Britische Behindertenleistung PIP ist „nicht zweckmäßig“, stellt wegweisende Überprüfung fest und ebnet den Weg für eine umfassende Reform
Eine Zwischenüberprüfung der Regierung stellt fest, dass die persönliche Unabhängigkeitszahlung sowohl behinderte Menschen als auch den Staat im Stich lässt, wobei ihr Bewertungssystem als entmenschlichend beschrieben wird.
Ergebnisse der Überprüfung
Der lang erwartete Zwischenbericht zur persönlichen Unabhängigkeitszahlung (PIP), der am Donnerstag von Behindertenminister Sir Stephen Timms veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass die Leistung nicht mehr zweckmäßig ist. Er fordert eine grundlegende Änderung eines Systems, das heute rund vier Millionen Antragsteller in England und Wales unterstützt.
Dieser Zwischenbericht sendet eine klare Botschaft: Obwohl PIP als Leistung weithin geschätzt wird, funktioniert es nicht wie beabsichtigt und benötigt grundlegende Änderungen.
Die Überprüfung wurde von Premierminister Sir Keir Starmer in Auftrag gegeben, nachdem seine Regierung einen früheren Versuch aufgegeben hatte, die PIP-Berechtigung zu verschärfen – ein Schritt, der 4,8 Milliarden Pfund an Sozialausgaben gekürzt und einen Aufstand von über 100 Labour-Abgeordneten ausgelöst hätte.
Bewertungssystem in der Kritik
Antragsteller teilten der Überprüfung mit, dass das derzeitige punktbasierte Bewertungssystem erniedrigend sei und die Teilnahme an der Gesellschaft verhindere. Das Verfahren bewertet Personen anhand alltäglicher Aufgaben wie Waschen, Anziehen und Zubereiten von Mahlzeiten, aber der Bericht sagt, dass es mit dem sich wandelnden Verständnis von Gesundheit und Behinderung in den 13 Jahren seit Einführung des PIP im Jahr 2013 nicht Schritt gehalten habe.
Wir haben auch festgestellt, dass es mit dem sich wandelnden Verständnis von Gesundheit und Behinderung in den letzten 13 Jahren seit Einführung der Leistung nicht Schritt gehalten hat, daher glauben wir, dass eine ziemlich grundlegende Änderung notwendig ist.
Der Guardian berichtet, dass die Überprüfung sagen wird, das Punktesystem sei praktisch wertlos aufgrund der steigenden Zahl von Erkrankungen, insbesondere psychischen Erkrankungen, deren Schweregrad erheblich schwanken kann.
Fallzahlen und Kostendruck
Die Zahl der PIP-Antragsteller hat sich seit Januar 2019 mehr als verdoppelt, von 2,05 Millionen auf 4,01 Millionen im April 2026. Psychische Erkrankungen machen nun den größten Anteil aus, mit 1,56 Millionen Empfängern (39 Prozent), die solche Erkrankungen angeben.
- 2019-01
- 2.05 Millionen
- 2026-04
- 4.01 Millionen
Die Ausgaben für die Leistung werden bis 2030 voraussichtlich 41 Milliarden Pfund übersteigen. Sir Stephen räumte ein, dass die Nachhaltigkeit dieser Ausgabenentwicklung bei den endgültigen Entscheidungen ein Anliegen sein werde.
Politischer Hintergrund
Die Überprüfung wurde eingeleitet, nachdem Starmers Regierung von Plänen zurückgetreten war, die Beantragung von PIP zu erschweren. Dutzende Labour-Abgeordnete drohten, gegen die Maßnahmen zu stimmen, was den Minister veranlasste, seine Überprüfung anzukündigen. Der Zwischenbericht enthält sich expliziter Empfehlungen, aber seine Schlussfolgerungen deuten auf eine radikale Neugestaltung hin, anstatt auf eine strengere Punkteschwelle.
- Persönliche Unabhängigkeitszahlung eingeführt
- Starmer-Regierung gibt Pläne für Sozialkürzungen nach Labour-Rebellion auf
- Stephen Timms mit der Überprüfung des PIP beauftragt
- Zwischenbericht veröffentlicht, der PIP als nicht zweckmäßig bezeichnet
- Abschließende Empfehlungen erwartet
Nächste Schritte
Abschließende Empfehlungen werden für den Herbst erwartet. Das Mandat der Überprüfung erlaubt keine Vorschläge, die die prognostizierten Gesamtsozialausgaben erhöhen würden, aber Sir Stephen hat gesagt, er erwarte keine pauschalen Kürzungen der Zahlungen. Das Ministerium für Arbeit und Rente lehnte eine Stellungnahme zum Zwischenbericht ab.


