Polen versetzt Territorialtruppen nach schweren Unwettern in 48-Stunden-Bereitschaft
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz versetzte am 22. August 20 Brigaden der Territorialverteidigung in erhöhte Alarmbereitschaft, nachdem schwere Sturmböen tausende Feuerwehreinsätze in ganz Polen ausgelöst hatten.
Rettungsdienste in mehreren Regionen im Einsatz
Schwere Sturmböen, starker Regen und Gewitter zogen am Samstag, den 22. August, über Polen hinweg und lösten landesweit tausende Notrufe aus. Allein in der Woiwodschaft Masowien verzeichnete die Feuerwehr knapp 2.400 Einsätze, gefolgt von über 1.000 in Ermland-Masuren und mehr als 850 in Kujawien-Pommern. Podlachien meldete knapp 500 Anrufe, während die Einsatzkräfte in der Woiwodschaft Łódź über 400 Fälle bearbeiteten. In Großpolen überstiegen die Anrufe 300, in Schlesien wurden über 200 registriert. In Kleinpolen, der Woiwodschaft Lublin, Niederschlesien und Pommern lagen die Anrufe in jeder Woiwodschaft bei über 100, während andere Regionen zwischen einem Dutzend und mehreren Dutzend Einsätzen verzeichneten. Als Reaktion auf die gefährlichen Wetterbedingungen evakuierten die Behörden vorsorglich zwölf Pfadfinderlager, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Starke Winde führten zudem zu Beeinträchtigungen der Eisenbahninfrastruktur, was zu weitreichenden Verspätungen auf den Strecken der PKP Intercity führte.
Militär versetzt Territorialbrigaden in erhöhte Alarmbereitschaft
Nach dem Einsetzen der gefährlichen Wetterbedingungen gab Vize-Ministerpräsident und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz auf der Social-Media-Plattform X bekannt, dass die Territorialverteidigung (WOT) in erhöhte Bereitschaft versetzt worden sei. Die Anordnung trat am Morgen des Samstags, 22. August, in Kraft und gilt für alle 20 WOT-Brigaden landesweit für eine Dauer von 48 Stunden, bis Montag, 24. August, 09:00 Uhr. Gemäß der Direktive wurden Soldaten aus 13 Brigaden, darunter Einheiten in Masowien, Niederschlesien, Schlesien, Łódź, Oppeln, Podlachien und Lublin, angewiesen, innerhalb von sechs Stunden nach Benachrichtigung einsatzbereit zu sein. Personal der verbleibenden sieben Brigaden, darunter Einheiten in der Karpatenvorland, Pommern und Kleinpolen, wurde eine 24-Stunden-Reaktionszeit eingeräumt.
- 6-Stunden-Bereitschaft
- 13 Brigaden
- 24-Stunden-Bereitschaft
- 7 Brigaden
Koordination mit den lokalen Behörden
Das Verteidigungsministerium stellte klar, dass die erhöhte Alarmbereitschaft nicht mit einem automatischen sofortigen Einsatz von Soldaten im Feld gleichzusetzen sei. Vielmehr gewährleiste die Maßnahme eine schnelle Verfügbarkeit, falls kommunale oder regionale Behörden logistische oder Rettungsverstärkung zur Bewältigung von Sturmschäden benötigten.
Kosiniak-Kamysz beschrieb den Zweck der 48-stündigen Bereitschaftsalarmierung in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung:
Sie ermöglicht die Zusammenarbeit mit Verwaltungseinheiten bei der Bedarfsermittlung und verkürzt die Vorbereitungszeit von Kräften und Mitteln, um Hilfe dort zu leisten, wo sie benötigt wird.
Unwetterwarnungen und Wettervorhersage
Die Militärmobilmachung ging mit Warnungen des Instituts für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW) einher. IMGW-Meteorologen gaben Gewitterwarnungen für Südwestpolen sowie Starkwindwarnungen für Podlachien, Łódź, Ermland-Masuren, Pommern, Heiligkreuz und die Woiwodschaft Lublin heraus. IMGW-Synoptikerin Anna Gryczman berichtete, dass sich die Wetterbedingungen im ganzen Land uneinheitlich verändern würden. Gryczman prognostizierte für Sonntag, den 23. August, in den nördlichen Regionen eine mäßige bis starke Bewölkung und vereinzelte Schauer, mit möglichen Gewittern über Pommern, Ermland, Masuren und dem nördlichen Podlachien. In den südlichen Regionen sei dagegen mit trockenen Bedingungen und Auflockerungen zu rechnen. Gryczman merkte an, dass nach einem weiteren kühlen und lokal regnerischen Tag am Montag eine allmähliche Besserung der Bedingungen im ganzen Land erwartet werde.
- Verteidigungsministerium aktiviert 48-stündige Bereitschaftsalarmierung für 20 Territorialbrigaden
- Sturmtief verursacht tausende Feuerwehreinsätze und verspätet Intercity-Züge
- Nordpolen mit Schauern und Küstengewittern, Süden mit Auflockerungen
- Geplantes Ende der 48-stündigen Bereitschaftsalarmierung der Territorialverteidigung


