
Polen entwirft Haushalt 2027 mit Ausgaben von 977,6 Mrd. PLN und Defizit von 282,6 Mrd. PLN
Der polnische Ministerrat hat mit der Arbeit am Staatshaushalt 2027 begonnen, der Ausgaben von 977,6 Mrd. PLN, Einnahmen von 695 Mrd. PLN und ein erweitertes Defizit von 282,6 Mrd. PLN vorsieht.
Regierungsentwurf und Ausgabenziele
Der polnische Ministerrat trat am Freitag, den 28. August 2026, nach 9:20 Uhr in Warschau zusammen, um über den Haushaltsentwurf des Staates für 2027 zu beraten. Nach dem von Finanzminister Andrzej Domański erstellten Rahmen sind die gesamten Staatsausgaben mit 977,6 Mrd. PLN geplant, gegenüber prognostizierten Haushaltseinnahmen von 695,0 Mrd. PLN. Dies hinterlässt ein erwartetes Staatsdefizit von 282,6 Mrd. PLN für das Jahr, ein Anstieg um rund 11 Mrd. PLN im Vergleich zum für 2026 veranschlagten Defizit von 271,74 Mrd. PLN. Der Haushalt 2026 hatte Ausgaben von 918,94 Mrd. PLN und Einnahmen von 647,2 Mrd. PLN vorgesehen. Der endgültige Regierungsvorschlag muss nach Überprüfung durch den Rat für den sozialen Dialog bis zum 30. September 2026 dem Sejm vorgelegt werden.
- Einnahmen
- 695 Mrd. PLN
- Ausgaben
- 977.6 Mrd. PLN
- Defizit
- 282.6 Mrd. PLN
Mittel für Verteidigung, Gesundheit und Energie
Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete Staatssicherheit, Gesundheitswesen und Infrastruktur als die zentralen Säulen des Haushaltsplans 2027. Die Verteidigungsausgaben bleiben nahe 5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt der NATO-Mitglieder. Die gesamten Gesundheitsausgaben sollen steigen, wobei Vorschläge eine Erhöhung um bis zu 26 Mrd. PLN gegenüber den 247,8 Mrd. PLN im Jahr 2026 sowie zusätzliche 17 Mrd. PLN an direkten Mitteln aus dem Staatshaushalt nennen. Der Entwurf sichert auch Finanzierungen für Kernenergieprojekte, Netzausbau und Verkehrsinitiativen wie das Projekt Port Polska und den Hochgeschwindigkeitsbahnausbau.
Tusk ging in der Eröffnungssitzung auf den äußeren Druck ein, der die finanzpolitischen Entscheidungen der Regierung prägt.
Wir haben einen Krieg jenseits unserer Grenze, andere Konflikte wie den Iran, die sich ebenfalls direkt auf unsere finanzielle Lage auswirken.
Steuerreform und Haushaltsvollzug
Der Haushalt 2027 beinhaltet geplante Änderungen der Einkommen- und Körperschaftsteuer. Nach dem Entwurf geht die Einkommensteuer (PIT) von zwei auf drei Stufen über: Der erste Freibetrag steigt von 120.000 PLN auf 130.000 PLN bei einem Satz von 12 %, eine Zwischenstufe von 24 % für Einkünfte zwischen 130.000 PLN und 150.000 PLN wird eingeführt, und ein Satz von 32 % gilt für Einkünfte über 150.000 PLN. Die Maßnahme soll 3,5 Millionen Steuerzahler betreffen. Zur Entlastung des Haushalts wird die Körperschaftsteuer (CIT) für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro (über 200 Millionen PLN) von 19 % auf 22 % erhöht. Bis Ende Juli 2026 hatte sich das Staatsdefizit auf 141,1 Mrd. PLN summiert, was 51,9 % des Jahresziels entspricht.
- 2026-01
- 23.2 Mrd. PLN
- 2026-02
- 48.5 Mrd. PLN
- 2026-03
- 69.5 Mrd. PLN
- 2026-04
- 89.3 Mrd. PLN
- 2026-05
- 108.2 Mrd. PLN
- 2026-06
- 123.7 Mrd. PLN
- 2026-07
- 141.1 Mrd. PLN
Makroökonomische Prognosen und Lohnregeln
Die für die Haushaltsannahmen 2027 zugrunde gelegten makroökonomischen Prognosen gehen von einem jährlichen BIP-Wachstum von 3,1 %, einer durchschnittlichen jährlichen Inflation von 2,5 % und einer registrierten Arbeitslosenquote von 5,6 % zum Jahresende aus. Die Regierung plant eine Gehaltserhöhung von 3 % für den öffentlichen Dienst und prognostiziert ein gesamtwirtschaftliches Lohnwachstum von 5,6 %. Die Renten- und Erwerbsminderungsrentenanpassung soll mindestens 3,48 % betragen. Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 2027 auf 4.950 PLN pro Monat, der Mindeststundenlohn auf 32,30 PLN. Nach der Vorlage beim Parlament bis zum 30. September schreibt die polnische Verfassung vor, dass der Haushalt innerhalb von vier Monaten den Präsidenten erreichen muss, mit einer Frist von sieben Tagen für die Unterschrift des Präsidenten.


