Wirtschaft · Stuttgart

Porsche streicht 5.000 weitere Stellen in zweiter Restrukturierungsrunde, verlängert Standortgarantien bis 2035

Der deutsche Sportwagenhersteller, eine Tochtergesellschaft von Volkswagen, wird die Stellen bis 2035 durch freiwillige Maßnahmen abbauen und dabei 2,1 Milliarden Euro in seine Werke in Zuffenhausen und Weissach investieren.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Berliner Zeitung, tagesschau.de, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Stuttgart · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 1.02.Erstes Restrukturierungspaket: 1.900 Dauerstellen gestrichen, 2.000 befristete Verträge laufen aus
  2. 15.01.CEO Michael Leiters kündigt 500 Stellenstreichungen bei Tochtergesellschaften an
  3. 27.07.Zweites Restrukturierungspaket: 5.000 zusätzliche Stellenstreichungen angekündigt

Zweite Restrukturierungsrunde

Porsche wird im Rahmen eines zweiten Pakets von Restrukturierungsmaßnahmen, auf das sich Management und Arbeitnehmervertreter geeinigt haben, bis 2035 weitere 5.000 Stellen streichen, wie das Unternehmen und der Betriebsrat am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Die Kürzungen folgen auf ein erstes Paket, das im Februar 2025 angekündigt wurde und rund 1.900 Dauerstellen abbaute sowie 2.000 befristete Verträge auslaufen ließ, plus weitere 500 Stellen bei Tochtergesellschaften. Insgesamt werden in den kommenden Jahren rund 8.900 Mitarbeiter den Stuttgarter Sportwagenhersteller verlassen. Die Reduzierungen erfolgen durch natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Abfindungsvereinbarungen; betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Was das Paket beinhaltet

Die Vereinbarung verlängert die Standortgarantien um fünf Jahre bis Ende 2035 und verpflichtet zu Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro (2,39 Milliarden US-Dollar) im Stammwerk Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum Weissach. Zur Finanzierung des Programms werden tarifliche Lohnerhöhungen bis 2035 teilweise einbehalten, das Weihnachtsgeld gekürzt und die Erfolgsbeteiligung stärker an die Unternehmensleistung gekoppelt. Große Teile des Managements verzichten in den Jahren 2027 und 2028 auf Gehaltserhöhungen. Das Homeoffice wird von zwölf auf acht Tage pro Monat begrenzt, und die Ruhepausen im Werk sollen angepasst werden.

„Das gibt uns die Möglichkeit, unser Unternehmen strategisch neu auszurichten und in unsere Wettbewerbsfähigkeit zu investieren.“

Michael Leiters

Der Betriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan hob die unerwartet lange Beschäftigungssicherung hervor.

„Niemand hätte vorher geglaubt, dass wir ein Zukunftspaket bis Ende 2035 abschließen würden.“

Ibrahim Aslan, Porsche-Betriebsratsvorsitzender

Krise bei Porsche

Porsche, einst der profitabelste deutsche Autobauer mit Margen um 15 %, leidet unter einbrechenden Verkäufen in China, erhöhten US-Zöllen und schwacher Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Die Verkäufe erreichten 2023 mit rund 320.000 Fahrzeugen ihren Höhepunkt, fielen aber 2025 auf 279.400, und das Unternehmen prognostiziert für dieses Jahr nur noch 250.000 Auslieferungen. Der operative Gewinn brach von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 413 Millionen Euro im Jahr 2025 ein, während der Nettogewinn um 91 % auf 310 Millionen Euro sank. Im ersten Halbjahr 2026 verdiente Porsche 1,35 Milliarden Euro, eine Marge von 7,8 %. Die Belegschaft in der Region Stuttgart schrumpfte von rund 22.200 Ende 2024 auf etwa 20.600 ein Jahr später; weltweit waren Ende 2025 knapp 41.800 Mitarbeiter beschäftigt.

Jährliche Fahrzeugverkäufe von PorscheFahrzeuge
2023
320000 Fahrzeuge
2025
279400 Fahrzeuge
2026 (Prognose)
250000 Fahrzeuge

Daten aus dem Artikeltext

Auch Audi senkt Kosten

Die Porsche-Ankündigung erfolgte, als die Schwestergesellschaft Audi ihre Jahresprognose senkte. Audi erwartet nun für 2026 einen Umsatz von 58 bis 63 Milliarden Euro, 5 Milliarden Euro weniger als zuvor prognostiziert, und eine operative Marge von 5 % bis 7 %, einen Prozentpunkt weniger. Im ersten Halbjahr lag die Marge von Audi bei nur 3,8 %. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger sagte, die bestehenden Sparmaßnahmen zeigten Wirkung, reichten aber nicht aus, und das Unternehmen müsse wettbewerbsfähiger und effizienter werden.

Zugeständnisse der Gewerkschaft und Boni

Der Deal wurde mit der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall ausgehandelt. Um die Zustimmung der Mitarbeiter zu sichern, bot Porsche eine einmalige „Transformationsprämie“ von 1.500 Euro pro Mitarbeiter an. IG-Metall-Mitglieder erhalten eine zusätzliche Einmalzahlung von 411 Euro und einen neuen „IG-Metall-Bonus“ in Form eines zusätzlichen freien Tages und eines 200-Euro-Gutscheins pro Jahr. Die Familie Porsche, angeführt von Wolfgang und Oliver Porsche, hatte zunächst auf keine Verpflichtungen über 2030 hinaus bestanden, stimmte aber letztlich dem Horizont 2035 zu.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen