
Patti Smith trifft Papst Leo XIV. im Vatikan: zwei gebürtige Chicagoer, ein Kruzifix und ein Scherz auf Englisch
Die 79-jährige Rock-Ikone und Dichterin, die ein Kruzifix trug, wurde am Freitag im Apostolischen Palast vom Pontifex empfangen. Der vatikanische Beamte Antonio Spadaro beschrieb das „lange“ Gespräch als eine Unterhaltung zwischen „alten Freunden“.
Die Rocksängerin, Dichterin und Aktivistin Patti Smith traf Papst Leo XIV. am Freitag, den 31. Juli, zu einer privaten Audienz im Apostolischen Palast. Von Vatikan Media und auf sozialen Kanälen veröffentlichte Fotos zeigten Smith in einem schwarzen Blazer, dunklen Jeans und Stiefeln, ihr graues Haar in den typischen Zöpfen, ein Kruzifix um den Hals. An der Schwelle zur Bibliothek versuchte der Pontifex, sie zu beruhigen: „Parli inglese anche tu, non è vero?“ („Du sprichst auch Englisch, nicht wahr?“). Smith lachte und antwortete leise: „Natürlich, hallo!“ Anwesende sagten, sie sei „beschwingt“ und fast sprachlos gewesen.
Zwei Leben, die sich kreuzen
Sowohl Smith als auch der Papst wurden in Chicago geboren – ein biografisches Detail, das die Berichterstattung des Tages durchzog. Der hochwürdige Antonio Spadaro, Untersekretär des Dikasteriums für Kultur und Bildung und Smiths Begleiter, nannte sie „zwei Amerikaner, zwei Chicagoer, zwei überragende Persönlichkeiten, die Stimmen der Hoffnung für eine gespaltene Welt sind.“ Das private Gespräch wurde nicht im Detail offengelegt, aber Spadaro gab seinen Charakter wieder.
Die lange Audienz glich eher einem Gespräch zwischen zwei Menschen, die entdecken, dass sie alte Freunde sind, die Erinnerungen austauschen, die aus Worten und Musik, Träumen, Visionen und Hoffnungen von gestern und heute bestehen.
Ein Faden zum Vatikan
Smith, die im Dezember 80 wird, ist nicht katholisch, pflegt aber seit dem Pontifikat von Franziskus eine enge Beziehung zum Heiligen Stuhl. Sie traf Franziskus erstmals am 10. April 2013 bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz, kurz nach seiner Wahl, und trat 2014 beim vatikanischen Weihnachtskonzert auf. Nachdem Franziskus im April 2025 gestorben war, veröffentlichte sie ein Gedicht, in dem sie ihn mit einem Löwenzahn verglich, der „bescheiden und doch stark“ sei. Anfang dieses Jahres, am 8. Mai – dem Jahrestag der Wahl Leos XIV. – führte sie mit dem Soundwalk Collective „Sonic Prayer“ bei der Eröffnung des Heiligen-Stuhl-Pavillons auf der Biennale in Venedig in der Kirche der Scalzi auf.
Kunst, Glaube und soziales Zeugnis
Rai news berichtete, dass Smith sich seit langem für Frieden, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzt, während Il Fatto Quotidiano das Treffen als eine Konvergenz von Kunst, Glaube und bürgerschaftlichem Engagement darstellte. Smiths öffentliche Wertschätzung der päpstlichen Botschaft ist gut dokumentiert: Sie hat sich anerkennend über Franziskus‘ „sanftes, offenes und standhaftes Gespür für Menschlichkeit“ geäußert. Ihr Debütalbum „Horses“ von 1975 gilt als wegweisende Verschmelzung von Beat-Poesie und New Yorker Punk, und sie gewann den National Book Award für ihre Memoiren „Just Kids“.
Eine kulturelle Brücke
Die Audienz am Freitag war die zweite hochkarätige Begegnung von Papst Leo mit einem Musikstar in dieser Woche. Am Mittwoch besuchte der Pontifex ein ihm zu Ehren gegebenes Konzert des Tenors Andrea Bocelli. Spadaros Beiträge auf X unterstrichen den informellen Geist des Treffens mit Smith und stellten es als ein weiteres Kapitel in einem fortlaufenden Dialog zwischen dem Vatikan und der zeitgenössischen Kultur dar, der sich über drei Pontifikate – beginnend mit Benedikt XVI. – erstreckt.
- Trifft Papst Franziskus erstmals bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz.
- Tritt beim vatikanischen Weihnachtskonzert für Papst Franziskus auf.
- Würdigt Franziskus in den sozialen Medien mit einem Gedicht nach seinem Tod.
- Führt „Sonic Prayer“ bei der Eröffnung des Heiligen-Stuhl-Pavillons auf der Biennale in Venedig auf.
- Private Audienz bei Papst Leo XIV. im Apostolischen Palast.

