
Polen verlangt von Meta Aufklärung über Betrugsanzeigen nach Sperrung des InPost-CEO-Kontos
Vizepremier Krzysztof Gawkowski wird von Meta dringende Erklärungen zur Einhaltung des Gesetzes über digitale Dienste verlangen, nachdem das Instagram-Konto von InPost-CEO Rafał Brzoska vorübergehend gesperrt wurde.
Ministerielle Intervention
Der polnische Vizepremier und Minister für digitale Angelegenheiten, Krzysztof Gawkowski, kündigte am 17. August 2026 an, dass die Regierung von Meta Platforms dringende Erklärungen zur Einhaltung des EU-Gesetzes über digitale Dienste verlangen werde. In Erklärungen gegenüber der Polnischen Presseagentur und auf der Social-Media-Plattform X erklärte Gawkowski, dass der Streit über eine individuelle geschäftliche Meinungsverschiedenheit hinausgehe. Er betonte, dass irreführende Werbung, Deepfakes und betrügerische Anlageschemata die Ersparnisse von Millionen polnischer Bürger gefährdeten. Gawkowski hielt fest, dass Technologieplattformen über die finanziellen Mittel und die Technologie verfügten, um solches Material zu verhindern, und die rechtliche Verpflichtung hätten, keine Gewinne aus betrügerischer Werbung zu erzielen.
Der Meta-Konzern, allgemein bekannt als Facebook, muss eines verstehen: Er steht nicht über dem Gesetz.
Konfrontation wegen betrügerischer Anzeigen
Die Konfrontation begann am 14. August 2026, als InPost-Gründer und -Vorstandsvorsitzender Rafał Brzoska auf X Screenshots veröffentlichte, die betrügerische Anzeigen auf Facebook zeigten. Der gesponserte Beitrag zeigte ein Bild, das Brzoska in Handschellen und einem Bademantel umgeben von angeblichen Polizeibeamten darstellte, begleitet von der Schlagzeile, dass sein tragisches Ende Polen schockiert habe. Brzoska kritisierte Meta dafür, dass es Falschinformationen toleriere, und merkte an, dass seine minderjährigen Kinder die gefälschten Bilder gesehen und ihn darauf angesprochen hätten. Er veröffentlichte die Namen von vier Führungskräften von Meta Polen und der Region Zentral- und Osteuropa und erklärte, sie beteiligten sich an illegalen Aktivitäten, indem sie Betrug ignorierten, der trotz positiver polnischer Gerichtsurteile seit mehr als zwei Jahren andauere.
Wenn meine minderjährigen Kinder mir diese Screenshots schicken und fragen: „Was ist los, Papa?“, dann sage ich Folgendes: Wenn das polnische Management dieses Unternehmens glaubt, ich würde trotz positiver Urteile des polnischen Gerichts nichts unternehmen, dann sage ich: An Ihrer Stelle würde ich mir einen anderen Job suchen.
Kontosperrung und Zensurvorwürfe
Der Streit eskalierte am 17. August 2026, als Brzoska bekannt gab, dass Meta sein Instagram-Konto vorübergehend gesperrt hatte, kurz nachdem er die Unternehmensführung kritisiert und den Betrug öffentlich gemacht hatte. Obwohl Brzoska später wieder Zugriff auf sein Profil erlangte, bezeichnete er die Plattform als einen Staat im Staate, in dem Führungskräfte nicht in Frage gestellt werden könnten. Gawkowski reagierte, indem er die Sperrung als schwere Zensur bezeichnete. Der Digitalminister argumentierte, dass soziale Netzwerke nach einem Modell funktionierten, bei dem externe Akteure gestohlene Identitäten ausnutzten, Plattformen Werbeeinnahmen kassierten und Konzerne versuchten, die Verantwortung auf anonyme Werbetreibende abzuwälzen, während sie Opfer zum Schweigen brächten, die sich äußerten.
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Meta-Reaktion und Plattformhaftung
Meta reagierte auf Medienanfragen mit der Behauptung, dass betrügerische Machenschaften sein Geschäftsmodell schädigten, einzelne Nutzer verletzten und das Vertrauen in sein gesamtes Werbeökosystem untergrüben. Der Konzern erklärte, dass Betrüger als entschlossene Kriminelle mit immer ausgefeilteren Methoden vorgingen, und argumentierte, dass die öffentliche Nennung einzelner Mitarbeiter online deren Sicherheit gefährde, ohne die systemischen Werbeprobleme zu lösen. Gawkowski bekräftigte, dass Polen die Umsetzung der Vorschriften des Gesetzes über digitale Dienste vorantreibe, um die Rechenschaftspflicht von Plattformen durchzusetzen und zu verhindern, dass Technologieunternehmen die Kosten für betrügerische Anzeigen auf normale Nutzer abwälzten.
Betrug schadet dem Geschäft von Meta, weil er Einzelpersonen verletzt und das Vertrauen in unser gesamtes Werbeökosystem untergräbt.


