
Paramount verhandelt Vergleich mit Kalifornien zur Beilegung des Kartellrechtsstreits um die Warner-Bros-Übernahme
Gespräche zwischen Paramount Skydance und einer Koalition von zwölf Bundesstaaten drehen sich um redaktionelle Überwachung von CNN und Studioverpflichtungen, während sich eine finanzielle Frist am 1. Oktober nähert.
Widersprüchliche Berichte über Verhandlungsfortschritt
Paramount Skydance und eine Koalition von zwölf Generalstaatsanwälten unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta haben Gespräche aufgenommen, um eine Kartellrechtsklage beizulegen, die die Übernahme von Warner Bros Discovery durch Paramount anficht. Die Akquisition wird in verschiedenen Quellenangaben auf 81 bis 111 Milliarden US-Dollar geschätzt. Berichte des Wall Street Journal und von Reuters bezeichneten die Vergleichsgespräche als fortgeschritten und deuteten an, dass innerhalb weniger Tage eine Einigung erzielt werden könnte, um die letzte regulatorische Hürde zu nehmen. Andere von Deadline zitierte Quellen charakterisierten die Gespräche als vorbereitende Verfahrensdiskussionen, die darauf abzielen, die Tagesordnung für gerichtlich angeordnete Sitzungen im Oktober festzulegen. Paramount-Chef David Ellison hatte zuvor gedroht, das Studio aus Kalifornien abzuziehen, wenn nicht bis Anfang Oktober eine Einigung erzielt wird. Paramount-Aktien legten am Freitag im nachbörslichen Handel um 5 bis 6,3 Prozent zu, nachdem sie Anfang 2026 um 23 Prozent gefallen waren, während die Aktien von Warner Bros Discovery um 6 Prozent stiegen.
Ein Vertreter des Büros des kalifornischen Generalstaatsanwalts reagierte auf Anfragen zu den gemeldeten Verhandlungen.
Potenzielle Vergleichsgespräche sind vertraulich. Wir können weder bestätigen noch dementieren, ob Vergleichsgespräche stattfinden oder welchen angeblichen Inhalt sie haben.
Zugeständnisse und strukturelle Streitigkeiten
Die Unterhändler haben mehrere verhaltensorientierte Kompromisse geprüft, um kartellrechtliche Bedenken hinsichtlich der Medienkonzentration auszuräumen. Zu den in Betracht gezogenen Bedingungen gehören eine unabhängige redaktionelle Überwachung für CNN und die Zusage von Paramount, jährlich mindestens 30 Kinofilme mit 45-tägigen Kinofenstern zu veröffentlichen. In den Gesprächen wurde auch geprüft, die Film- und Fernsehstudios von Paramount und Warner Bros für eine Übergangszeit getrennt zu betreiben, anstatt ihre physischen und kreativen Abläufe sofort zusammenzulegen. Bonta hat während des gesamten Verfahrens darauf bestanden, dass verhaltensorientierte Abhilfemaßnahmen unzureichend seien, und behauptet, dass ein unabhängiger Betrieb der Studios nicht als primäre Grundlage für einen Vergleich dienen könne. Die Staatsbeamten konzentrierten sich auf die Konzentration innerhalb eines kombinierten Portfolios von mehr als 50 Kabelnetzen, während Bundespolitiker Ellison zu redaktionellen Änderungen bei dem Paramount-eigenen CBS News im Zusammenhang mit Präsident Donald Trump befragten.
Finanzielle Fristen und rechtlicher Zeitplan
Paramount steht vor strengen kalendarischen Benchmarks, die erhebliche finanzielle Strafen nach sich ziehen, wenn der Rechtsstreit den Abschluss verzögert. Eine tägliche Verzugsgebühr von 7 Millionen US-Dollar, die an die Aktionäre von Warner Bros Discovery zu zahlen ist, beginnt am 1. Oktober anzufallen, wenn die Transaktion nicht abgeschlossen ist. Paramount hat einen Rechtsantrag eingereicht, in dem die zwölf Bundesstaaten und die Writers Guild of America aufgefordert werden, eine Anleihe in Höhe von 1,88 Milliarden US-Dollar zu hinterlegen, um potenzielle Verzugsgebührenkosten zu decken, falls Paramount vor Gericht obsiegt; eine Anhörung ist für den 24. September angesetzt. Ein Bundesrichter ordnete an, dass Paramount, Warner Bros Discovery und die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten am 14. und 15. Oktober an einer zweitägigen Vergleichskonferenz in San Francisco teilnehmen. Am 17. September genehmigte die Federal Communications Commission Finanzierungen in Höhe von 24 Milliarden US-Dollar von drei Staatsfonds aus dem Nahen Osten, wodurch der aggregierte ausländische Eigenkapitalanteil an dem fusionierten Unternehmen auf 49,5 Prozent steigt. Sollten die Verhandlungen keinen Vergleich ergeben, soll der bundesstaatliche Kartellrechtsprozess am 2. März 2027 beginnen.
- Zwölf Generalstaatsanwälte reichen eine Kartellrechtsklage ein, um die Fusion zu blockieren.
- Die FCC genehmigt 24 Milliarden US-Dollar an Finanzierungen von drei Staatsfonds aus dem Nahen Osten.
- Gerichtliche Anhörung zu Paramounts Antrag auf eine Anleihe in Höhe von 1,88 Milliarden US-Dollar angesetzt.
- Eine tägliche Verzugsgebühr von 7 Millionen US-Dollar beginnt für die Aktionäre von Warner Bros Discovery anzufallen.
- Zweitägige gerichtlich angeordnete Vergleichskonferenz beginnt in San Francisco.
- Bundeskartellrechtsprozess soll beginnen.


