
Polen unterzeichnet milliardenschweren Deal mit Schweden über drei U-Boote der Klasse A26 im Rahmen des Orka-Programms
Die polnische und die schwedische Regierung haben in Gdynia Ausführungsverträge für drei U-Boote der Blekinge-Klasse A26 unterzeichnet – den größten Auftrag in der Geschichte der polnischen Marine, einschließlich einer Überbrückungslösung und industrieller Zusammenarbeit.
Unterzeichnungszeremonie in Gdynia
Am 29. Juni 2026 haben der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson in der Marineakademie in Gdynia der Unterzeichnung der Ausführungsverträge für das U-Boot-Programm Orka vorgestanden. Die Verträge wurden an Bord der Fregatte ORP Gen. Tadeusz Kościuszko unterzeichnet, mit der Beschaffung von drei konventionellen U-Booten der Blekinge-Klasse A26 von Saab Kockums. Bei der Veranstaltung wurde auch ein zwischenstaatlicher Rahmen für Verteidigungsgüterkäufe abgeschlossen sowie Vereinbarungen über den Kauf eines in Polen gebauten Rettungsschiffs, der Ratownik, durch Schweden.
Dies ist eine historische Vereinbarung von großer Bedeutung für unsere Verteidigung und die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern.
Das Orka-Programm auf einen Blick
Die A26-U-Boote verfügen über einen dieselelektrischen Antrieb mit außenluftunabhängigem Antrieb (AIP), der mehrtägige Unterwasseroperationen ohne Auftauchen zum Aufladen der Batterien ermöglicht. Sie werden das einzige verbliebene polnische U-Boot, die ORP Orzeł, ersetzen. Der Programmwert wird auf rund 20 Milliarden Polnische Złoty (etwa 50 Milliarden Schwedische Kronen) geschätzt. Der Vertrag umfasst Logistik, Betriebsunterstützung, Besatzungsausbildung und Infrastrukturvorbereitung. Die industrielle Zusammenarbeit umfasst die Polnische Rüstungsgruppe (PGZ), Saab und WB Group, an der voraussichtlich Hunderte polnische Unternehmen beteiligt sein werden.
- Schweden als Partner für das Orka-Programm ausgewählt; bilaterales Abkommen unterzeichnet.
- Ausführungsverträge in Gdynia für drei A26-U-Boote und unterstützende Geschäfte unterzeichnet.
- Polnische Seeleute beginnen in Schweden mit der Ausbildung für U-Boot-Operationen.
- Voraussichtliche Leihe eines schwedischen U-Bootes der A17-Klasse als Überbrückungskapazität bis zum Eintreffen der ersten A26.
- Auslieferung des ersten U-Bootes der Blekinge-Klasse A26 an Polen.
- Auslieferung des zweiten und dritten U-Bootes der A26-Klasse in den Folgejahren.
Überbrückungskapazität und Besatzungsausbildung
Um die Kontinuität bis zum Eintreffen der ersten A26 zu gewährleisten, wird Schweden ab 2027 ein ausgemustertes U-Boot der A17-Klasse als Überbrückung leihen. Polnische Seeleute werden im August 2026 mit der Ausbildung in Schweden beginnen. Der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson betonte, dass eine frühzeitige Einarbeitung unerlässlich sei.
Polnische Seeleute müssen schnell ihre Fähigkeiten aufbauen. Bereits nächstes Jahr wird eine A17 als Überbrückung zur Verfügung gestellt.
Strategischer Kontext und Expertenmeinung
Konteradmiral a.D. Krzysztof Zdonek, ehemaliger Kommandeur der 8. Küstenverteidigungsflottille, sagte der PAP, dass die drei U-Boote Polen in die vorderste Reihe der Marinen des Nordatlantiks stellen. Er wies Behauptungen zurück, die Ostsee sei für effektive Operationen zu klein und flach, und bezeichnete sie als uninformiert. Die U-Boote sind für Abschreckung, Aufklärung und Schutz kritischer Infrastruktur vorgesehen.
Es ist das effektivste Instrument für Abschreckung, Aufklärung und die Bekämpfung eines Gegners auf See.
Breitere bilaterale Zusammenarbeit
Über die U-Boote hinaus unterzeichneten die beiden Regierungen eine Ratownik-Vereinbarung, die den organisatorischen und rechtlichen Rahmen für den Kauf eines in Polen gebauten Rettungsschiffs durch Schweden festlegt. Eine Finanzierungsvereinbarung zwischen der Bank Gospodarstwa Krajowego und der Schwedischen Exportkreditagentur wurde ebenfalls abgeschlossen, ebenso wie eine Absichtserklärung zwischen WB Group und Saab. Ministerpräsident Tusk sagte, das Orka-Projekt sei lediglich eine Etappe der vertieften Zusammenarbeit, nicht deren Finale. Beide Führungspersönlichkeiten betonten ihre gemeinsame Einschätzung der regionalen Sicherheit und ihre Entschlossenheit, die Ukraine gegen die russische Aggression zu unterstützen.


