
Polen kündigt Steuerreform an: Anhebung der Einkommensteuerschwellen und Körperschaftssteuer auf 22 %
Premierminister Donald Tusk und Finanzminister Andrzej Domański haben ein Steuerreformpaket angekündigt, das einen neuen Einkommensteuersatz von 24 % einführt und die Körperschaftssteuer für große Unternehmen auf 22 % anhebt.
Umstrukturierung der persönlichen Einkommensteuerstufen
Premierminister Donald Tusk und Finanzminister Andrzej Domański haben ein Paket von Steueranpassungen angekündigt, das 2027 in Kraft treten soll. Nach dem Vorschlag wird die Schwelle für die zweite Einkommensteuerstufe von 120.000 PLN auf 130.000 PLN angehoben, wobei der Basissteuersatz von 12 % bis zu dieser Grenze beibehalten wird. Die Regierung hat außerdem eine Zwischensteuerstufe von 24 % für Jahreseinkommen zwischen 130.000 PLN und 150.000 PLN eingeführt. Einkommen über 150.000 PLN unterliegen weiterhin dem Spitzensteuersatz von 32 %, der zuvor für alle Einkommen über 120.000 PLN galt.
Wenn wir 130.000 Zloty überschreiten, fallen wir nicht in diesen höchsten Satz von 32 Prozent, sondern wir werden 24 Prozent haben.
Nach Angaben von Domański werden rund 3,5 Millionen Steuerzahler von den angepassten Stufen profitieren, was jährliche Einsparungen von bis zu 3.600 PLN pro Person bringt. Łukasz Kozłowski, Chefökonom der Föderation Polnischer Unternehmer, berechnete, dass Arbeitnehmer mit Standardarbeitsvertrag, die mehr als 11.880 PLN brutto pro Monat verdienen, eine Steuerentlastung erfahren. Kozłowski stellte fest, dass die maximale Ersparnis von 3.600 PLN jährlich für Personen gilt, die über etwa 14.780 PLN brutto monatlich verdienen. Die monatlichen Entlastungen reichen von 21 PLN für Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 12.000 PLN bis zu 178 PLN für diejenigen mit 13.000 PLN brutto.
- Bis zu 130.000 PLN
- 12 %
- 130.000 bis 150.000 PLN
- 24 %
- Über 150.000 PLN
- 32 %
Ausgleichsabgaben für Unternehmen und Spitzenverdiener
Die Regierung kombinierte die persönliche Steuerentlastung mit Steuererhöhungen für große Unternehmen und Spitzenverdiener, um die Reform fiskalisch neutral zu halten. Die Körperschaftssteuer für Unternehmen mit Jahresumsätzen über 50 Millionen Euro (etwa 200 Millionen PLN) und Steuerkapitalgruppen wird von 19 % auf 22 % steigen. Domański wies darauf hin, dass ein Satz von 22 % dem EU-Durchschnitt entspricht, und merkte an, dass die Slowakei kürzlich ihren Körperschaftssteuersatz auf 24 % erhöht hat.
Dies ist eine Änderung, von der im nächsten Jahr 3,5 Millionen Steuerzahler profitieren werden. Der jährliche Gewinn, der Nutzen dieser Reform, kann bis zu 3.600 Zloty betragen.
Darüber hinaus wird der Solidaritätszuschlag auf individuelle Jahreseinkommen über 1 Million PLN um einen Prozentpunkt von 4 % auf 5 % erhöht. Die Einnahmenschwelle für die Pauschalsteuer auf registrierte Einnahmen sinkt von 2 Millionen Euro auf das Niveau vor 2021 von 250.000 Euro (etwa 1 Million PLN). Tusk erklärte, dass die Wahrung des fiskalischen Gleichgewichts zwingend erforderlich sei, da das gesamtstaatliche Defizit Polens bei fast 7 % des BIP liege. Die Staatshaushaltszahlen bis Juli zeigen ein Defizit von 141 Milliarden PLN, während die Mehrwertsteuer 192 Milliarden PLN einbrachte und die Schuldendienstkosten 46,6 Milliarden PLN erreichten.
- Mehrwertsteuereinnahmen
- 192 Mrd. PLN
- Haushaltsdefizit
- 141 Mrd. PLN
- Schuldendienstkosten
- 46.6 Mrd. PLN
Politische Kritik und Marktreaktion
Vertreter der oppositionellen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kritisierten den Plan als kosmetisch und übermäßig komplex. Der PiS-Abgeordnete Przemysław Czarnek argumentierte, dass die Beibehaltung eines Steuersatzes von 12 % bis zu 180.000 PLN einem Steuerzahler auf diesem Einkommensniveau jährlich 12.000 PLN sparen würde, verglichen mit 3.600 PLN unter dem Kabinettsvorschlag. Der frühere Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak forderte die Regierung auf, eine Vervielfachung der Steuerschwellen zu vermeiden. Der Chef der Präsidentenkanzlei, Paweł Szefernaker, lehnte die Maßnahmen ebenfalls ab und verwies auf einen Gesetzesentwurf des Präsidenten vom August 2025, der eine Schwelle von 140.000 PLN und eine Null-Einkommensteuer für Eltern mit zwei oder mehr Kindern vorsieht. Tusk räumte ein, dass unklar sei, ob Präsident Karol Nawrocki ein Veto gegen das Gesetz einlegen werde.
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An der Warschauer Börse stieg der WIG20-Index um 0,6 % und der breitere WIG legte nach der Ankündigung um 0,3 % zu. Bankaktien stiegen, angeführt von der PKO BP mit 3 % und der Bank Pekao mit 1,6 %. Dagegen fiel der Spieleentwickler CD Projekt um 2,5 % und das Einzelhandelsunternehmen Modivo verlor 1,2 %.

