
Umfrage zeigt: 67,2 % der Polen unterstützen PiS-Plan zur Abschiebung arbeitsloser ukrainischer Männer im wehrpflichtigen Alter
Eine IBRiS-Umfrage für Rzeczpospolita ergab, dass 67,2 % der Befragten die Abschiebung ukrainischer Männer im wehrpflichtigen Alter ohne legale Beschäftigung in Polen befürworten – ein Vorschlag, den PiS-Vize Tobiasz Bocheński auf dem Parteikonvent am 6. August in Warschau ankündigte.
PiS-Vorschlag
Auf einem Programmkonvent in Warschau am 6. August 2026, der unter dem Motto „Ku nowemu rządowi“ (Auf dem Weg zu einer neuen Regierung) stand, kündigte PiS-Vize und EU-Abgeordneter Tobiasz Bocheński an, dass eine der ersten Regierungsentscheidungen nach einem Wahlsieg 2027 die Abschiebung ukrainischer Männer im wehrpflichtigen Alter sein werde, die nicht legal in Polen arbeiten. Das ukrainische Wehrpflichtalter liegt zwischen 25 und 60 Jahren. Bocheński kündigte zudem ein Projekt namens „Nielegalny Alert“ an, bei dem zwei Ordnungswidrigkeiten ein automatisches Abschiebeverfahren auslösen würden.
Damit Mittel- und Osteuropa sicher und frei ist, muss die Ukraine siegen. Daher wird eine der ersten, wichtigeren Entscheidungen der Regierung die Entscheidung sein, Männer, Ukrainer im wehrpflichtigen Alter, die nicht legal in Polen arbeiten, abzuschieben.
- PiS-Programmkonvent in Warschau; Bocheński kündigt Abschiebungsvorschlag an
- IBRiS führt Umfrage für Rzeczpospolita durch (7.–8. August, über 1.000 Befragte)
- Umfrageergebnisse veröffentlicht; MSWiA-Sprecherin reagiert
Umfrageergebnisse
Eine IBRiS-Umfrage, die am 7. und 8. August 2026 mit einer Stichprobe von über 1.000 Befragten für Rzeczpospolita durchgeführt wurde, ergab, dass 67,2 % der Polen für die Abschiebung ukrainischer Männer im wehrpflichtigen Alter ohne legale Beschäftigung sind. Von den Befürwortern antworteten 43,8 % mit „auf jeden Fall ja“ und 23,4 % mit „eher ja“. Auf der Gegenseite sagten 11,2 % „auf jeden Fall nein“ und 12,2 % „eher nein“, insgesamt 23,4 % dagegen. Weitere 9,4 % hatten keine Meinung.
- Auf jeden Fall ja
- 43.8 %
- Eher ja
- 23.4 %
- Eher nein
- 12.2 %
- Auf jeden Fall nein
- 11.2 %
- Keine Meinung
- 9.4 %
Die Zustimmung stieg mit dem Alter, von 43 % bei den 18- bis 29-Jährigen auf 80 % bei den Fünfzigjährigen. Frauen unterstützten den Vorschlag häufiger als Männer (73 % gegenüber 61 %). Bei den Befragten mit Grund- oder Berufsbildung lag die Zustimmung bei 98 %, während sie bei Hochschulabsolventen bei 43 % dafür und 42 % dagegen lag, bei 15 % ohne Meinung. Religiöse Befragte unterstützten den Vorschlag häufiger als nichtreligiöse.
Politische Aufschlüsselung
Die höchste Zustimmung gab es mit 89 % bei den PiS-Wählern, gefolgt von den Wählern des Dritten Weges mit 71 %, der Konfederacja mit 58 % und der Koalicja Obywatelska mit 53 %. Nur bei den Wählern der Nowa Lewica dominierte die Ablehnung, mit 87 % gegen den Vorschlag. Nach Blöcken gruppiert, unterstützten 78,2 % der Oppositionswähler den Vorschlag gegenüber 11,7 % dagegen, während 52,3 % der Regierungskoalitionswähler dafür und 39,1 % dagegen waren. Bei den Unentschlossenen und Nichtwählern waren 60,6 % dafür und 20 % dagegen.
- PiS
- 89 %
- Dritter Weg
- 71 %
- Konfederacja
- 58 %
- Koalicja Obywatelska
- 53 %
Reaktion der Regierung
MSWiA-Sprecherin Karolina Gałecka wies den Vorschlag in einer Stellungnahme gegenüber PAP zurück. Sie verwies auf ZUS-Daten, wonach 95 % der ukrainischen Männer im wehrpflichtigen Alter legal in Polen arbeiten und Steuern zahlen und so zum Wirtschaftswachstum beitragen. Sie stellte fest, dass diejenigen, die gegen das Gesetz verstoßen, bereits von der Grenzschutzbehörde abgeschoben würden, wobei im Jahr 2023 rund 3.000 Ausländer und allein im Jahr 2025 rund 10.000 Menschen verschiedener Nationalitäten abgeschoben wurden.
Diese Annahmen sind reiner Unsinn und Populismus. Laut ZUS-Daten arbeiten 95 % der ukrainischen Männer im wehrpflichtigen Alter legal in Polen und zahlen ganz normal Steuern, und tragen auf diese Weise zum Wirtschaftswachstum unseres Landes bei.
Vize-Innenminister Maciej Duszczyk sagte gegenüber TOK FM, dass eine erneute Überprüfung der ukrainischen Staatsbürger in Polen im Gange sei, wobei die realistischste Schätzung bei 1,8 bis 1,9 Millionen Menschen liege. Er sagte, die Erwerbsquote liege allein bei Kriegsflüchtlingen bei über 65 %, bei den vor dem Krieg Eingereisten bei über 80 % und bei Einbeziehung berufstätiger Studenten bei etwa 95 %. Eine vollständige Überprüfung wird bis März 2027 erwartet.
Breiterer politischer Kontext
Rzeczpospolita stellte fest, dass Vize-Ministerpräsident und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz die Frage nach der Rückkehr junger Ukrainer in ihre Heimat wohlwollend aufnahm. Außenminister Radosław Sikorski appellierte auf einem europäischen Forum, die Sozialleistungen für Ukrainer im wehrpflichtigen Alter, die sich in EU-Mitgliedstaaten aufhalten, zu streichen.


