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Kunst & Bücher·vor 1 Std.

Franko-iranische Künstlerin Marjane Satrapi, Schöpferin von ‚Persepolis‘, stirbt mit 56 Jahren

Die Künstlerin starb ‚aus Trauer‘ etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns Mattias Ripa, teilte ihre Familie am Donnerstag mit.

Marjane Satrapi, die franko-iranische Graphic-Novel-Autorin, Illustratorin und Filmemacherin, die mit der autobiografischen Comicreihe und dem Film ‚Persepolis‘ weltweit bekannt wurde, ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Ihr Umfeld bestätigte die Nachricht am Donnerstag gegenüber der AFP und erklärte, sie sei ‚aus Trauer‘ nach dem Verlust ihres Ehemanns gestorben.

Marjane Satrapi starb aus Trauer etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod von Mattias Ripa, ihrem Ehemann und der Liebe ihres Lebens.

Erklärung der Familie Satrapi

Ein Leben zwischen Teheran und Paris

Geboren 1969 in Rascht und aufgewachsen in Teheran, war Satrapi die Tochter einer fortschrittlichen, politisch engagierten Familie. Als Kind erlebte sie den Sturz des Schahs und die Errichtung der Islamischen Republik. Mit 14 Jahren schickten ihre Eltern sie zum Studium nach Wien, um der zunehmenden Unterdrückung zu entkommen. Nach einer kurzen Rückkehr in den Iran zog sie 1994 endgültig nach Frankreich und begann ihre Karriere im Comicbereich. 2006 wurde sie französische Staatsbürgerin.

‚Persepolis‘ und eine universelle Geschichte

Der schwarz-weiße Graphic Novel ‚Persepolis‘, veröffentlicht in zwei Bänden zwischen 2000 und 2001, erzählt ihre Jugend in Teheran während der Islamischen Revolution und des anschließenden Iran-Irak-Krieges sowie ihr schmerzhaftes Exil in Europa. Das Werk wurde 2001 auf dem Internationalen Comicfestival in Angoulême ausgezeichnet. Satrapi führte gemeinsam mit Vincent Paronnaud Regie bei der animierten Filmadaption; diese gewann 2007 den Jurypreis der Filmfestspiele von Cannes. Ein weiterer ihrer im Iran spielenden Alben, ‚Hühner mit Pflaumen‘, gewann 2005 den Preis für das beste Album in Angoulême und wurde 2011 ebenfalls verfilmt.

Auch wenn dieser Film universell ist, möchte ich ihn allen Iranern widmen.

Eine scharfe Kritikerin des iranischen Regimes

Satrapi war eine entschiedene Gegnerin der theokratischen Regierung in Teheran. In einem Interview mit dem Corriere della Sera aus dem Jahr 2023 äußerte sie Bewunderung für die protestierenden Angehörigen der Generation Z, die nach dem Tod von Mahsa Amini auf die Straße gingen, und sagte, die Kultur der patriarchalen Frauenfeindlichkeit sei gefallen. Sie stellte fest, dass heute über 80 % der Iraner lesen und schreiben können, verglichen mit 40 % im Jahr 1979, und dass der Internetzugang alles für die jungen Iraner verändert habe.

Wenn man aufhört, sich vor dem Tyrannen zu fürchten, verliert er seine Macht. Wenn man ihn schlägt, bricht er einem vielleicht einen Zahn, aber man schlägt wieder zu, weil man sich befreit hat: Wir sind dabei, wieder zuzuschlagen.

Verweigerung der Ehrenlegion

2025 lehnte Satrapi die französische Ehrenlegion ab, um zu protestieren, was sie als heuchlerische Haltung Frankreichs gegenüber dem Iran bezeichnete, der damals eine neue Welle der Unterdrückung erlebte. Auf Instagram erklärte sie, sie habe Schwierigkeiten, die Politik Frankreichs gegenüber dem Iran zu verstehen, und beklagte, dass jungen freiheitsliebenden Iranern, Dissidenten und Künstlern Visa verweigert würden. Sie betonte, die Weigerung sei keine Aktion gegen Frankreich, ein Land, das sie sehr liebe.

Persönlicher Verlust

Ihr Ehemann Mattias Ripa, ein schwedischer Ökonom, Produzent, Schauspieler und Drehbuchautor, den sie vor über 30 Jahren in Paris kennengelernt hatte, starb am 8. April 2025 im Alter von 52 Jahren. Das Paar war 31 Jahre lang zusammen. Satrapis Instagram-Account trug die Spuren ihrer Trauer; in einem Beitrag hieß es: ‚Ich habe die Liebe meines Lebens verloren.‘

Paris · Teheran · Rascht

8 Quellen

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