
ZUS-Präsident Liwiusz Laska: Gesellschaft nicht bereit für Anhebung des Rentenalters, aber Frauen gehen im Schnitt mit 61,5 Jahren in Rente
ZUS-Präsident Liwiusz Laska sagte der Rzeczpospolita, dass die polnische Gesellschaft nicht bereit für eine Debatte über die Anhebung des Rentenalters sei, und berief sich auf Umfragen. Er stellte fest, dass Frauen bereits länger arbeiten, wobei das durchschnittliche Renteneintrittsalter 61,5 Jahre erreicht.
Keine Bereitschaft zur Anhebung des Rentenalters
ZUS-Präsident Liwiusz Laska sagte in einem am 24. Juli 2026 veröffentlichten Interview mit der Rzeczpospolita, dass die polnische Gesellschaft noch nicht bereit für eine Diskussion über die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters sei. Er verwies auf Meinungsumfragen, die er vor etwa eineinhalb Jahren eingesehen hatte und die zeigten, dass eine Mehrheit der Polen die aktuellen Grenzen von 60 für Frauen und 65 für Männer beibehalten möchte.
Als Gesellschaft sind wir heute nicht bereit für eine Diskussion über die Anhebung des Rentenalters.
Laska betonte, dass die Rolle der ZUS nicht darin bestehe, eine politische Debatte zu führen, sondern den Bürgern die Konsequenzen ihrer Entscheidungen aufzuzeigen. Er sagte, die Institution könne deutlich darlegen, wie sich eine Verlängerung des Erwerbslebens auf die Höhe der künftigen Rente auswirke.
Frauen arbeiten bereits über 60 hinaus
Trotz des gesetzlichen Rentenalters von 60 Jahren entscheiden sich Frauen zunehmend dafür, länger auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben. Laska stellte fest, dass das durchschnittliche tatsächliche Renteneintrittsalter von Frauen bei etwa 61,5 Jahren liegt. Bei Männern fällt das durchschnittliche Austrittsalter von 65 praktisch mit dem gesetzlichen Rentenalter zusammen.
Frauen entscheiden sich zunehmend selbst dafür, länger beruflich aktiv zu bleiben, und derzeit liegt das durchschnittliche tatsächliche Renteneintrittsalter bei etwa 61,5 Jahren, obwohl das gesetzliche Rentenalter 60 Jahre beträgt.
Er sagte, dieser Trend zeige, dass das Bewusstsein für die wirtschaftlichen Folgen eines vorzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben allmählich wachse. Er warnte jedoch, dass Frauen den Arbeitsmarkt oft zu dem Zeitpunkt verließen, an dem sie die höchsten Einkommen und die größte Berufserfahrung hätten, was einer der Gründe dafür sei, dass die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern nach wie vor erheblich sei und sich in den letzten Jahren sogar noch vergrößert habe.
- Frauen gesetzlich
- 60 Jahre
- Frauen tatsächlich
- 61.5 Jahre
- Männer gesetzlich
- 65 Jahre
- Männer tatsächlich
- 65 Jahre
Instrumente zur Steigerung der künftigen Rente
Laska ermutigte die Polen, regelmäßig ihre Rentenprognosen zu überprüfen und zusätzliche Sparinstrumente wie PPK (Arbeitnehmer-Kapitalpläne) und IKZE (Individuelle Rentenschutzkonten) in Betracht zu ziehen. Er sagte, die Planung einer längeren Erwerbstätigkeit sei eine der effektivsten Möglichkeiten, die Höhe der künftigen Rente zu erhöhen.
Jedes zusätzliche Arbeitsjahr bedeutet eine höhere Rente, und das ist besonders für Frauen von Bedeutung.
Er wies darauf hin, dass es bereits Rechner gebe, die zeigen, wie stark die Rente steigen würde, wenn jemand ein oder zwei Jahre länger arbeite. Aber nur wenige Menschen nutzten sie, und das Interesse zeige sich oft erst kurz vor Erreichen des Rentenalters, wenn der Spielraum zur Erhöhung der Rente viel geringer sei. Um dem entgegenzuwirken, habe die ZUS in diesem Jahr das Programm Aktywni 50+ gestartet, das Informationen darüber biete, wie das Rentensystem funktioniere und welche Möglichkeiten zur Steigerung des Renteneinkommens bestünden.
Politischer Kontext und frühere Reformen
Das Interview erfolgt vor dem Hintergrund erneuter politischer Aufmerksamkeit für das Rentenalter. Die Ministerin für Fonds und Regionalpolitik Katarzyna Pełczyńska-Nałęcz hatte kürzlich vorgeschlagen, dass kinderlose Frauen das gleiche Rentenalter haben sollten wie Männer. Das polnische Rentenalter ist seit einer Reform im Jahr 2013, die eine schrittweise Anhebung auf 67 für beide Geschlechter vorsah und nach einem Regierungswechsel rückgängig gemacht wurde, ein politisch sensibles Thema. Die alte Aufteilung 60/65 wurde wiederhergestellt.
- Regierung hebt Rentenalter schrittweise auf 67 für beide Geschlechter an
- Neue Regierung stellt die vorherigen Altersgrenzen von 60 für Frauen und 65 für Männer wieder her
- ZUS-Präsident sagt, Gesellschaft sei nicht bereit für weitere Debatte über Anhebung des Rentenalters
Laska räumte ein, dass das Thema eine sehr verantwortungsvolle Debatte erfordere, die sowohl soziale Aspekte als auch die langfristigen Auswirkungen auf die künftigen Renten berücksichtige. Derzeit sehe er jedoch keine Bereitschaft für ein solches Gespräch.


