
Paramount verlangt 1,88 Mrd. Dollar Sicherheitsleistung von 12 Bundesstaaten im Warner-Bros.-Fusionsprozess
Paramount Skydance hat einen kalifornischen Bundesrichter aufgefordert, 12 Bundesstaaten und die Writers Guild of America bis zum 30. September zur Hinterlegung einer 1,88 Mrd. Dollar schweren Sicherheitsleistung zu verpflichten, um tägliche Verzögerungsstrafen bei der 111 Mrd. Dollar schweren Übernahme von Warner Bros. Discovery abzudecken.
Antrag und Sicherheitsleistung
Paramount Skydance reichte am Montag einen Gerichtsantrag ein, der eine Sicherheitsleistung von 1,88 Mrd. Dollar von 12 US-Bundesstaaten und der Writers Guild of America fordert. Das Medienunternehmen unter der Leitung von Chief Executive David Ellison und Rechtschef Makan Delrahim stellte den Antrag beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien. Paramount forderte Richterin Araceli Martínez-Olguín auf, die Kläger zu verpflichten, bis zum 30. September 2026 genau 1.884.726.092,73 Dollar zu hinterlegen. Kommen die Kläger dieser Aufforderung nicht nach, beantragt Paramount die Aufhebung der gerichtlichen Verfügung, die den Abschluss der 111 Mrd. Dollar schweren Fusion mit Warner Bros. Discovery blockiert. Paramount argumentierte, dass die Sicherheitsleistung nach Bundesrecht erforderlich sei, um Beklagte vor finanziellen Schäden zu schützen, wenn ein Geschäft während eines Rechtsstreits gestoppt werde.
Sowohl der Clayton Act, das bundesstaatliche Kartellrecht, auf dem diese Klagen beruhen, als auch andere Bundesgesetze sehen ausdrücklich vor, dass Kläger eine Sicherheitsleistung zur Deckung des potenziellen Schadens durch die Aussetzung eines Geschäfts während des Verfahrens hinterlegen müssen, damit die geschädigte Partei im Falle einer Niederlage eine Anspruchsgrundlage für den entstandenen Schaden hat.
Laufende Gebühren und finanzielle Kosten
Der geforderte Sicherungsbetrag spiegelt vertragliche Strafen und Finanzierungsverpflichtungen wider, die durch die Verzögerung ausgelöst wurden. Paramount verpflichtete sich, den Aktionären von Warner Bros. Discovery ab dem 1. Oktober 2026 eine laufende Gebühr von 650 Mio. Dollar pro Quartal zu zahlen, was rund 7 Mio. Dollar pro Tag entspricht, falls die Fusion bis dahin nicht abgeschlossen ist. Da der Kartellrechtsprozess für März 2027 angesetzt ist, werden diese Strafzahlungen auf 1,2 bis 1,3 Mrd. Dollar geschätzt. Die Unternehmensführung hatte ursprünglich mit einem Abschluss der Übernahme bis zum dritten Quartal 2026 gerechnet, bevor die Klagen eingingen. Paramount machte geltend, dass eine achtmonatige Verzögerung des Abschlusses den Geschäftsbetrieb einfriere und die Mitarbeiter beider Studios einer verlängerten Arbeitsplatzunsicherheit aussetze.
Aufgrund der mindestens achtmonatigen Verzögerung des Abschlusses wird es keine Integration und keine verstärkten Investitionen in Inhalte, Produktion und kreative Talente durch das fusionierte Unternehmen geben.
Kartellrechtsvorwürfe und Verteidigung des Unternehmens
Der Rechtsstreit begann im Juli 2026, als 12 Generalstaatsanwälte unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta eine Kartellrechtsklage einreichten, um den Deal zu blockieren. Die Staaten argumentieren, dass die Zusammenlegung der beiden Unternehmen eine übermäßige Marktmacht schaffen würde, die den Wettbewerb bei der Verwertung von Kinofilmen und im Kabelfernsehen verringere. Eine separate Klage der Writers Guild of America behauptet, dass der Deal den Markt schwäche, indem er die Anzahl der Käufer für Drehbücher und kreative Arbeiten reduziere. Die geplante Transaktion würde zwei Filmstudios, mehrere Streaming-Plattformen sowie die Fernsehnachrichten CNN und CBS News vereinen. Paramount argumentierte, dass die Konsolidierung notwendig sei, um eine kritische Größe gegenüber Technologieunternehmen wie Netflix zu erreichen, und wies darauf hin, dass die Fusion in 68 anderen Jurisdiktionen genehmigt worden sei.
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Verfahrensgeschichte und Prozessplan
Die Rechtsstreitigkeiten stellen das letzte regulatorische Hindernis für den Abschluss der 111 Mrd. Dollar schweren Übernahme dar. Richterin Martínez-Olguín erließ zuvor eine 28-tägige einstweilige Verfügung, die den Deal stoppte, und verzichtete dabei auf die übliche Sicherheitsleistung, da die Staaten im öffentlichen Interesse klagten. Paramount strebt nun eine Änderung dieser Verfügung an, bevor die vertraglichen laufenden Gebühren im Oktober anfallen. Der Antrag würde die Steuerzahler der Bundesstaaten für die Sicherheitsleistung haftbar machen, falls die Kläger den Prozess verlieren. Das Bundesgericht in Oakland hat den Hauptverhandlungstermin für den Kartellrechtsprozess auf den 2. März 2027 festgesetzt.


