
Montenegro eröffnet Schuljahr in Setúbal, während Gewerkschaften die Höhe des Lehrermangels anzweifeln
Premierminister Luís Montenegro hat am Freitag das Barbosa-du-Bocage-Schulzentrum in Setúbal eingeweiht und dabei die staatlichen Anreize für Lehrkräfte verteidigt, während Gewerkschaften draußen wegen unbesetzter Lehrerstellen protestierten.
Einweihung und Gewerkschaftsproteste in Setúbal
Am 11. September 2026 nahmen Premierminister Luís Montenegro und Bildungs-, Wissenschafts- und Innovationsminister Fernando Alexandre an der nationalen Eröffnungszeremonie für das Schuljahr 2026/2027 in Setúbal teil. Sie weihten das Centro Escolar Barbosa du Bocage ein, eine 2.300 Quadratmeter große Einrichtung, die mit über 5 Millionen Euro, die größtenteils aus dem Aufbau- und Resilienzplan stammen, renoviert wurde. Die Schule beherbergt acht Grundschulklassen, Vorschuleinrichtungen, Sportanlagen und einen Snoezelen-Raum für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Vor dem Eingang demonstrierten rund 50 Personen, organisiert vom Gewerkschaftsbund von Setúbal und dem Lehrerverband FENPROF, für bessere Arbeitsbedingungen und forderten höhere Gehälter und eine Höherbewertung des Berufsstands.
Montenegro wandte sich nach seiner Ankunft an die Versammlung und betonte, dass Verwaltungslösungen eine fortlaufende politische Umsetzung erforderten und nicht öffentliche Beschwerden.
Wir haben es bereits geschafft, mehr Lehrer anzuziehen, und die Situation ist dieses Jahr viel besser als im letzten Jahr. Das letzte Jahr war bereits besser als 2024, und ich möchte Ihnen hier versichern, dass es 2027, am Ende dieses heute beginnenden Schuljahres, noch besser sein wird.
Behauptungen der Regierung zu Personaleinstellungen und Anreizen
Montenegro berichtete, dass die Regierungsmaßnahmen rund 9.200 Pädagogen in den Lehrerberuf gebracht hätten, davon 3.000 in Hochdruckgebieten wie Großraum Lissabon, der Halbinsel Setúbal und der Algarve. Speziell in der Region Setúbal wurden durch außerordentliche Vermittlungsmechanismen mehr als 600 Lehrer eingesetzt. Um Kandidaten für Bereiche mit hohem Bedarf zu gewinnen, führte die Regierung Wohn- und Umzugsbeihilfen von bis zu 500 Euro sowie regulatorische Änderungen ein, die es Schulen erlauben, Lehrer auf täglicher Basis einzustellen. Montenegro stellte fest, dass einige Schulen Personalengpässe intern lösen, während andere in der Region Setúbal ihre interne Umverteilungskapazität ausgeschöpft hätten.
- Lehrkräfte-Einstellungen durch Regierungsmaßnahmen
- 9200 Lehrkräfte
- Ruhestandseintritte seit April 2024
- 9050 Lehrkräfte
- Vermittlungen in Hochdruckzonen
- 3000 Lehrkräfte
- Vermittlungen in der Region Setúbal
- 600 Lehrkräfte
Gewerkschaftlicher Widerstand gegen Engpässe und Ruhestandseintritte
Gewerkschaftsvertreter bestritten die Darstellung der Regierung von Personalverbesserungen an öffentlichen Schulen. FENPROF-Chef José Feliciano Costa erklärte, dass zwar in den letzten beiden Jahren mehr als 7.000 Lehrer eine Festanstellung erhalten hätten, die meisten jedoch zuvor bereits auf befristeten Verträgen beschäftigt gewesen seien, was zu keiner echten Nettozunahme der Belegschaft geführt habe. Costa merkte an, dass seit Montenegegros Amtsantritt im April 2024 9.050 Lehrer in den Ruhestand getreten seien, sodass landesweit schätzungsweise 2.000 Stundenpläne unbesetzt blieben. In der Schulgruppe Queluz-Belas begannen 19 von mehr als 40 Grundschulklassen ohne zugewiesene Lehrkraft.
FENPROF-Sekretariatsmitglied Cátia Domingues kritisierte die Reaktion der Regierung auf die systemischen Vakanzen während der Demonstration vor dem Veranstaltungsort.
Solange diese Regierung und dieses Ministerium keine attraktiven Bedingungen schaffen, insbesondere bei der Aushandlung des Status des Lehrerberufs, wird es keine Lehrer an portugiesischen Schulen geben, und das Problem wird sich von Jahr zu Jahr verschlimmern.
Montenegro lehnte es ab, die Gewerkschaftszahlen zu unbesetzten Stellen zu bestätigen, und erklärte, dass das genaue Ausmaß der unbesetzten Stunden durch monatliche Überprüfungen der Unterrichtsstundenzusammenfassungen ermittelt werde.
Akademische Standards und Klassenraumpolitik
Mit Blick auf die Leistung Portugals bei den PISA-Bewertungen 2025 erklärte Montenegro, dass die Bildungsqualität in den letzten Jahren aufgrund verminderter akademischer Anforderungen nachgelassen habe. Die Regierung plant, dem durch den Ausbau kontinuierlicher Bewertungen, die Durchführung weiterer Schülerprüfungen und die Aktualisierung des Staatsbürgerkunde-Lehrplans entgegenzuwirken. Die Regierung weitete zudem die Beschränkungen der Handynutzung in Schulen auf Schüler der dritten Sekundarstufe aus, wobei Schüler bis zur neunten Klasse ihre Handys während des Schultages verstauen müssen. Montenegro erklärte, dass seine Regierung darauf abziele, Portugal noch vor Ende ihrer Amtszeit an die Spitze der OECD-Bildungsrankings zu bringen.


