
Pentagon setzt Testosteron-Screening-Leitlinie für Soldaten ab 30 vorübergehend außer Kraft
Das US-Verteidigungsministerium hat seine neu veröffentlichten klinischen Leitlinien für obligatorische Hormontests weniger als 24 Stunden nach deren Online-Stellung zurückgezogen und erklärte, der Entwurf bedürfe Aktualisierungen, während Übergangsregeln in Kraft blieben.
Das US-Verteidigungsministerium hat am 3. September 2026 sein klinisches Protokoll für militärische Hormontests zurückgezogen, weniger als 24 Stunden nachdem es das Dokument online veröffentlicht hatte. Das Memorandum mit dem Titel "Clinical Guidance for Health and Human Performance Optimization" wurde am 2. September 2026 auf den offiziellen Websites des Pentagons und der Defense Health Agency veröffentlicht. Die Richtlinie sollte sofort in Kraft treten, doch am Donnerstagmorgen waren beide Links mit "Seite nicht gefunden"-Fehlern deaktiviert. Eine begleitende Stellungnahme von Pentagon-Sprecher Sean Parnell wurde ebenfalls von der offiziellen Website entfernt.
Ein Verteidigungsbeamter bestätigte, dass das Dokument offline genommen wurde, um Überarbeitungen vor der Neuveröffentlichung einer endgültigen Fassung vorzunehmen.
Der am 2. September 2026 veröffentlichte Entwurf wurde vorübergehend zurückgezogen, um Aktualisierungen zu ermöglichen.
Testprotokolle für aktive Soldaten und Reservisten
Die zurückgezogene Leitlinie legte standardisierte Screening-Verfahren fest, die sowohl aktive Soldaten als auch Reservisten während der regelmäßigen jährlichen medizinischen Untersuchungen abdeckten. Gemäß dem Protokoll mussten männliche Soldaten ab 30 Jahren einen ersten Screening-Fragebogen ausfüllen, der zu Labortests zur Bestimmung der Gesamttestosteronwerte führen konnte. Soldaten unter 30 Jahren waren nicht zu obligatorischen Blutabnahmen verpflichtet, konnten aber auf freiwilliger Basis Tests beantragen oder bei Auftreten von Symptomen eine klinische Überweisung erhalten.
Bei weiblichen Soldaten schrieb das Rahmenwerk keine routinemäßigen Hormon-Blutuntersuchungen vor. Stattdessen sollten weibliche Soldaten ab 35 Jahren bei Routineuntersuchungen mittels Fragebögen auf Symptome von Hormonstörungen untersucht werden. Eine Testosterontherapie für Frauen war auf bestimmte Erkrankungen mit nachgewiesener klinischer Evidenz wie Hypoaktive sexuelle Luststörung beschränkt.
- Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigt obligatorisches Testosteron-Screening für Truppen an
- Pentagon veröffentlicht klinische Leitlinie mit Details zum Hormon-Screening
- Leitlinie und offizielle Stellungnahmen aus den Websites des Verteidigungsministeriums zwecks Aktualisierung entfernt
- US-Arzneimittelbehörde FDA beruft Expertengremium zur medizinischen Anwendung von Testosteron ein
Begründung der Führung und Behandlungsrahmen
Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte das obligatorische Screening-Programm im Juli 2026 an und stellte die Hormonüberwachung als Methode zur Unterstützung der körperlichen Leistungsfähigkeit und langfristigen Gesundheit in den Reihen dar. Das Verteidigungsministerium charakterisierte Testosteron als einen wichtigen biologischen Indikator, der mit körperlicher Stärke, Knochenmineraldichte, aerober Fitness, kardiovaskulärer Gesundheit und depressiven Symptomen verbunden ist. Ministeriumsbeamte stellten fest, dass anhaltender Operationsstress, anspruchsvolle Einsatzzyklen, Schlafstörungen und körperliche Traumata im Militärdienst die natürliche Hormonproduktion unterdrücken können.
Nach den veröffentlichten Leitlinien konnten Personal, bei dem Hypogonadismus diagnostiziert wurde, eine Hormonersatztherapie in Anspruch nehmen, wobei die Annahme der medizinischen Behandlung freiwillig blieb. Hegseth verteidigte die Initiative im Juli mit der Aussage, dass die Tests darauf abzielten, natürliche physiologische Ausgangswerte wiederherzustellen und die für militärische Operationen erforderliche biologische Grundlage zu erhalten, anstatt künstliche Leistungssteigerungen zu ermöglichen.
Medizinische Skepsis und bevorstehende FDA-Überprüfung
Die Screening-Pflicht ist auf Kritik von Ärzten gestoßen, die die wissenschaftliche Grundlage bevölkerungsweiter Hormontests in Frage stellten. Medizinexperten äußerten Bedenken, dass Routine-Screenings zu unnötigen oder potenziell schädlichen Testosterontherapien führen könnten, und wiesen darauf hin, dass es nur wenige klinische Daten gibt, die belegen, dass breit angelegte Tests die militärische Einsatzbereitschaft verbessern.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat für Mitte September 2026 ein Beratungstreffen von Medizinexperten angesetzt, um die klinische Anwendung und Sicherheit von Testosteronprodukten zu bewerten. Verteidigungsbeamte erklärten, dass während der Überarbeitung der Leitlinie die Übergangs-Screening-Anweisungen in Kraft bleiben und die endgültige Version der klinischen Leitlinie voraussichtlich bald veröffentlicht wird.


