
Polizei zerschlägt familiengeführten IPTV-Pirateriering mit 86.000 Abonnenten in 12 Ländern
Sieben Mitglieder einer kriminellen Vereinigung wurden bei koordinierten Razzien am 16. Juni 2026 auf Kreta, in Attika, Agrinio, Korfu und Samos festgenommen. Damit endete ein neunjähriger Betrieb, der Inhalte von Netflix, Cosmote TV, Disney+ und anderen gestohlen hatte.
Undercover-Infiltration
Ein Polizeibeamter der Abteilung für organisierte Kriminalität gab sich zwei Monate lang als Interessent aus und erhielt so Zugang zum Abonnentensystem. Diese Infiltration ermöglichte es den Behörden, nachzuvollziehen, wie die Organisation raubkopierte Software auf Fernsehgeräten installierte und Abonnements über ein zentrales Verwaltungspanel aktivierte.
Neun Jahre Piraterie
Seit mindestens 2017 betrieb die Gruppe ein professionelles illegales IPTV-Geschäft. Mit speziellen Decodern, Servern in Griechenland und im Ausland, VPNs und ständig wechselnden IP-Adressen fingen sie Live-Sender, Filme, Serien und Sportübertragungen von Anbietern wie Netflix, Cosmote TV, Nova, Disney+, Amazon, Bundesliga, Serie A, ANT1+ und Apple TV ab und sendeten sie zu weitaus niedrigeren Preisen weiter. Eine von der Polizei beschlagnahmte Datenbank enthielt mehr als 86.000 Kundendatensätze.
- Die kriminelle Organisation beginnt mit dem illegalen Streaming von Pay-TV-Inhalten.
- Ein Undercover-Beamter infiltriert das Netzwerk als Abonnent.
- Koordinierte Polizeirazzien in fünf Regionen; sieben Mitglieder festgenommen.
Geldwäsche und Luxus
Die illegalen Erlöse überstiegen 7 Millionen Euro, der Schaden für die legalen Plattformen belief sich auf über 50 Millionen Euro. Um die Einnahmequellen zu verschleiern, leiteten die Mitglieder das Geld über 58 Bankkonten in 12 europäischen Ländern (darunter Luxemburg, Schweiz, Frankreich, Belgien und Großbritannien), E-Wallets, Kryptowährungen, Prepaid-Karten und Bargeld. Das Bargeld finanzierte Luxusreisen, teure Hotels, Immobilienkäufe und die sofortige Rückzahlung von Hypothekendarlehen. Bei Durchsuchungen stellte die Polizei über 18.885 Euro Bargeld, vier Autos und ein Motorrad sicher.
- Illegale Gewinne
- 7 Mio. €
- Schaden für Anbieter
- 50 Mio. €
Internationale Infrastruktur
Die Gruppe gab mehr als 280.000 Euro für die logistische Infrastruktur aus, unterhielt Server in der Ukraine, Bulgarien und Agrinio sowie Proxyserver und änderte Domainnamen, um Sperren zu umgehen. Ein 24-Stunden-Techniksupport sorgte für einen unterbrechungsfreien Dienst. Die Kunden befanden sich in Deutschland, Australien, Zypern, Großbritannien, Polen, Italien, Schweden, Portugal, Neuseeland, Kanada, den Niederlanden und China.
Razzien und Festnahmen
Gleichzeitige Einsätze in fünf griechischen Regionen führten zur Festnahme von sechs Männern und einer Frau im Alter von 31 bis 73 Jahren. Die Ermittlungsakte umfasst fünf weitere mutmaßliche Komplizen und 71 Endnutzer. Unter den Festgenommenen waren ein Vater und seine beiden Söhne sowie zwei Brüder. Die Anklagepunkte umfassen gewerbs- und bandenmäßige Kriminalität, Verletzung von Urheberrechten, Schutz von Abonnementdiensten und schwere Geldwäsche.

