Regierung · Warschau
Polnischer Sejm beschließt zwei Änderungen des Abtreibungsrechts – Landesweiter Frauenstreik nennt sie einen Verrat
Der Sejm hat zwei Gesetzesänderungen zum polnischen Abtreibungsrecht verabschiedet. Der Landesweite Frauenstreik (Ogólnopolski Strajk Kobiet) hat zu Protesten in Dutzenden Städten im In- und Ausland aufgerufen.
Kurz gefasst
Das Gesetz streicht die Vorschrift, die die Hilfe bei einer Abtreibung bestrafte; für die Weitergabe von Informationen oder das Fahren einer Person zu einer Klinik drohten bis zu drei Jahre Haft.
Die Änderung des Familienplanungsgesetzes stellt die rechtmäßige Abtreibung wieder her, wenn Untersuchungen schwere und irreversible Fehlbildungen des Fötus zeigen, und kehrt damit das Urteil des Verfassungsgerichts von 2020 um.
Der Landesweite Frauenstreik rief unter dem Slogan „Legalna aborcja do 12. tygodnia!“ unter anderem in Warschau, Krakau, Breslau, Posen und Danzig zu Protesten auf.
Der Sejm hat nach monatelangem Warten über zwei Gesetzesvorhaben abgestimmt, die die Abtreibungsregeln in Polen ändern. Der Landesweite Frauenstreik (Ogólnopolski Strajk Kobiet) wies sie als Brosamen zurück, die in letzter Minute hingeworfen worden seien, und als Verrat an den Versprechen vor der Wahl. In seiner Erklärung heißt es, versprochen worden sei ein voller Zugang zur Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche gewesen, keine kosmetischen Änderungen.
Ein Gesetz ändert das Strafgesetzbuch und entkriminalisiert teilweise die Hilfe bei einem Schwangerschaftsabbruch. Nach der bisherigen Regelung konnten die Weitergabe von Informationen oder das Fahren einer Person zu einer Klinik mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden; diese Strafe ist nun aufgehoben. Das Gesetz schützt zudem Ärztinnen und Ärzte vor Strafverfolgung, wenn ein Abbruch nötig ist, um das Leben oder die Gesundheit einer Frau zu retten, oder wenn Untersuchungen schwere Fehlbildungen des Fötus zeigen. Das zweite Gesetz ändert das Gesetz über die Familienplanung und stellt die rechtmäßige Abtreibung wieder her, wenn Untersuchungen schwere und irreversible Fehlbildungen des Fötus zeigen; damit wird die Wirkung des Urteils des Verfassungsgerichts von 2020 umgekehrt, das Massenproteste ausgelöst hatte.
Als Reaktion rief der Landesweite Frauenstreik zu sofortigen Protesten unter dem Slogan „Legalna aborcja do 12. tygodnia!“ in mehreren Dutzend polnischen Städten und im Ausland auf. Die Quelle nennt Warschau, Krakau, Breslau, Posen und Danzig unter den geplanten Kundgebungsorten.
Quellen und Kontext
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