
Pazifik-El-Niño verstärkt sich mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf sehr starken Status
Meteorologen warnen, dass die Erwärmung der Pazifikoberfläche den stärksten El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen hervorbringen könnte, was zu Schifffahrtseinschränkungen am Panamakanal und Risiken globaler Ernteausfälle führt.
Pazifik-Erwärmung und Prognosen der Behörden
Der Deutsche Wetterdienst und die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration haben vor einer raschen Erwärmung des äquatorialen Pazifiks gewarnt. Nach Einschätzung beider Behörden könnte sich das sich entwickelnde El-Niño-Klimamuster zum stärksten seit Beginn der modernen Messungen entwickeln. Die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik, der primären Region für die Entstehung des Phänomens, lagen im Juli deutlich über dem Durchschnitt.
Der Deutsche Wetterdienst betonte in seiner Bewertung das Ausmaß der beobachteten Erwärmung.
Im Pazifik braut sich einer der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen zusammen. Die Entwicklung ist bereits deutlich sichtbar.
Nach Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration übersteigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das aktuelle Muster in den kommenden Monaten zu einem sehr starken Ereignis entwickelt, 90 %.
Globale Wetter- und regionale Auswirkungen
Die Intensivierung des pazifischen Wettersystems droht schwere klimatische Störungen auf mehreren Kontinenten. Teile Amerikas, Australiens, Asiens und Afrikas sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes einem erhöhten Risiko extremer Bedingungen ausgesetzt. Während bestimmte typischerweise trockene Gebiete starke Regenfälle und lokale Überschwemmungen erleben könnten, sind andere Regionen anfällig für schwere Dürren und anhaltende Trockenperioden. Länder wie Myanmar gehören zu den Gebieten, die eine erhöhte Anfälligkeit für diese wechselnden Wetterextreme aufweisen.
In Europa bleiben die direkten Auswirkungen eines starken El Niño aufgrund der Entfernung des Kontinents zum tropischen Pazifik deutlich geringer. Der Wetterdienst wies darauf hin, dass europäische Effekte vor allem durch Veränderungen in großräumigen atmosphärischen Zirkulationsmustern auftreten. Da diese Veränderungen von zahlreichen wechselwirkenden meteorologischen Faktoren abhängen, stellten die Prognostiker fest, dass spezifische europäische Wetterergebnisse derzeit noch nicht ausreichend vorhergesagt werden können.
Handelsbeschränkungen und Rohstoffdruck
Globale Logistik- und Agrarlieferketten bereiten sich bereits auf die Folgen des Erwärmungsmusters vor. Die Panama-Kanal-Behörde kündigte an, die Anzahl der buchbaren Schiffspassagen ab September schrittweise zu reduzieren. Der Kanal arbeitet mit einem Schleusensystem, das bei jeder Durchfahrt Süßwasser ins Meer abgibt. Trotz der anhaltenden Regenzeit und bestehender Schutzmaßnahmen entschieden die Kanalverwalter, dass zusätzliche präventive Beschränkungen des Schiffsverkehrs notwendig sind, um die Wasserreserven zu erhalten.
- Die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik erreichen Werte deutlich über dem Durchschnitt.
- DWD und NOAA identifizieren Bedingungen, die auf eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen hindeuten.
- Die Panama-Kanal-Behörde beginnt mit schrittweisen Reduzierungen der täglich buchbaren Schiffspassagen.
- NOAA prognostiziert mit über 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis einen sehr starken Status erreicht.
Zusätzlich zu den Transitengpässen drohen in den betroffenen Regionen Ernteausfälle. Armin Bunde, emeritierter Professor an der Universität Gießen, der El-Niño-Zyklen modelliert hat, wies auf die sekundären wirtschaftlichen Auswirkungen regionaler Ernteausfälle hin.
Schlechte Ernten im Pazifikraum können zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen.
Diese landwirtschaftlichen Störungen im Pazifikbecken könnten zu höheren Verbraucherpreisen für importierte Nahrungsmittelrohstoffe in Deutschland und auf den internationalen Märkten führen, da sich die Angebotsbedingungen verschärfen.


