
Porsche plant, den elektrischen Taycan bis 2030 einzustellen, da die Verkäufe von 41.000 auf 6.000 Einheiten einbrechen
Porsche plant, seinen elektrischen Taycan bis 2030 einzustellen, nachdem die Auslieferungen von knapp 41.000 Einheiten im Jahr 2023 auf etwas mehr als 6.000 im ersten Halbjahr 2026 eingebrochen sind, berichtete die WirtschaftsWoche am 13. August.
Verkaufseinbruch erzwingt Ausstiegsentscheidung
Porsche plant, die Produktion seines vollelektrischen Taycan-Modells spätestens bis 2030 einzustellen, berichtete die deutsche Wirtschaftszeitschrift WirtschaftsWoche am 13. August 2026 unter Berufung auf interne Quellen. Das Magazin erklärte, es bestehe eine vorläufige Vereinbarung mit dem Betriebsrat, die jedoch noch nicht schriftlich fixiert sei. Der Taycan, der 2019 als erstes Elektrofahrzeug von Porsche und als Aushängeschild der Elektrifizierungsambitionen der Marke auf den Markt kam, hat einen starken Nachfragerückgang erlitten. Die Auslieferungen fielen von knapp 41.000 Einheiten im Jahr 2023 auf etwa 16.000 im letzten Jahr, und im ersten Halbjahr 2026 wurden nur etwas mehr als 6.000 Fahrzeuge verkauft. Die Produktion im Stammwerk Stuttgart wurde in den letzten Monaten aufgrund schwacher Bestellungen mehrfach unterbrochen.
- 2023
- 41000 Einheiten
- 2025
- 16000 Einheiten
- 1. Halbjahr 2026
- 6000 Einheiten
Verlagerung nach Leipzig und sofortiger Stopp beide abgelehnt
Laut WirtschaftsWoche erwog Porsche zunächst, die Taycan-Produktion vom unterausgelasteten Stammwerk Stuttgart in das Werk nach Leipzig zu verlagern. Eine zweite Option, ein sofortiger Stopp des Modells, wurde ebenfalls geprüft. Das Unternehmen entschied sich letztlich für eine schrittweise Auslaufphase, wobei die Montage bis zum Produktionsende in Stuttgart bleibt. Die Taycan-Linie im Stuttgarter Werk sei erheblich unterausgelastet, so das Magazin. Porsche reagierte nicht auf sofortige Bestätigungsanfragen von AFP und anderen Medien.
CEO äußerte sich Wochen zuvor zurückhaltend zur Zukunft des Modells
Porsche-CEO Michael Leiters schlug in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Ende Juli einen vorsichtigen Ton an und vermied eine Bestätigung der langfristigen Zukunft des Modells.
Wir planen nicht, den Taycan kurzfristig einzustellen. Wir haben viel in dieses Modell investiert und wollen abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt.
Leiters' Äußerungen ließen die Möglichkeit einer längerfristigen Entscheidung offen, die die Berichterstattung der WirtschaftsWoche nun zu bestätigen scheint.
- Taycan als erstes vollelektrisches Modell von Porsche auf den Markt gebracht
- Taycan beim Porsche-Börsengang präsentiert; Ziel von 80 % Elektroverkäufen bis 2030 festgelegt
- Elektro-Macan als zweites EV-Modell von Porsche auf den Markt gebracht
- Porsche kehrt EV-Strategie um, verlängert Lebensdauer von Verbrennungs- und Hybridmotoren
- CEO Leiters teilt FAZ mit, dass es keinen kurzfristigen Plan zur Einstellung des Taycan gibt
- WirtschaftsWoche berichtet, dass Taycan-Produktion bis 2030 endet
Breitere strategische Kehrtwende bei der Elektrifizierung
Der Rückgang des Taycan fügt sich in eine breitere strategische Neuausrichtung bei Porsche ein. Im Jahr 2025 beschloss der Stuttgarter Autobauer, die Lebensdauer seiner Verbrennungs- und Plug-in-Hybridmotoren zu verlängern, als Reaktion auf die langsamere als erwartete Einführung von Elektrofahrzeugen in Europa und den Vereinigten Staaten. Zum Zeitpunkt seines Börsengangs 2022 hatte Porsche ein Ziel von 80 % vollelektrischen Verkäufen bis 2030 gesetzt, ein Ziel, das die derzeitige Kurskorrektur in weitere Ferne rücken lässt. Der Taycan wurde 2024 durch ein zweites Elektromodell, den Macan SUV, ergänzt, wobei der Macan voraussichtlich auch künftig mit einem Verbrennungsmotor angeboten wird.
Gewinndruck und Gegenwind aus China
Der operative Gewinn von Porsche brach im vergangenen Jahr um mehr als 90 % ein, was den Druck verstärkte, die Elektroambitionen zu überdenken. Der Hersteller des 911 steht zudem in China vor schwierigen Bedingungen, wo lokale Hersteller im Luxussegment, insbesondere bei Elektrofahrzeugen, intensiven Preisdruck ausüben. Wie andere europäische Automobilkonzerne, darunter die Muttergesellschaft Volkswagen und Mercedes-Benz, verlagert Porsche Investitionen, um die Rentabilität zu schützen. Das Unternehmen hat sich zu dem berichteten Produktionsende 2030 nicht öffentlich geäußert.


