
AfD gewinnt prognostizierte 44,5% bei Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und besiegt CDU
Die Alternative für Deutschland (AfD) sicherte sich bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 über 44% der Stimmen und besiegte die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz mit mehr als 25 Prozentpunkten Vorsprung.
Wahlprognosen in Sachsen-Anhalt
Erste Prognosen und Hochrechnungen des öffentlich-rechtlichen Senders ARD sehen die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 auf Platz eins. Die Partei liegt demnach zwischen 44% und 44,5% der Stimmen und verdoppelt damit ihr Ergebnis von 2021 in dem ostdeutschen Bundesland mit 2,1 Millionen Einwohnern. Die Christlich Demokratische Union (CDU), angeführt im Land von Sven Schulze, fiel mit 18,4% bis 18,5% auf den zweiten Platz zurück. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Grünen haben laut Hochrechnungen die 5%-Hürde übersprungen. Am Sonntagabend sangen AfD-Anhänger im Parteihauptquartier die Nationalhymne, als die prognostizierten Werte erschienen.
Wir haben in diesem Bundesland Geschichte geschrieben.
- AfD
- 44.5 %
- CDU
- 18.5 %
Social-Media-Strategie und Kandidatenprofil
Der AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt wurde von Ulrich Siegmund geführt, einem ehemaligen Verkäufer, der zuvor Duftvernebelungssysteme an Einzelhandelsgeschäfte und Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel vermarktet hatte. Siegmund tourte auf einem blauen Simson-Moped durch das Land und beschwor die Nostalgie des alltäglichen Gemeinschaftslebens in der ehemaligen DDR. Sein Wahlkampf stützte sich stark auf digitale Videoplattformen. Seit Juni sammelte er mehr als 850.000 Follower auf TikTok und 28 Millionen Videoaufrufe. Eine Studie der Universität Potsdam ergab, dass Siegmund während des Landtagswahlkampfs in Sachsen-Anhalt für fast zwei Drittel aller untersuchten politischen Videoaufrufe verantwortlich war. Seine Videos erzielten durchschnittlich 214.000 Aufrufe, verglichen mit 5.600 Aufrufen für den CDU-Kandidaten Sven Schulze.
- Ulrich Siegmund (AfD)
- 214000 Aufrufe
- Sven Schulze (CDU)
- 5600 Aufrufe
Koalitionsarithmetik und die Brandmauer
Die Verfassungsschutzbehörden stufen den AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch ein – eine Einstufung, die Siegmund zurückweist. Die Landesregierung in Deutschland kontrolliert die regionale Polizei, Kulturförderung und die Bildungspolitik vor Ort. Die traditionellen Parteien haben eine Politik verfolgt, die als Brandmauer oder Cordon Sanitaire bekannt ist, und weigern sich, formelle Regierungskoalitionen mit der AfD einzugehen. Die parlamentarische Arithmetik hängt davon ab, ob kleinere Parteien die 5%-Hürde überspringen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) näherte sich der Hürde und zeigte sich offen für eine Zusammenarbeit bei einzelnen Themen. Siegmund warb im Wahlkampf mit der Ablehnung von Koalitionen, aber Parteivertreter deuteten eine mögliche Flexibilität bei fallweisen Absprachen an.
Es war ein extrem harter und intensiver Wahlkampf.
Bundespolitische Folgen für Berlin
Am Vorabend der Wahl demonstrierten Tausende Gegendemonstranten in der Landeshauptstadt Magdeburg gegen die Partei. Der Wahlausgang spiegelt anhaltende strukturelle Probleme in Ostdeutschland wider, darunter Bevölkerungsverluste, niedrigere Durchschnittseinkommen im Vergleich zu westlichen Bundesländern und industrielle Anpassungen. Das AfD-Landesprogramm befürwortet strenge Einwanderungskontrollen, Massenabschiebungen, die von der Partei als Remigration bezeichnet werden, und engere diplomatische Beziehungen zu Russland. Die Niederlage der CDU erhöht den politischen Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin, wo die Bundesregierung mit einem nachlassenden Wirtschaftswachstum und sinkender Popularität konfrontiert ist.


