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Diplomatie·vor 3 Std.

Papst Leo XIV. warnt Spaniens Parlament vor Aufrüstung und KI-Waffen und fordert Wiedergutmachung für Missbrauch

Papst Leo XIV. hielt die erste päpstliche Rede vor dem spanischen Parlament, warnte vor der europäischen Aufrüstung und autonomen Waffen und forderte Gerechtigkeit für die Opfer des Klerusmissbrauchs.

Eine historische Rede in Madrid

Papst Leo XIV. schrieb am Montag Geschichte, als er als erster Pontifex das spanische Parlament, die Cortes Generales, ansprach. Der 70-jährige amerikanische Papst, der sich am dritten Tag eines einwöchigen Besuchs in Spanien befindet, erhielt anhaltenden stehenden Applaus von Abgeordneten, Regierungsmitgliedern und Vertretern des gesamten politischen Spektrums. Spanische Medien berichteten, der Applaus habe sieben Minuten gedauert, und als er den Saal verließ, hallten Rufe wie „Viva el Papa“ und „Bravo“ durch den Raum.

Verurteilung von Aufrüstung und KI-Waffen

Der Papst sprach eine deutliche Warnung gegen einen von ihm als „besorgniserregend“ bezeichneten Trend der Militarisierung aus, selbst innerhalb Europas. Er erklärte, die Welt befinde sich in einer „tiefen spirituellen und kulturellen Krise“, die sich in Gewalt, Polarisierung und gegenseitigem Misstrauen äußere.

Es ist besorgniserregend, dass in verschiedenen Teilen der Welt, einschließlich Europa, die Aufrüstung sich erneut als eine fast unvermeidliche Reaktion auf die Instabilität der internationalen Lage präsentiert.

Er bestand darauf, dass Waffen „niemals einen echten und dauerhaften Frieden schaffen können“ und dass wahre Sicherheit nur durch Gerechtigkeit, „geduldigen Dialog“ und die Achtung des Völkerrechts entstehe. Der Papst verurteilte ausdrücklich den Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen und erklärte, dass Entscheidungen über Leben und Tod niemals an automatisierte Systeme delegiert werden dürften. Unter Berufung auf seine jüngste Enzyklika „Magnifica humanitas“ argumentierte er, dass technologische Entwicklung niemals neutral sei, sondern „die Züge derer annehme, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen.“

Forderung nach Gerechtigkeit bei Klerusmissbrauch

Früher am Tag sprach Papst Leo die spanischen katholischen Bischöfe an und äußerte sich so deutlich wie nie zuvor zu den sexuellen Missbrauchsskandalen, die die Glaubwürdigkeit der Kirche beschädigt haben. Er verurteilte die „Geißel“ des Missbrauchs und forderte eine „Kultur der Fürsorge.“

Angesichts dieser Geißel ist die kirchliche Gemeinschaft aufgerufen, mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlosseneren Engagement für Prävention und eine Kultur der Fürsorge zu antworten.

Er bestand darauf, dass jedes Opfer „aufrichtiges Zuhören, Aufnahme, Schutz und echte Wege der Heilung“ finden müsse. Spanische Medien berichteten, dass der Papst noch am selben Tag zu einem privaten Treffen mit Missbrauchsüberlebenden in der Vatikanbotschaft in Madrid erwartet wurde. Der Vatikan bestätigte ein Treffen, gab jedoch keine weiteren Details bekannt. Ein Bericht des spanischen Bürgerbeauftragten aus dem Jahr 2023 schätzte, dass seit 1940 rund 200.000 Minderjährige in Spanien von Geistlichen missbraucht wurden. Im März unterzeichneten die spanische Regierung und die katholische Kirche ein Abkommen zur Entschädigung der Opfer.

Migration und der Ruf nach Menschenwürde

Der Papst sprach die „tragische Migrationskrise“ an und forderte die Gesetzgeber auf, „sichere und legale Wege“ für Flüchtlinge zu schaffen und die Ursachen von Vertreibung anzugehen. Er stellte das Thema nicht als demografische oder wirtschaftliche Frage dar, sondern als moralische und rechtliche Herausforderung für die internationale Gemeinschaft.

Das tragische Drama der Migration stellt heute das Gewissen der Nationen und die ethischen Grundlagen der internationalen Ordnung in Frage.

Er forderte eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und warnte davor, dass Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Sprache oder sozialem Status gegen das Prinzip der gleichen Würde aller verstoße. Zum Abschluss seines Spanienbesuchs plant der Papst, Migranten auf den Kanarischen Inseln zu treffen.

Ein Plädoyer gegen Polarisierung

Papst Leo richtete sein Augenmerk auch auf die Gesundheit demokratischer Gesellschaften und warnte vor wachsender gesellschaftlicher Polarisierung. Er rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs auf und bestand darauf, dass Unterschiede nicht zur Abwertung politischer Gegner führen dürften, sondern demokratisch ausgehandelt werden müssten. Kommentatoren des spanischen Senders RTVE stellten fest, dass der Papst offenbar den von seinem Vorgänger Franziskus eingeschlagenen Kurs fortsetze und deutliche Worte für die drängendsten Probleme der Gegenwart finde.

Papst Leo XIV. Besuch in Spanien — Schlüsselmomente
  1. Papst Leo XIV. trifft zu einem einwöchigen Besuch in Spanien ein.
  2. Spricht vor den spanischen Bischöfen in Madrid und fordert Wiedergutmachung für Missbrauchsüberlebende.
  3. Hält die historische erste päpstliche Rede vor dem spanischen Parlament und erhält sieben Minuten stehenden Applaus.
  4. Voraussichtlich privates Treffen mit Überlebenden des Klerusmissbrauchs in der Vatikanbotschaft in Madrid.
  5. Geplanter Abschluss des Besuchs mit einem Treffen mit Migranten auf den Kanarischen Inseln.
Madrid · Barcelona · Kanarische Inseln

8 Quellen

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