
Französischer Journalist und „Les Grosses Têtes“-Moderator Philippe Bouvard mit 96 Jahren gestorben
Die französische Medienpersönlichkeit Philippe Bouvard, der 37 Jahre lang RTLs „Les Grosses Têtes“ moderierte und Zehntausende Artikel schrieb, starb am 24. August 2026 in seinem Haus in Cannes.
Tod in Cannes
Der französische Radio- und Fernsehmoderator Philippe Bouvard starb am 24. August 2026 im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in Cannes. Seine Frau gab seinen Tod gegenüber dem Radiosender RTL bekannt, für den er fast sechs Jahrzehnte gearbeitet hatte. RTL-Morgenmoderatorin Céline Landreau gab die Nachricht live auf Sendung bekannt und wies darauf hin, dass er gegen 8:00 Uhr morgens gestorben sei. Bouvard hatte sich in den letzten Jahren aus dem aktiven Sendebetrieb zurückgezogen, nachdem er im Juni 2024 seine letzte regelmäßige Radiokolumne verlesen hatte.
Er ist heute Morgen gegen 8 Uhr friedlich eingeschlafen.
Aufstieg im Printjournalismus
Geboren am 6. Dezember 1929 in Coulommiers, wuchs Bouvard während der deutschen Besatzung Frankreichs auf und lebte mit seiner Familie im Versteck. Nachdem er das Centre de formation des journalistes ohne Diplom verlassen hatte, begann er 1953 seine Medienkarriere als Laufbursche in der Fotoabteilung von Le Figaro. Der Zeitungsdirektor Pierre Brisson bemerkte sein schriftstellerisches Talent und setzte ihn im Pariser Gesellschaftsressort ein. Bouvard leitete die Pariser Seiten von 1962 bis 1973, als er zu France Soir wechselte. Während seiner Printkarriere war er Redakteur, Direktor und Leitartikler auf der Titelseite von France Soir bis September 2003 und schrieb gleichzeitig Kolumnen für Paris Match, L'Express, Le Point und VSD. Im Laufe seiner Karriere verfasste er schätzungsweise 30.000 Zeitungsartikel.
Vier Jahrzehnte „Les Grosses Têtes“
Bouvard begann 1965 beim Sender Radio Luxembourg zu senden, ein Jahr bevor dieser sich in RTL umbenannte. 1968 wurde er Chefredakteur und startete am 1. April 1977 die Comedy-Talkshow „Les Grosses Têtes“. Ursprünglich als Kulturdiskussionsformat konzipiert, hatte die Sendung regelmäßige Gäste wie Jacques Martin, Jean Yanne, Thierry Le Luron und Sophie Desmarets und wurde zum meistgehörten Radioprogramm Frankreichs. Die RTL-Führung ersetzte Bouvard im Mai 2000 durch Christophe Dechavanne, doch sinkende Hörerzahlen veranlassten den Sender, ihn Monate später wieder einzusetzen. Bouvard trat im September 2014 nach 37 Jahren von der Sendung zurück und übergab die Rolle an Laurent Ruquier.
Nicht ich habe die Entscheidung getroffen aufzuhören, aber ich habe sie akzeptiert. Die Ankündigung dieser Aufgabe, denn darum handelt es sich, ist herzzerreißend.
Fernsehplattform für Comedians
Neben dem Radio moderierte Bouvard rund 6.000 Fernsehsendungen. Am 13. September 1982 debütierte er auf Antenne 2 mit „Le Petit Théâtre de Bouvard“, einer Sketch-Comedy-Show, die bis 1987 lief. Die Sendung bot Comedians und Schauspielern wie Muriel Robin, Mimie Mathy, Pascal Légitimus, Chevallier und Laspalès, Michèle Bernier, Pierre Palmade, Jean-Marie Bigard und Valérie Lemercier frühe Karrierechancen. Später produzierte und moderierte er Sendungen auf TF1, France 2, France 3 und Paris Première. Bouvard verlas am 23. Juni 2024 seine letzte reguläre RTL-Sendung und gab die Absicht bekannt, sich im Januar 2025 offiziell in den Ruhestand zu verabschieden, um 60 Jahre beim Sender zu erreichen.
- Eintritt bei Le Figaro, bevor er zum Leiter der Pariser Seiten aufstieg
- Beginn der Sendetätigkeit bei Radio Luxembourg, später RTL
- Wechsel von Le Figaro zu France Soir als Redakteur und Kolumnist
- Start von „Les Grosses Têtes“ auf RTL
- Premiere von „Le Petit Théâtre de Bouvard“ auf Antenne 2
- Rücktritt von „Les Grosses Têtes“ nach 37 Jahren
- Letzte reguläre Radiokolumne auf RTL
- Gestorben in seinem Haus in Cannes im Alter von 96 Jahren

