Kurz gefasst
Südkoreanische Abgeordnete berufen sich auf Armeeschätzungen, die über Yonhap weitergegeben wurden: Nordkorea habe seit 2024 rund 960.000 Landminen entlang der Grenze verlegt – Zahlen, die am Freitag, dem 23. Oktober, gemeldet wurden.
Berichte beziffern die Gesamtzahl auf rund zwei Millionen, einschließlich der Minen des südkoreanischen Militärs, während Yonhap Expertenschätzungen von über 2 Millionen zitiert. Die Hälfte der Minen wurde in den vergangenen zwei Jahren verlegt.
Eine Explosion verletzte am 21. September drei südkoreanische Soldaten, einige schwer. Die Untersuchung in Seoul deutete auf nordkoreanische Antipersonenminen hin – ein Ergebnis, das Pjöngjang zurückwies.
Nordkorea beschuldigte Seoul, die Untersuchung erfunden zu haben, und drohte damit, die Lautsprecherpropaganda wieder aufzunehmen und taktische Waffen entlang der Grenze zu stationieren.
- Ende 2023Kim Jong Un bezeichnet Südkorea als „Hauptfeind“
- April 2024Die Befestigung der Grenze wird intensiviert
- 21.09.Explosion verletzt drei südkoreanische Soldaten in der DMZ
- 23.10.Yonhap meldet die Zahl der Abgeordneten von rund 960.000 seit 2024 verlegten Minen
Minenzahl entlang der Grenze
Südkoreanische Abgeordnete erklärten am Freitag, dem 23. Oktober, unter Berufung auf Schätzungen der Armee, nordkoreanische Truppen hätten seit 2024 rund 960.000 Landminen entlang der Grenze verlegt. Die Zahlen wurden von der Nachrichtenagentur Yonhap gemeldet, die angab, sie stammten von Mitgliedern der Verteidigungs- und Geheimdienstausschüsse der Nationalversammlung. Andere Berichte beziffern die Gesamtzahl der Minen in der entmilitarisierten Zone (DMZ) auf etwa zwei Millionen – eine Zahl, die auch vom südkoreanischen Militär gelegte Minen einschließt. Yonhap berichtete unter Berufung auf Expertenschätzungen, die Gesamtzahl liege über 2 Millionen und diese Schätzungen umfassten ebenfalls südkoreanische Minen. Den Abgeordneten zufolge wurde die Hälfte aller Minen in der Zone in den vergangenen zwei Jahren verlegt. Die DMZ ist ein rund vier Kilometer breiter und mehr als 200 Kilometer langer Landstreifen entlang der Demarkationslinie, die die beiden Staaten trennt.
- Von Nordkorea seit 2024 entlang der Grenze verlegt
- 960000 Minen
- Gesamtzahl in der DMZ, einschließlich südkoreanischer Minen
- 2000000 Minen
Daten aus dem Artikeltext
Grenzbefestigung unter Kim Jong Un
Seit dem Frühjahr 2024 treibt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un einen umfassenden Ausbau der Grenzverteidigung voran. Berichte besagen, er habe angeordnet, alle historischen Straßen- und Bahnverbindungen über die Grenze zu sprengen. Neben Minen haben nordkoreanische Truppen Barrieren und zusätzliche Stacheldrahtzäune entlang der militärischen Demarkationslinie (MDL) errichtet, die innerhalb der DMZ verläuft. Südkoreanische Truppen reagieren auf diese Aktivitäten nahe der Linie mit Lautsprecherdurchsagen und Warnschüssen. Kim hatte Südkorea Ende 2023 zum „Hauptfeind“ erklärt – erstmals rückte er damit vom Ziel der Wiedervereinigung ab, das Pjöngjang seit seiner Gründung 1948 verfolgt hatte. Nordkorea hat seither alle Verweise auf die Wiedervereinigung aus seiner Verfassung gestrichen.
Explosion und die Reaktion Pjöngjangs
Am 21. September verletzte eine Explosion, die durch eine nordkoreanische Landmine ausgelöst wurde, drei südkoreanische Soldaten, einige von ihnen schwer. Die Untersuchung in Seoul ergab, dass die Detonation von nordkoreanischen Antipersonenminen ausging. Pjöngjang wies die Verantwortung zurück und beschuldigte Südkorea, die Untersuchung erfunden zu haben. Zudem drohte es damit, die Propagandasendungen über Lautsprecher an der Grenze wieder aufzunehmen und dort taktische Waffen zu stationieren. Der Vorfall erhöhte nach den Berichten das Risiko weiterer Zusammenstöße entlang der Grenze.
Historischer Hintergrund der DMZ
Die DMZ wurde am 27. Juli 1953 durch das Abkommen von Panmunjom errichtet, das die Kämpfe im Koreakrieg von 1950 bis 1953 beendete. Das Kommando der Vereinten Nationen überwacht die Zone. Der Koreakrieg endete mit einem Waffenstillstand, einen Friedensvertrag haben die beiden Koreas nie unterzeichnet. Seither ist die Halbinsel in einen kommunistischen Norden und einen demokratischen Süden geteilt. Kims Abkehr von der Wiedervereinigung ändert damit ein lange verfolgtes politisches Ziel des Nordens.