
Polen schlägt trilaterale Patriot-Raketenproduktion mit USA und Ukraine vor und meldet Fortschritte bei dauerhaftem US-Stützpunkt
Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka berichtete bei Gesprächen in Washington auch über Fortschritte bei einem dauerhaften US-Militärstützpunkt; auf beiden Seiten wurden Teams gebildet.
Vorschlag zur Patriot-Ko-Produktion
Die polnische Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka schlug bei Treffen im Pentagon und im Außenministerium am 23. Juli 2026 eine trilaterale Vereinbarung zur Produktion von Raketen des Patriot-Luftabwehrsystems unter Beteiligung der Vereinigten Staaten, der Ukraine und Polens vor. Das Angebot folgt auf die Erklärung von Präsident Donald Trump auf dem NATO-Gipfel in Ankara, dass die USA die Einrichtung einer Patriot-Fabrik auf ukrainischem Gebiet in Betracht ziehen würden.
Wir haben besprochen, was Präsident Trump beim Ankara-Gipfel gesagt hat, nämlich seine Erklärung, dass die Einrichtung einer Patriot-Produktionsfabrik auf ukrainischem Gebiet in Betracht gezogen würde.
Der polnische Vorschlag zielt darauf ab, amerikanische Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Produktion auszuräumen. Sobkowiak-Czarnecka betonte, dass die Ansiedlung der Fertigung in Polen eine sichere Umgebung gewährleiste und dennoch eine Verbindung zur Ukraine herstelle, wie von Trump vorgesehen.
Das heutige Angebot, das ich im Namen Polens gemacht habe, geht auf bestimmte amerikanische Bedenken ein. Wir haben eine trilaterale Zusammenarbeit vorgeschlagen: die Vereinigten Staaten, die Ukraine und auch Polen, denn das Ziel ist es, diese Produktion zu sichern und sicherzustellen, dass sie an einem sicheren Ort stattfindet.
Sie wies darauf hin, dass Patriot-Raketen weltweit nachgefragt werden, was eine Ko-Produktion attraktiv mache. „Dies ist ein Produkt, das praktisch überall auf der Welt benötigt wird. Daher unser Angebot, sich an einer solchen Ko-Produktion zu beteiligen“, sagte sie. Trilaterale Gespräche zwischen den drei Ländern werden nun folgen.
Fortschritte beim US-Militärstützpunkt
Die Vizeministerin legte auch konkrete Schritte dar, die Polen zur Aufnahme eines dauerhaften US-Militärstützpunkts unternommen hat. Sie berichtete, dass die polnische Regierung bereits eine Resolution des Ministerrates verabschiedet habe und ein Gesetzesvorhaben zur Finanzierung der Einrichtung vorbereite.
Heute habe ich sehr konkret die Schritte dargelegt, die die polnische Regierung bereits unternommen hat. Unter anderem haben wir eine konkrete Resolution des Ministerrates und bereiten auch einen Gesetzesentwurf vor, der die Finanzierung dieses Stützpunkts sichern könnte.
Auf amerikanischer Seite wurde ein spezielles Team für die Arbeit am Stützpunktprojekt gebildet, und ein paralleles Team arbeitet nun im polnischen Verteidigungsministerium. Sobkowiak-Czarnecka bezeichnete die Aufnahme in Washington als sehr positiv und äußerte Hoffnung auf gute Ergebnisse. Sie wies darauf hin, dass die endgültige Entscheidung bei Präsident Trump liege, Polens Aufgabe sei es jedoch, alles vorzubereiten, um eine günstige Entscheidung zu sichern.
Die endgültige Entscheidung in dieser Sache wird bei Donald Trump liegen. Aber unsere Aufgabe ist es, alles so vorzubereiten, dass diese Entscheidung für uns günstig ausfällt.
- Präsident Trump erklärt, dass eine Patriot-Fabrik in der Ukraine in Betracht gezogen wird.
- Vizeministerin Sobkowiak-Czarnecka schlägt in Washington trilaterale US-Ukraine-Polen-Patriot-Ko-Produktion vor.
- Ein US-Team beginnt mit der Arbeit an der Errichtung eines dauerhaften Militärstützpunkts in Polen.
- Das polnische Verteidigungsministerium richtet ein paralleles Team für das Stützpunktprojekt ein.
- Trilaterale Gespräche zwischen den USA, der Ukraine und Polen über die Patriot-Produktion sollen beginnen.
Servicezentrum und strategische Begründung
Über Produktion und Stationierung hinaus plädierte Sobkowiak-Czarnecka für die Ansiedlung eines Patriot-Servicezentrums in Polen. Sie argumentierte, dass die jüngste Erweiterung der Verteidigungsindustrie des Landes in Verbindung mit seiner geografischen und geopolitischen Lage es zu einer natürlichen Wahl mache.
Es gibt großes Verständnis in Washington dafür, dass unsere jüngste Entwicklung im Hinblick auf den Zustand der Verteidigungsindustrie sowie unsere geografische und geopolitische Lage diese Entscheidung begünstigen werden.
Die Gespräche in Washington umfassten auch die breitere US-Militärpräsenz in Polen und den SAFE-Mechanismus, wobei Details zu diesen Themen nicht bekannt gegeben wurden. Der Besuch der Vizeministerin unterstreicht Warschaus Bestreben, die Verteidigungsbeziehungen zu Washington zu vertiefen und sich gleichzeitig als Drehscheibe für die militärische Produktion und Logistik der Verbündeten zu positionieren.


