei vergleichbaren Ländern. Fitch stellte fest, dass Portugal zwar weiterhin eine hohe Altlast an öffentlichen und privaten Schulden habe, doch eine solide politische Verpflichtung zur Haushaltsdisziplin, anhaltende Leistungsbilanzüberschüsse und eine durchweg über den Erwartungen liegende Haushaltsentwicklung die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und die Fähigkeit zur Schockabsorption gesteigert hätten. Die Anpassung folgt auf eine vorherige Ratingerhöhung im September 2025, als Fitch Portugal von A- auf A heraufstufte.
- Fitch hebt Portugals Staatsbonität von A- auf A an
- Fitch stuft Rating von A auf A+ mit stabilem Ausblick hoch
- Versammlung der Republik debattiert Misstrauensantrag der Chega
Reaktion der Regierung und Stellung in Europa
Das Finanzministerium unter der Leitung von Joaquim Miranda Sarmento erklärte in einer an die Nachrichtenagentur Lusa gesandten Mitteilung, dass die Verbesserung des Kreditratings Portugal auf das gleiche Bonitätsniveau wie Frankreich und Belgien bringe. Das Ministerium erklärte, die Entscheidung zeige das Vertrauen internationaler Investoren in die portugiesische Wirtschaft. Miranda Sarmento veröffentlichte eine Erklärung, in der er die Sichtweise der Regierung darlegte:
ist ein weiterer großer Sieg für Portugal, insbesondere da diese Verbesserung in einem geopolitischen und wirtschaftlichen Kontext stattfindet, der noch immer von Unsicherheit und Instabilität geprägt ist.
Kraftstoffsteuern und fiskalische Maßnahmen
Bei einem Auftritt in Viseu am Freitag äußerte sich Ministerpräsident Luís Montenegro zu den steigenden Kraftstoffpreisen und verwies auf erwartete Preiserhöhungen in der kommenden Woche von 0,12 € pro Liter Diesel und 0,10 € pro Liter Benzin, basierend auf Prognosen des Kraftstoffhändlerverbands ANAREC. Um diesen Marktsteigerungen entgegenzuwirken, führte die Regierung einen Rabatt von 0,03 € pro Liter auf die Mineralölsteuer (ISP) ein. Montenegro wies Kritik an der Regierung zurück und erklärte, dass der Staat keine überschüssigen Einnahmen aus Mehrwertsteuererhöhungen erziele, und wies darauf hin, dass die gesamten ISP-Rabatte in diesem Jahr etwa 700 Millionen € erreicht hätten.
Der Staat kassiert keinen einzigen Cent mehr an Mehrwertsteuer als Folge des Anstiegs der Kraftstoffpreise. Wir geben als ISP-Rabatt genau den Betrag zurück, der der Mehrwertsteuererhöhung bei der Anwendung des Steuersatzes auf den Endpreis entspricht. Somit stellt sich die Frage aus Kraftstoffsicht gar nicht.
- Anstieg Dieselpreis
- 0.12 €/Liter
- Anstieg Benzinpreis
- 0.1 €/Liter
- Ermäßigung der ISP-Steuer
- 0.03 €/Liter
Misstrauensantrag und Kabinettsüberprüfung
Montenegro äußerte sich auch zu den innenpolitischen Entwicklungen, insbesondere zu einem von der rechten Oppositionspartei Chega eingebrachten Misstrauensantrag. Auf Fragen von Journalisten am Freitagnachmittag bezüglich des Innenministers Luís Neves verwies der Ministerpräsident weitere Ausführungen auf die für Dienstag um 15:00 Uhr in der Versammlung der Republik anberaumte parlamentarische Debatte.
Ich habe mich zu diesem Thema bereits gestern geäußert, und was ich Ihnen mitteilen kann, ist, dass ich das nächste Mal am Dienstag nächster Woche um drei Uhr nachmittags in der Versammlung der Republik vor den Volksvertretern dazu sprechen werde, als Antwort auf eine Initiative, die von einer Oppositionspartei legitim ist, auch wenn sie keinen Sinn ergibt.
Hugo Soares, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei (PSD), erklärte, dass Luís Neves in der Regierung bleiben werde, selbst wenn er in drei laufenden Ermittlungen formell als Angeschuldigter (arguido) benannt werde. Soares sagte gegenüber Observador, dass der formelle Status als Verdächtiger kein ausreichender Grund für eine Entlassung aus der Regierung sei, und erklärte, dass eine rechtskräftige Anklage erforderlich sei, bevor ein politisches Urteil gefällt werde.


