
Polnische Polizei durchsucht Gromda-Immobilien landesweit wegen Hassrede und Angriffsermittlungen
Cybercrime-Ermittler führten am 9. September 2026 landesweite Durchsuchungen durch und beschlagnahmten digitale Medien. Grund ist ein Verfahren gegen die Faustkampf-Liga Gromda, die der Förderung von Fremdenfeindlichkeit und Gewalt beschuldigt wird, nach einem Angriff in Wrocław.
Landessweite Durchsuchungen gegen Faustkampf-Veranstalter
Polizeibeamte führten am 9. September 2026 koordinierte Durchsuchungen in ganz Polen im Rahmen einer Untersuchung gegen die Gromda Fight Club Organisation durch. Die Aktion wurde von der Staatsanwaltschaft Warschau angeordnet und von Cybercrime- und Kriminalbeamten des Polizeipräsidiums der Woiwodschaft Radom mit Unterstützung forensischer Experten durchgeführt. Der polnische Innen- und Verwaltungsminister Marcin Kierwiński bestätigte, dass die Behörden bei den morgendlichen Razzien digitale Datenspeichergeräte sicherstellten. Auch Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek äußerte sich auf Social Media zu der Polizeiaktion.
Es tut sich was! Weitere Informationen nach Abschluss der Maßnahmen.
- Ukrainisches Paar auf einem Parkplatz in Wrocław von Adam C. und anderen angegriffen
- Staatsanwaltschaft Warschau leitet Ermittlungen zu Online-Veröffentlichungen von Gromda ein
- Polizei-IT-Ermittler führen landesweite Durchsuchungen durch und beschlagnahmen Datenträger
Ermittlungen wegen Extremismus und Hassrede
Die Staatsanwaltschaft Warschau leitete die Ermittlungen formell am 29. Juli 2026 ein, um Online-Inhalte von mit Gromda verbundenen Einrichtungen und Einzelpersonen zu prüfen. Die Ermittler untersuchen Beiträge, Grafiken und Videomitschnitte, die zwischen dem 25. Mai 2025 und dem 25. Juli 2026 auf YouTube, X und Facebook veröffentlicht wurden, wo die Organisation über 531.000 Follower hat. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Warschau, Piotr Antoni Skiba, erklärte, eine Analyse der Materialien habe radikal fremdenfeindliche und rassistische Botschaften gegen ukrainische Staatsangehörige, andere ethnische Gruppen sowie Einwanderer aus Afrika und Asien ergeben. Die Staatsanwaltschaft stellte zudem fest, dass die Beiträge Selbstjustiz propagierten und dazu aufriefen, das staatliche Gewaltmonopol zu brechen, wobei häufig Bilder von Kämpfern mit Hämmern und Knüppeln sowie Parolen zur territorialen Vorherrschaft verwendet wurden.
Der Inhalt sowie die Art und Weise der Erstellung und Veröffentlichung dieser Materialien rechtfertigen auch die Prüfung, ob eine Förderung extremistischer Ideologien vorliegt, d. h. der Aufruf zur Anwendung von Gewalt zur Beeinflussung des politischen oder gesellschaftlichen Lebens.
Reaktion der Eigentümer auf die Polizeirazzien
Gromda-Gründer und -Eigentümer Mariusz Grabowski reagierte am 9. September 2026 auf die landesweiten Polizeimaßnahmen, indem er eine Videobotschaft auf Social Media veröffentlichte. Grabowski räumte die laufenden Ermittlungen zu Materialien ein, die von der 2020 gegründeten Organisation veröffentlicht wurden, die Faustkampf-Turniere veranstaltet. Er erklärte, die Organisation kooperiere mit den Strafverfolgungsbehörden und wünsche eine gründliche Aufklärung des Falles durch die Ermittler.
Wir sind für eine gründliche Aufklärung dieser Angelegenheit, ein Medienzirkus ist nicht unser Ding und das wollen wir auch nicht.
Angriff auf ukrainische Staatsangehörige in Wrocław
Die erweiterte Prüfung der Kampfliga geht auf einen gewaltsamen Angriff am 26. Juli 2026 in Wrocław zurück. Eine 20-jährige Ukrainerin namens Anastazja und ihr 21-jähriger Partner Maksym wurden auf einem Parkplatz vor einem Żabka-Laden in der Okulickiego-Straße angegriffen, nachdem es an der Kasse zu einem Streit gekommen war. Die Angreifer schlugen, traten und setzten Elektroschockgeräte gegen die Opfer ein, sodass die Frau Gesichtsnähte benötigte. Polizei-Anti-Terroreinheiten nahmen zwei Männer im Zusammenhang mit der Prügelattacke fest, darunter den 45-jährigen Gromda-Kämpfer Adam C., alias „Cycu“, der bereits 10 Jahre im Gefängnis saß. Adam C. drohen bis zu 7,5 Jahre Haft, dem 27-jährigen Mittäter Tomasz M. bis zu 5 Jahre. Die Polizei in Wrocław fahndet weiterhin nach einem dritten identifizierten Verdächtigen, der sich seit über einem Monat der Festnahme entzieht.
- Adam C.
- 7.5 Jahre
- Tomasz M.
- 5 Jahre


