
Zwei Mehrfamilienhäuser in Kallithea nach Fund von Pikrinsäure-Fläschchen evakuiert
Die griechische Polizei evakuierte am 6. Oktober 2026 zwei Mehrfamilienhäuser und sperrte Straßen in Kallithea ab, nachdem ein Anwohner zwei Fläschchen mit kristallisierter Pikrinsäure in einem leerstehenden Gebäude entdeckt hatte.
Fund chemischer Fläschchen in Kallithea
Am Nachmittag des Dienstag, 6. Oktober 2026, kam es in der Athener Gemeinde Kallithea zu einem Noteinsatz, nachdem Behälter mit gefährlichen chemischen Stoffen entdeckt worden waren. Ein Anwohner verständigte die griechische Polizei und die Feuerwehr, nachdem er zwei verdächtige Glasfläschchen in Objekten an der Lascaridou- und der Iatridou-Straße bemerkt hatte. Konkrete Angaben der Einsatzkräfte bestätigten, dass der Fund in einem leerstehenden Wohngebäude in der Lascaridou-Straße 174 gemacht wurde; entsprechende Überprüfungen erstreckten sich auch auf benachbarte Objekte nahe der Kreuzung. Der meldende Anwohner gab an, die Substanz in den Fläschchen habe sich offenbar zu festen Kristallen verfestigt, was bei den Rettungskräften unmittelbar Bedenken hinsichtlich der chemischen Stabilität der Behälter auslöste.
Einsatz von Kampfmittelräumern und Evakuierungen
Als Reaktion auf den Notruf mobilisierten die Behörden Spezialeinheiten der griechischen Polizei und der Feuerwehr, um das umliegende Viertel zu sichern. Spezialtechniker der Einheit zur Entschärfung explosiver Kampfmittel der griechischen Polizei, bekannt als TEEM, trafen am Einsatzort ein, um den Inhalt der Fläschchen zu untersuchen und die Gefahr einer Explosion einzuschätzen. Als strikte Sicherheitsvorkehrung errichteten Polizeikräfte einen weiträumigen Sicherheitskordon um die Kreuzung Lascaridou-/Iatridou-Straße und sperrten sowohl Fußgänger- als auch Fahrzeugverkehr. Die Beamten evakuierten anschließend die Bewohner zweier nahe gelegener Mehrfamilienhäuser und sorgten dafür, dass die Anwohner in sicherer Entfernung blieben, während die Kampfmittelexperten die gefährlichen Stoffe untersuchten.
- Ein Anwohner entdeckt zwei Glasfläschchen mit kristallisierten Chemikalien in einem leerstehenden Gebäude in der Lascaridou-Straße.
- Der Anwohner verständigt die griechische Polizei und die Feuerwehr und meldet das Vorhandensein mutmaßlich explosiver Stoffe.
- Techniker der Einheit zur Entschärfung explosiver Kampfmittel treffen ein, um die chemischen Behälter zu begutachten.
- Die Polizei sperrt die Kreuzung Lascaridou-/Iatridou-Straße ab und evakuiert die Bewohner zweier Mehrfamilienhäuser.
Explosionsgefahr und die Natur der Pikrinsäure
Feuerwehrkreise bestätigten, dass es sich bei der Substanz in den beiden entdeckten Behältern um Pikrinsäure handelte, eine chemische Verbindung, die für ihre explosive Wirkung bekannt ist. Der Stoff wurde im Ersten Weltkrieg in großem Umfang militärisch eingesetzt und fand historisch auch in Industrielabors und in der Farbstoffherstellung Verwendung. Die Behörden wiesen darauf hin, dass Pikrinsäure ein schweres Risiko darstellt, wenn sie trocken oder kristallisiert vorliegt, da die Kristalle empfindlich auf Reibung, Hitze und mechanische Einwirkung reagieren. Feuerwehrkräfte betonten, dass eine Bewegung der Behälter eine erhebliche Gefahr einer unbeabsichtigten Detonation beim Umgang und Transport birgt, weshalb das Kampfmittelräumkommando vor der Bergung sorgfältige Sicherungsmaßnahmen vorbereiten musste.
Ermittlungen zur Herkunft der Behälter
Die Ermittler der griechischen Polizei leiteten eine aktive Untersuchung ein, um zu klären, wie die gefährlichen Fläschchen in das leerstehende Gebäude und benachbarte Objekte gelangt waren. Die Strafverfolgungsbehörden arbeiten daran, die genaue Herkunft der Chemikalien, den Zeitpunkt ihrer Anwesenheit an dem Ort und die Frage zu klären, ob die Gegenstände aus früheren Nutzungen des Gebäudes oder aus jüngeren Aktivitäten stammen. Die Beamten vor Ort sammelten erste Informationen von Anwohnern und überprüften angrenzende Grundstücke auf weitere Hinweise auf zurückgelassene Gefahrstoffe. Der Kordon und die Evakuierung der beiden Mehrfamilienhäuser blieben aufrechterhalten, während technische Teams die sichere Neutralisierung und Entsorgung der Behälter durchführten.
