
Dürre am Po: Wasserwagen in Dutzenden italienischen Gemeinden im Einsatz – Trinkwasseralarm wächst
Die Behörde des Po-Einzugsgebiets meldet eine mittlere Wasserbelastung, doch Trinkwasserengpässe erzwingen Tankwagenlieferungen in der Lombardei, im Veneto, im Piemont und in den Marken. Der Lago Maggiore liegt nahe seiner betrieblichen Mindestgrenze.
Aktuelle Schweregradeinschätzung
Das Osservatorio dell'Autorità di bacino del Po, die für das Po-Einzugsgebiet zuständige Behörde, bestätigte am 21. Juli, dass der Wasserbelastungsstatus weiterhin „mittel bei fehlenden Niederschlägen" sei. Diese Einschätzung erfolgt trotz jüngster Gewitter, die zwar eine gewisse Entlastung brachten, die zugrunde liegende Dürre jedoch nicht beheben konnten. Das Observatorium stellte fest, dass die Dürreklassifizierung zwar insgesamt mittel ist, sich die Trinkwassersituation jedoch rapide verschlechtert. Die nächste formelle Überprüfung ist für den 30. Juli angesetzt.
Das Trinkwasser ist jetzt der Sektor, der beginnt, ernsthafte Sorgen zu bereiten.
## Trinkwassernotlage Die unmittelbarste Sorge gilt der Versorgung mit Trinkwasser. In vier Regionen (Veneto, Lombardei, Piemont und Marken) sind zahlreiche Gemeinden inzwischen auf Wasserwagen angewiesen. Allein in der Lombardei haben 50 Gemeinden Schwierigkeiten, 17 erhalten Tankwagenlieferungen. Die Marken melden 32 betroffene Gemeinden. Zu den besonders stark belasteten Gebieten gehören das Rodigino im Veneto sowie die Bezirke Pavese, Vercellese, Novarese, Alessandrino und Cuneese im Piemont. Das Observatorium betonte, dass das Trinkwasser die Landwirtschaft als primären Notfall abgelöst habe.
- Lombardei
- 50 Gemeinden
- Marken
- 32 Gemeinden
Landwirtschaftliche Belastung und Seenstände
Die Landwirtschaft bleibt stark unter Druck. Im Piemont sind unter anderem Mais, Wiesen, Obstplantagen und Reis gefährdet. Das Sesia-Einzugsgebiet, das sich über Teile des Piemonts und der Lombardei erstreckt, wird als kritisch beschrieben. Auch die großen Seen leiden: Der Lago Maggiore ist auf seine untere Betriebsgrenze gefallen. Ohne nennenswerten Zufluss werden die Betreiber gezwungen sein, die Abflüsse auf ein Minimum zu reduzieren, um das gesamte System nicht zu gefährden. An den Pegelstationen Cremona und Borgoforte liegen die Durchflussmengen des Po weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt, was dem Zustand einer „schweren Dürre" entspricht.
Salzwassereinbruch im Po-Delta
Im Po-Delta dringt der Salzwasserkiel landeinwärts vor und betrifft nun stabil den Arm Po di Goro bei Ferrara. Obwohl die Flussdurchflüsse leicht gestiegen sind, reichen sie nicht aus, um den Salzeinbruch mit ausreichender Kraft zurückzudrängen. Dieser anhaltende Salzwasservorstoß gefährdet sowohl die landwirtschaftliche Bewässerung als auch die Süßwasserlebensräume im Delta.
Ausblick und nächste Schritte
Das Observatorium wird am 30. Juli erneut zusammentreten, um die Lage neu zu bewerten. Da viele Kulturen noch zusätzliche Bewässerung für die Vollreife benötigen und die Trinkwasserversorgung bereits angespannt ist, sind die kommenden Wochen entscheidend. Es wurden noch keine verbindlichen Wassernutzungsbeschränkungen angekündigt, aber die Kombination aus niedrigen Seereserven, verminderten Flussdurchflüssen und anhaltenden Hitzewellen deutet auf eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Maßnahmen hin.
- Observatorium bestätigt mittlere Schwere, Trinkwasseralarm
- Nächstes Observatoriumstreffen geplant


