
Zwei Schützen auf Roller beschießen Polizeiwache in Anderlecht mit schweren Waffen
Zwei Verdächtige haben am späten Freitagabend schwere Waffen auf die Polizeiwache in der Demosthenesstraße in Anderlecht abgefeuert und sind anschließend auf einem Elektroroller geflohen. Dabei entstand Fassadenschaden, aber keine Verletzten.
Nächtlicher Schusswaffenangriff in der Demosthenesstraße
In der Freitagnacht eröffneten zwei unbekannte Personen das Feuer auf den Eingang einer örtlichen Polizeiwache in der Demosthenesstraße in der Brüsseler Gemeinde Anderlecht. Die Rettungsdienste der Polizeizone Brüssel-Midi gingen gegen 23:40 Uhr die ersten Notrufe zu aktivem Schusswaffengebrauch ein, Einsatzkräfte trafen um 23:44 Uhr am Tatort ein. Die Täter feuerten mehrere Schüsse aus – wie Behörden und lokale Amtsträger beschrieben – schweren Schusswaffen ab, die mehrere sichtbare Einschusslöcher an der Fassade und am Haupteingang des Gebäudes hinterließen. Nach der Schussabgabe flohen beide Verdächtigen gemeinsam auf einem Elektroroller vom Tatort. Die örtliche Polizei bestätigte, dass weder Beamte noch Zivilisten bei dem Angriff verletzt wurden.
Forensische Untersuchung und Fahndung nach den Tätern
Unmittelbar nach der Schussabgabe sperrten die eintreffenden Polizeibeamten das umliegende Gebiet in der Demosthenesstraße ab und errichteten einen operativen Sicherheitsbereich. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft leitete ein formelles Ermittlungsverfahren ein und entsandte Ermittlungsrichter sowie Tatorttechniker des forensischen Labors der Bundespolizei und einen bestellten ballistischen Sachverständigen. Forensische Spezialisten verbrachten die Nachtstunden damit, die Einschusslöcher zu untersuchen und physische Beweise zu sichern, um den genauen Typ und das Kaliber der von den Angreifern verwendeten Schusswaffen zu bestimmen. Der Sicherheitsbereich wurde später in der Nacht aufgehoben, nachdem die ersten Untersuchungen vor Ort abgeschlossen waren. Beide Schützen bleiben unidentifiziert und auf der Flucht; bis Samstagmorgen wurden keine Festnahmen gemeldet.
Betriebsstatus der Einrichtung in der Demosthenesstraße
Das angegriffene Gebäude diente zuvor als zentrale Hauptwache der Polizeizone Brüssel-Midi, die die drei Brüsseler Gemeinden Anderlecht, Saint-Gilles und Forest umfasst. Die meisten Interventions-, Verwaltungs- und Kontrolleinheiten sind in eine neu errichtete zentrale Einrichtung nahe dem Brüsseler Südbahnhof in der Rue des Deux Gares umgezogen, die im Dezember 2025 eingeweiht wurde. Obwohl die Gemeindeverwaltung von Anderlecht plant, das Grundstück in der Demosthenesstraße nach und nach zu räumen und zu verkaufen, nutzen weiterhin mehrere spezialisierte Polizeiteams Büroräume in dem Komplex. Die Wache war zum Zeitpunkt der Schießerei für die Öffentlichkeit geschlossen, obwohl Polizeisprecher nicht bestätigten, ob sich Dienstpersonal im Gebäude befand, als die Schüsse die Außenfassade trafen.
Vergeltungsmotiv und regionale Sicherheitsreaktion
Die Polizeiführung brachte den bewaffneten Angriff direkt mit dem jüngsten polizeilichen Druck im Bezirk in Verbindung. Der Polizeichef von Brüssel-Midi erklärte, die Schießerei scheine ein Vergeltungsakt für intensive Einsätze zu sein, die im Sommer in der gesamten Zone durchgeführt wurden und zahlreiche Festnahmen sowie Sicherstellungen von Schmuggelware zur Folge hatten. Der Polizeichef merkte an, dass der Justizstaatsanwalt über den Vorfall informiert worden sei, und bezeichnete die Situation als inakzeptabel sowohl für die Polizei als auch für die Staatsanwaltschaft. Als Reaktion auf die Bedrohung kündigte die Zone Brüssel-Midi sofortige Maßnahmen zur verstärkten physischen Sicherung ihrer Polizeiwachen an und forderte operative Verstärkung von der Bundespolizei an.
Fabrice Cumps, der Bürgermeister von Anderlecht, bestätigte, dass die Gemeindebehörden in direkter Abstimmung mit der Polizeiführung stehen, um die Schutzmaßnahmen für Polizeibeamte im gesamten Gebiet zu erhöhen.
All meine Gedanken gelten den Polizeikräften, die erneut direkt ins Visier genommen und unerträglichem Druck ausgesetzt werden. Angesichts solcher Taten werden wir in unserer Entschlossenheit niemals wanken. Für jetzt bleibt unsere Priorität klar: diejenigen zu schützen, die uns schützen.
- Die Zone Brüssel-Midi weiht ihr neues Hauptquartier in der Rue des Deux Gares ein und verlegt die meisten Einsätze dorthin
- Zwei Verdächtige eröffnen mit schweren Waffen das Feuer auf den Eingang der Wache in der Demosthenesstraße
- Polizeieinheiten treffen am Tatort ein und errichten einen Sicherheitsbereich
- Staatsanwalt und ballistische Sachverständige untersuchen den Tatort, während die Sicherheit verstärkt wird

