
Marjane Satrapi, Autorin von ‚Persepolis‘, die Irans Geschichte eine universelle Stimme verlieh, stirbt mit 56 Jahren
Die iranisch-französische Künstlerin und Filmemacherin, deren grafische Erinnerungen ‚Persepolis‘ zu einem internationalen Phänomen wurden, ist in Paris gestorben, ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns Mattias Ripa.
Marjane Satrapi, die iranisch-französische Künstlerin, Filmemacherin und Autorin der autobiografischen Graphic Novel ‚Persepolis‘, ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Ihre Familie gab ihren Tod am Donnerstag bekannt und erklärte, sie sei ein gutes Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns, des schwedischen Schauspielers, Produzenten und Drehbuchautors Mattias Ripa, der am 8. April 2025 starb, an ‚Traurigkeit‘ gestorben.
Ein Leben im Exil, in Schwarz-Weiß gezeichnet
Geboren 1969 in Rascht am Kaspischen Meer, wuchs Satrapi in einer säkularen, politisch engagierten Familie in Teheran auf. Ihre Kindheit wurde durch die Islamische Revolution von 1979 und den darauf folgenden Iran-Irak-Krieg unterbrochen. Mit 14 schickten ihre Eltern sie zum Schulbesuch nach Wien. Später kehrte sie nach Iran zurück, um Visuelle Kommunikation zu studieren, heiratete und ließ sich scheiden, bevor sie Mitte der 1990er Jahre nach Frankreich ging. Sie ließ sich in Paris nieder und studierte an der École des Arts Décoratifs in Straßburg.
Als ich in Paris ankam, war das Fehlen von Spaß das, was mich am meisten überraschte. Es war Paris, eine graue Stadt. Die Leute hatten Abendessen und alle redeten über Mitterrands Tod, dann stritten sie sich über Alain Juppé. Ist das die Party?
Das ‚Persepolis‘-Phänomen
Satrapi verarbeitete ihr Leben voller Revolution, Exil und Rückkehr in ‚Persepolis‘, die karge schwarz-weiße Erinnerungen, die ihre Kindheit während und nach der Islamischen Revolution Irans von 1979 schilderte. Die zwischen 2000 und 2003 in vier Bänden veröffentlichte Graphic Novel wurde zu einem internationalen Erfolg. 2007 führte sie gemeinsam mit Vincent Paronnaud Regie bei einer Animationsfilmadaption, die den Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes gewann und für einen Oscar nominiert wurde.
Du hast die Welt mit Comics verändert und dir waren Comics völlig egal.
Eine Stimme für iranische Frauen und Freiheit
Satrapi wurde zu einer prominenten Stimme zu den Themen Exil, Frauenfreiheit und Autoritarismus und nutzte häufig ihre öffentliche Plattform, um die Unterdrückung im Iran anzuprangern. 2025 lehnte sie die Ehrenlegion, Frankreichs höchsten Verdienstorden, mit der Begründung ab, die französischen Medien hätten von Frankreichs ‚heuchlerischer Haltung‘ gegenüber dem Iran berichtet.
Ich kann nicht weiter zusehen, wie die Kinder iranischer Oligarchen ihre Ferien in Frankreich verbringen, ja sogar eingebürgert werden, während gleichzeitig junge Dissidenten Schwierigkeiten haben, ein Touristenvisum zu bekommen, um zu sehen, wie das Land der Aufklärung und der Menschenrechte aussieht.
Nachrufe aus der Kunst- und Politikwelt
Das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erklärte, ihr Tod sei der ‚einer Gestalt der französischen Kultur und einer freiheitsliebenden Künstlerin, deren Werk eine universelle Botschaft trug und ihr immense internationale Berühmtheit eingebracht hatte‘. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire nannte sie ein ‚Genie, eine freie und kreative Künstlerin‘. Die Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, sagte, Satrapi habe ‚ihr Werk zu einem Akt der Freiheit gemacht‘ und ‚der iranischen Revolution ein Gesicht und eine Stimme gegeben, den Kampf für die Freiheit und Würde der Frauen zu führen‘.
Ihr zuzuhören, wie sie über Frauen, über den Iran, über Meinungsfreiheit, über die Freiheit selbst sprach, gab Energie und Hoffnung. Sie war eine radikal freie Frau. Frei, von ihrer Kunst zu leben, frei, vor Kummer zu sterben.
Ein Vermächtnis jenseits von ‚Persepolis‘
Satrapi führte später Regie bei Filmen wie ‚Huhn mit Pflaumen‘, ‚The Voices‘ und ‚Radioactive‘ über die Wissenschaftlerin Marie Skłodowska Curie. Für die Olympischen Spiele 2024 in Paris entwarf sie außerdem ein neun Meter langes Woll-Triptychon, das Athleten zeigt, die um den Eiffelturm konkurrieren. Künstlerkollegen wie Riad Sattouf, Pénélope Bagieu und Christophe Blain würdigten sie, wobei Sattouf anmerkte, dass ‚ihr Werk einen Weg eröffnete, dem viele gefolgt sind, und ich war der Erste.‘
- Geboren in Rascht, Iran, am Kaspischen Meer.
- Die Islamische Revolution stürzt den Schah; Satrapis Kindheit verändert sich.
- Im Alter von 14 Jahren schicken ihre Eltern sie zum Schulbesuch nach Wien.
- Verlässt den Iran in Richtung Frankreich und lässt sich schließlich in Paris nieder.
- Der erste Band von ‚Persepolis‘ erscheint in Frankreich.
- Der vierte und letzte Band von ‚Persepolis‘ erscheint.
- Der Animationsfilm ‚Persepolis‘ gewinnt den Preis der Jury in Cannes.
- Entwirft ein neun Meter langes Woll-Triptychon für die Olympischen Spiele in Paris.
- Lehnt die Ehrenlegion ab; Ehemann Mattias Ripa stirbt am 8. April.
- Stirbt im Alter von 56 Jahren in Paris.


