
Polizei ermittelt gegen Grzegorz Braun und Kandidat Michał Klimek wegen Krakau-Schild-Aktion
Polizisten in Krakau untersuchten eine Wahlkampf-Aktion von Politikern der Konföderation der Polnischen Krone, die mit einem Winkelschleifer ein mit Kabelbindern befestigtes Schild der Clean-Transport-Zone demontierten.
Wahlkampf-Aktion in Nowa Huta
Am 18. September 2026 inszenierten Mitglieder der Konföderation der Polnischen Krone eine politische Demonstration im Stadtbezirk Nowa Huta in Krakau. Der Parteivorsitzende und EU-Abgeordnete Grzegorz Braun trat zusammen mit Michał Klimek auf, dem Bürgermeisterkandidaten der Gruppierung. Während der Demonstration durchtrennte Klimek mit einem Winkelschleifer einen Metallpfosten, an dem ein Schild der Clean-Transport-Zone (SCT) befestigt war. Die Politiker veröffentlichten anschließend Videoaufnahmen der Aktion auf sozialen Medienplattformen und stellten sie als direkten Abbau städtischer Verkehrsregeln dar.
Grzegorz Braun wandte sich in der Videoaufzeichnung an die Zuschauer, um den Zweck der Demonstration zu erläutern:
Dies ist nur ein angenehmer Vorgeschmack auf das, was Sie, normale Polen, unter der Präsidentschaft von Michał Klimek in Krakau erwartet.
Öffentliche Reaktion und Inszenierungs-Vorwürfe
Kurz nachdem das Video auf der Plattform X erschien, wiesen Kommentatoren und Nutzer sozialer Medien auf Unregelmäßigkeiten bei der Anbringung des Schildes hin. Die Videoaufnahmen deuteten darauf hin, dass der Metallpfosten mit Kunststoff-Kabelbindern an Leitplanken befestigt war, statt mit üblichen städtischen Halterungen. Kommentatoren stellten fest, dass es an dieser Straßenstelle in Nowa Huta zuvor kein offizielles Schild der Clean-Transport-Zone gegeben hatte. Adam Czarnecki, Initiator der Bewegung „Stoimy dla CPK“, und der Zero.pl-Journalist Paweł Figurski erklärten öffentlich, die Politiker hätten offenbar ihr eigenes Requisit mitgebracht, um es vor der Kamera zu zerschneiden.
Michał Klimek äußerte sich zu der Kontroverse in den sozialen Medien und verteidigte die Aktion als bewusste politische Erklärung gegen Umweltauflagen:
Wir beendeten das gestrige Treffen mit den Einwohnern von Krakau, indem wir das frisch zerschnittene SCT-Schild unterschrieben. Dieses zerschnittene Schild ist ein lebendiges Symbol des Widerstands gegen uns von Brüssel auferlegte Lösungen, die die Freiheit der Einwohner und Besucher einschränken.
Polizeiliche Ermittlungen und rechtliche Grundlagen
Am 19. September 2026 gab die Polizei von Kleinpolen eine offizielle Erklärung zu dem kursierenden Video ab. Die Ermittlungsbehörden bestätigten, dass die Beamten den Tatort untersuchten und feststellten, dass das Objekt nicht Teil der Straßeninfrastruktur war, sondern ein Requisit, das für einen politischen Schachzug verwendet wurde. Trotz des inoffiziellen Charakters des Gegenstands leiteten die Beamten ein Verfahren nach Artikel 85 Absatz 1 des polnischen Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ein.
- Grzegorz Braun und Michał Klimek filmen, wie sie ein mit Kabelbindern befestigtes SCT-Schild in Nowa Huta zerschneiden
- Die Polizei von Kleinpolen bestätigt Ermittlungen nach Artikel 85 Absatz 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten
- In Krakau findet die Bürgermeisterwahl zur Wahl des Nachfolgers von Aleksander Miszalski statt
Die genannte Rechtsvorschrift regelt Handlungen im Zusammenhang mit Warn-, Schutz- und Hinweisschildern auf öffentlichen Straßen. Nach Artikel 85 Absatz 1 macht sich strafbar, wer unbefugt ein Schild oder eine Schutzeinrichtung aufstellt, zerstört, beschädigt, entfernt, anbringt, ausschaltet oder dessen Position verändert oder es verdeckt. Die Polizei führte Ermittlungsmaßnahmen vor Ort durch, um die unbefugte Anbringung und das anschließende Zerschneiden des Gegenstands zu dokumentieren.
Hintergrund der Krakauer Bürgermeisterwahl
Die Demonstration fand während des Kommunalwahlkampfs vor der für Sonntag, den 27. September 2026, angesetzten Krakauer Bürgermeisterwahl statt. Die Wähler in der gesamten Stadt bereiten sich darauf vor, einen Nachfolger für Bürgermeister Aleksander Miszalski von der Bürgerkoalition zu wählen. Verkehrspolitik und die Einführung von Clean-Transport-Zonen waren zentrale Diskussionspunkte im gesamten Bürgermeisterwahlkampf. Klimek nutzte die Aktion, um sein Wahlversprechen zu bekräftigen, im Falle seiner Wahl die Clean-Transport-Zone in Krakau abzuschaffen.


