
Polen nimmt erste F-35-Kampfflugzeuge in Dienst – Streit um Patin und Medien-Deal
Polen hat am 12. Juni auf dem Luftwaffenstützpunkt Łask offiziell seine ersten F-35A 'Husarz'-Kampfflugzeuge in Empfang genommen. Präsident Nawrocki würdigte die frühere Regierung für den Kauf im Jahr 2020, während die Wahl der Ehefrau des Verteidigungsministers als Patin und die Nutzung eines privaten Senders für die staatliche Zeremonie scharfe Kritik auslösten.
Die Ankunft der Fünften-Generation-Flotte
Zwei F-35A Lightning II-Jets landeten auf dem 32. Taktischen Luftwaffenstützpunkt in Łask – die ersten von 32 Maschinen, die im Januar 2020 vom damaligen Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak bestellt wurden. Vor der Zeremonie überflogen die Flugzeuge Danzig, Warschau, Krakau und Łódź und gaben den Polen einen ersten Nahblick auf das neue Rückgrat der Luftwaffe. Die Maschinen tragen den Namen 'Husarz', eine Anspielung auf die historischen polnischen Flügelhusaren.
- Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak unterzeichnet Vertrag über 32 F-35A-Kampfflugzeuge.
- Erste zwei Flugzeuge offiziell auf dem Luftwaffenstützpunkt Łask empfangen und auf den Namen 'Husarz' getauft.
Die Patin-Kontroverse
Während der Zeremonie wurde die Ehefrau von Vize-Premier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, Paulina, zur Patin der F-35 ernannt. Das Verteidigungsministerium teilte Reportern mit, die Wahl sei von der Piloten-Community getroffen worden. Sie vollzog die symbolische Taufe gemeinsam mit Hauptmann Magdalena Boryc-Krakowian, der Witwe von Major Maciej Krakowian, einem Piloten, der bei einem Trainingsflug vor der Air Show Radom 2025 ums Leben kam.
Meiner Meinung nach ist das der Gipfel, dass der Minister einen solchen Vorschlag gemacht und ihm zugestimmt hat, als ob er seine Frau dafür ehren wollte, dass sie eine gute Suppe kocht. Für welche Verdienste wurde diese Ehre verliehen? Hier gibt es keinen nationalen Rang.
Der pensionierte Brigadegeneral und Pilot Dariusz Wroński sagte gegenüber wPolityce.pl, die Rolle hätte der First Lady zustehen sollen, wie es bei der F-16 und der M-346 Bielik der Fall war. Das Ministerium entgegnete, dass nicht alle Militärflugzeuge First Ladies als Patinnen gehabt hätten, und verwies auf Schauspielerin Halina Łabonarska für die Gulfstream G550.
Privatsender unter Beobachtung
Der staatliche Sender TVP übernimmt normalerweise die Übertragung von Staatszeremonien, doch diesmal produzierte und sendete der private Nachrichtensender TVN24 die Veranstaltung. Die Vorsitzende des Nationalen Rundfunkrats, Agnieszka Glapiak, richtete ein formelles Schreiben an das Verteidigungsministerium und bat um die 'sachlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen' Gründe für die Wahl sowie um die Gesamtkosten und Finanzierungsquellen. Der Rat wies darauf hin, dass TVP in Liquidation jährlich fast 3 Milliarden PLN aus Rundfunkgebühren und Haushaltszuschüssen für seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erhält.
Eine politische Kreditlinie
Präsident Karol Nawrocki nutzte seine Rede, um dem früheren Minister Błaszczak und denen zu danken, die sich 2020, wie er sagte, nicht von 'bösen Flüstern' haben beirren lassen. Er erinnerte auch daran, dass der derzeitige Minister den Kauf einst kritisiert und in seinem Wahlprogramm die Streichung des Vertrags gefordert hatte.
Ich habe Minister Mariusz Błaszczak heute hierher eingeladen. Minister, ich danke Ihnen, dass Sie sich trotz derer, die sagten, die Anschaffung der F-35 sei Größenwahn, und anderer, die die Streichung dieses Vertrags in ihr Wahlprogramm schreiben wollten, nicht gebeugt haben.
Nawrocki fügte hinzu, der neue Minister könne nun 'von diesem Guten profitieren und diese wunderbare Zeremonie vorbereiten'. Nutzer sozialer Medien bemerkten, dass Kosiniak-Kamysz Błaszczak erst die Hand schüttelte, nachdem der Präsident in seine Richtung gedeutet hatte. Die PiS-Europaabgeordnete Jadwiga Wiśniewska kommentierte, der Präsident 'kehre unter den Teppich'.


