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Gericht in Lyon eröffnet Prozess gegen Mann, der Dominique Pelicot um Rat zur Betäubung und Vergewaltigung seiner Partnerin bat

Ein 39-jähriger ehemaliger Leibwächter wird beschuldigt, seine Partnerin betäubt, die Übergriffe gefilmt und die Bilder online geteilt zu haben. Ermittler fanden Nachrichten, in denen er Dominique Pelicot um Rat bat.

Der Angeklagte und die Anklage

Ein 39-jähriger ehemaliger Leibwächter, von Le Parisien als Anthony E. identifiziert, muss sich seit Donnerstag vor dem Strafgericht von Rhône in Lyon verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seine Partnerin mit K.-o.-Tropfen vergewaltigt sowie die Taten ohne ihr Wissen gefilmt und im Internet verbreitet zu haben. Der zweitägige Prozess findet am 11. und 12. Juni 2026 statt, das Urteil wird für Freitagabend erwartet. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Die Verbindung zu Dominique Pelicot

Als Dominique Pelicot am 12. September 2020 festgenommen wurde, fanden die Ermittler auf seinem Handy Nachrichten eines Mannes, der Pelicot vorschlug, nach Lyon zu kommen, um seine Partnerin zu betäuben und zu vergewaltigen. Der Tatverdächtige aus Lyon wurde erst im Juni 2023 festgenommen, fast drei Jahre später. Laut den von AFP zitierten Ermittlungsergebnissen war der Angeklagte „begierig darauf, von der Erfahrung des Herrn Pelicot zu profitieren“, um seine Frau vor dem Missbrauch in Schlaf zu versetzen. Pelicot, der eine 20-jährige Haftstrafe verbüßt, weil er seine Frau Gisèle betäubte und Dutzende Fremde zur Vergewaltigung einlud, wurde während der Ermittlungen befragt, wird aber nicht als Zeuge geladen, wie seine Anwältin Béatrice Zavarro mitteilte.

Dominique Pelicot wird nicht als Zeuge geladen.

Was die Ermittler fanden

Eine Durchsuchung des Handys des Angeklagten ergab Videos, die seine bewusstlose Partnerin zeigen, während er sexuelle Handlungen an ihr vornimmt. Der Ermittlungsrichter kam zu dem Schluss, dass der in den Videos sichtbare „Tiefschlaf“ der Frau „jede Form von Einwilligung ausschließt“ und „Überraschung“ kennzeichnet. Die Ermittler fanden zudem starke Beruhigungsmittel in einem Safe im Haus des Verdächtigen. Das Opfer berichtete von mehreren Blackouts und einer Phase „großer Müdigkeit zwischen 2020 und 2023 ohne Verständnis der Ursache“ sowie von Herzproblemen und Schwindel.

Filmen und Verbreitung im Internet

Dem Angeklagten wird außerdem vorgeworfen, ab Beginn der Beziehung im Jahr 2015 eine versteckte Kamera verwendet zu haben, um „seine Frau nackt“ in „der Intimität ihres Schlafzimmers“ zu filmen. Er soll die Inhalte über gefälschte Profile, die er im Namen seiner Ex-Partnerin auf der ehemaligen Dating-Seite Coco erstellt hatte, online verbreitet haben. Laut dem Opfer tauchten mehrere Männer an ihrem Arbeitsplatz auf, die glaubten, ein Date mit ihr zu haben. Auf seinem Computer wurden auch kinderpornografische Inhalte gefunden.

Die Verteidigung und der Prozess

Nachdem der Angeklagte zunächst eine Vergewaltigung und eine sexuelle Nötigung durch K.-o.-Tropfen gestanden hatte, widerrief er seine Aussagen und behauptet nun, die Taten seien Teil eines „Sexspiels“ mit der Mutter seines Sohnes gewesen, was diese bestreitet. Bei der Prozesseröffnung am Donnerstag erklärte er dem Gericht, er werde „nicht die Gesamtheit der Fakten“ einräumen.

Ich bin hier, um Licht darauf zu werfen, was ich wirklich getan habe und was ich nicht getan habe.

Sein Anwalt, Gabriel Versini-Bullara, bestritt die Verbindungen zwischen den beiden Männern nicht, deutete jedoch an, dass die Verbindung möglicherweise weniger bedeutsam sei als dargestellt. Die Anwältin der Klägerin, Julia Studient, sagte, die Debatte werde sich darum drehen, „das Ausmaß und die Tragweite seiner Verbindungen“ zu Pelicot zu bestimmen. Anders als Gisèle Pelicot möchte das Opfer in diesem Fall diskret bleiben und beabsichtigt nicht, sich öffentlich zu äußern.

Wichtige Daten im Fall der K.-o.-Tropfen-Vergewaltigung in Lyon
  1. Angeklagter beginnt Beziehung mit Opfer; mutmaßlicher Beginn der versteckten Kamera-Aufnahmen.
  2. Dominique Pelicot festgenommen; Nachrichten des Tatverdächtigen aus Lyon auf seinem Handy gefunden.
  3. Opfer erlebt unerklärliche Blackouts, Müdigkeit, Herzprobleme und Schwindel.
  4. Tatverdächtiger aus Lyon festgenommen und in Untersuchungshaft genommen; Handy beschlagnahmt.
  5. Prozess vor dem Strafgericht von Rhône in Lyon eröffnet.
  6. Urteil erwartet.
Lyon

6 Quellen

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